Corona-Kontaktverfolgung mit Problemen Luca-App erkennt die Klammern in Halle (Saale) nicht

Gero Hirschelmann
Bildrechte: MDR/Gero Hirschelmann

Die Luca-App soll die Kontaktverfolgung für die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie vereinfachen. Was in den meisten Städten gut funktioniert, macht in Halle zumindest den Veranstaltern Probleme. Grund: die Klammern im Stadtnamen Halle (Saale).

Luca-App
Die Luca-App macht es Veranstaltern in Halle (Saale) nicht leicht. Bildrechte: dpa

Die Luca-App soll die Corona-Kontaktverfolgung für die Gesundheitsämter erleichtern. Für Nutzerinnen und Nutzer, die die App als Gast verwenden, scheint das auch gut und einfach zu funktionieren. App auf das Handy runterladen, registrieren, QR-Code erzeugen: fertig.

Bei "Halle (Saale)" kommt eine Fehlermeldung

Veranstalter in Halle haben jedoch Probleme. Wenn sie ihren Ort – einen Klub, eine Gaststätte oder Ähnliches – in der App anlegen wollen, stoßen sie auf ein unvorhergesehenes Problem: Luca kennt keine Klammern. Da der Ort von der App jedoch automatisch vorgeschlagen wird, und zwar als Halle (Saale), erscheint beim Abspeichern eine Fehlermeldung.

Die Macher von Luca bestätigen MDR SACHSEN-ANHALT diese Schwierigkeit: "Es stimmt, dass aktuell einige Sonderzeichen, die bei der Standorterstellung im Adressfeld über die Suchfunktion zugefügt werden, dafür sorgen, dass der Standort nicht erstellt werden kann. Auch bei der manuellen Eingabe ist die Angabe einiger Sonderzeichen nicht möglich."

Klubbetreiber in Halle verärgert

Matthias Golinski vom Klub "Drushba" in Halle ist entsprechend verärgert. Er beschreibt vielfache Versuche, seinen Klub in der App einzurichten – lange vergeblich. Erst mehrere Nachfragen beim Support der App zeigten eine Lösung auf: Der Name der Stadt Halle (Saale) darf nicht automatisch übernommen werden.

Luca-App
So funktioniert die Luca-App. Bildrechte: culture4life GmbH

Also folgte Golinski dem Rat, die Eintragung per Hand vorzunehmen. Sein Klub ist nun als Veranstaltungsort in Halle (ohne Klammern) auffindbar. So weit, so gut? Nicht ganz. Wenn nämlich der Ort vom Veranstalter selbst erstellt wird, funktioniert das automatische Auschecken der Gäste wiederum nicht.

Strichliste auf einem Stück Papier statt Automatismus

Golinski kann es kaum fassen. Erst habe er sich durch ein Wirrwarr von nicht funktionierender Technik und folgenden Support-Anfragen gekämpft, um nun festzustellen: "Ich muss alle Gäste, die den Klub verlassen, mit einer Strichliste auf einem Stück Papier zählen." Immerhin ist eine Obergrenze für die Gästezahl festgelegt, und die kann und will er natürlich nicht überschreiten.

Von Luca heißt es dazu, betroffene Veranstalter sollten "bis zur Anpassung auf den automatischen Check-out verzichten und Gäste ggf. verstärkt darauf hinweisen, dass sie sich nach Verlassen der Location ausloggen müssen".

Golinski lacht bitter: "Wie soll das in der Nacht 2 Uhr mit angeheiterten Gästen in bester Partystimmung klappen?" Wenn nicht so viele seiner Kunden die Luca-App benutzen würden, hätte er sie auf jeden Fall schon lange wieder abgeschafft, so Golinskis Fazit.

MDR/Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. Juli 2021 | 07:30 Uhr

1 Kommentar

Denkschnecke vor 7 Wochen

Andere Kultureinrichtungen nutzen die Corona-Warn-App. Das Einchecken mit QR-Code klappt besucherseitig damit jedenfalls tadellos und super bequem.

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