Krankenhäuser warnen vor Überlastung Halles Kliniken rechnen mit Patienten aus Sachsen – OB Wiegand für harten Lockdown

Halles Krankenhäuser warnen vor zusätzlichen Patientenaufnahmen auch aus Sachsen und Überlastung bei weiter steigenden Corona-Fällen. Halles Oberbürgermeister Wiegand hat sich daher für einen harten Lockdown ausgesprochen. Bund und Länder wollen am Sonntag über das weitere Vorgehen entscheiden.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos)
Krankenhäuser in Halle warnen vor Überlastung bei weiter ansteigenden Corona-Fallzahlen. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand hat sich darum für einen harten Lockdown ausgesprochen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) warnt, dass die steigenden Corona-Infektionszahlen und die noch kritischere Situation in Sachsen die Kliniken in Halle zusätzlich belasten könnten. Wiegand sagte am Samstag, dass die halleschen Krankenhäuser mit weiteren Patientenaufnahmen in den kommenden Tagen rechneten – auch aus West-Sachsen. Die Kapazitäten der sächsischen Krankenhäuser seien erschöpft.

In Halle lagen am Samstag 21 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation. Bei einem weiteren Anstieg der Corona-Fallzahlen drohe kurzfristig die Überlastung der Versorgungsstrukturen, hieß es in einer Stellungnahme der halleschen Krankenhäuser. "Dieser weitere Anstieg ist hochwahrscheinlich, wenn nicht sofort weitere drastische Kontakteinschränkungen erfolgen", so Wiegand. Nach diesen Warnungen der halleschen Krankenhäuser hat sich der Oberbürgermeister am Samstag für einen harten Lockdown ausgesprochen, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

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Leopoldina empfiehlt harten Lockdown

Die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina mit Sitz in Halle und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) haben als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus einen harten Lockdown über die Feiertage und den Jahreswechsel vorgeschlagen. Ab Dienstag soll demnach die Schulpflicht aufgehoben und nachdrücklich zur Arbeit im Homeoffice aufgefordert werden.

Bundesweit werden die Stimmen für striktere Corona-Maßnahmen lauter. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das müsse so schnell wie möglich passieren, aber es müsse gut organisiert sein. Es dürfe keine Situation geben, die zum Chaos führe. Haseloff sprach sich dafür aus, die Coronaregeln noch vor Weihnachten bundesweit einheitlich zu verschärfen. Medienberichten zufolge gibt es in der Landesregierung den Plan, den Einzelhandel vom 21. Dezember an für drei Wochen zu schließen. Für Pflegeheime gelten bereits ab Montag strengere Regeln.

Am Sonntag sollten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen auf das weitere Vorgehen verständigen.

Quelle: dpa,MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. Dezember 2020 | 15:00 Uhr

6 Kommentare

ossi1231 vor 31 Wochen

"Ich finde den Lockdown schon einleuchtend, da ja ansonsten die Intensivststionen überlastet werden."
Wieviel Intensivbetten hat Halle, wie ist die Belegung und wie ist dort die Anzahl der Patienten die dort wegen Corona behandelt werden.
Und bitte nicht die Patienten mitzählen die wegen anderer Erkrankung in Behandlung und dann einen zusätzlich positiven PCR Test bekommen haben.

Hajoe vor 31 Wochen

Ich gehe auch vom Lockdown aus und habe den heutigen Samstag nochmal genutzt, im Karstadt - das bald geschlossen wird - ordentlich einzukaufen. War auch richtig voll, denn viele erwarten den Lockdown und da verlagern die Gelassenen/Mutigen eben den Einkauf zeitlich nach vorne. Werde morgen die Konferenz der MP/Merkel abwarten und dann am Wochenanfang noch einiges einkaufen, damit mich die voraussichtliche Schließung ab Mittwoch (?) nicht schmerzt. Die Politik verlagert die Menschenmassen in den Kaufhäusern/Fußgängerzonen nur zeitlich nach vorne und drängt sie auf noch kürzere Zeitabstände. Irgendwie nicht überlegt und überzeugend. Ich werde bei gutem Wetter jedenfalls noch viele Nachtfotos von den Weihnachtsdekos machen - eben vor einer eventuellen Ausgangssperre ab 21/22 Uhr. Wird zeitlich verlagert und nicht abgesagt bzw. auf nächstes Jahr verschoben. Da ist man recht alleine und die - welche mit aus Interesse ansprechen - sind trotzdem Gesprächspartner. Ich habe da keine Sorgen.

Arbeitende Rentnerin vor 31 Wochen

Verstehe ich auch nicht, zumal genannte Aktivitäten nicht systemrelevant sind, aber wie immer sind hier manche "gleicher". Davon abgesehen finde ich den Lockdown jetzt absolut notwendig aber bitte für alle.

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