In Kassel verboten Umstrittene Militaria-Messe soll in Halle stattfinden

Mitte Oktober soll in Halle-Bruckdorf eine Messe stattfinden, auf der auch NS-Devotionalien und alte Waffen verkauft werden. Eine Sprecherin der Messe-Halle, dass der Vertrag noch nicht unterschrieben sei. Unterdessen fordern zwei Linken-Politikerinnen ein Verbot der Veranstaltung.

Halle Messe GmbH
Klingt harmlos, ist aber mehr als umstritten: Wird die "Internationale Sammlermesse Halle/Saale" in Bruckdorf stattfinden? (Archivbild) Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

In Halle soll Mitte Oktober eine umstrittene Militaria-Messe durchgeführt werden, auf der auch NS-Devotionalien verkauft werden. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT handelt es sich bei der Veranstaltung mit dem nichtssagenden Titel "Internationale Sammlermesse Halle/Saale" um den Nachfolger einer Messe, die jahrelang in Kassel durchgeführt wurde, bis sie schließlich wegen Hygiene-Auflagen verboten wurde. Zuvor hatte der Stadtrat von Kassel nach heftiger Kritik an der Messe versucht, "alle rechtlichen Möglichkeiten zur Untersagung" zu ergreifen.

Messe sollte zum Jahrestag des Terroranschlags von Halle stattfinden

Ursprünglich sollte die Messe sogar rund um den Jahrestag des Terroranschlags auf die hallesche Synagoge stattfinden. Nach einem entsprechenden Hinweis durch die Polizei ist sie nun um eine Woche verschoben worden.

Auf dem Veranstaltungsplan der Halle-Messe im Internet taucht der Markt erst seit ein paar Stunden auf. Eine Sprecherin der Messe erklärte währenddessen, dass der Vertrag noch nicht unterschrieben sei. Verschiedene Anbieter einschlägiger Waren laden ihre Kundschaft aber auf ihren Internet-Seiten bereits nach Halle ein. Auch der Veranstalter geht vom Termin Mitte Oktober aus.

Linken-Politikerinnen fordern Absage der Messe

Unterdessen fordern die Bundestagsabgeordnete Petra Sitte und die Landtagsabgeordnete Henriette Quade (beide Linke) in einer gemeinsamen Erklärung die Absage der Messe.

Bei Facebook schreiben die beiden Politikerinnen unter anderem: "Dass in Halle eine Messe stattfinden soll, bei der Waffen, Militaria und auch Nazi-Devotionalien gezeigt und vertrieben werden, ist schlichtweg unerträglich. Der Halle Messe GmbH scheint die Brisanz ja durchaus bewusst zu sein. Das mit Verweis auf den Anschlag vom 9. Oktober 2019 dieses Event einfach um ein paar Tage verschoben werden soll, ist an Zynismus kaum zu überbieten und inakzeptabel."

In einer früheren Version des Textes wurde pauschal von einer Nazi-Messe berichtet. Wir haben die entsprechenden Passagen konkretisiert.

MDR/Mathias Kessel, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 19. August 2021 | 14:00 Uhr

13 Kommentare

Fakt vor 38 Wochen

@Neumann:

Natürlich haben wir einen Rechtsstaat, einen recht guten sogar. Und auch in einem Recztsstaat darf (und sollte) man sich gegen Rechts und rechte Tendenzen wehren. Und wer, wenn nicht extrem Rechte, interessiert sich wohl für NS-Devotionalien? Und dass die unerwünscht sind, ist nicht neu. In vielen Städten, auch hier bei uns, hängen an Eingängen zu öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Rathäusern und weiteren Behörden gelbe Schilder mit der Aufschrift "Kein Ort für Neonazis", was übrigens auch die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung widerspiegelt. Und Sie werden es nicht glauben, der Rechtsstaat funktioniert trotzdem.

Thommi Tulpe vor 38 Wochen

Das ist auch mir klar.
Solchen Leuten ist aber völlig egal, ob eine solche Messe in Halle oder Osterwohle stattfindet.
Z. B. Rechtsrock-Konzerte werden auch nicht verhindert, indem man diese z. B. in Berlin, Frankfurt/ Main oder Leipzig verbietet.

Neumann09 vor 38 Wochen

"Vielleicht möchte man einfach...."
Entweder hat man einen Rechtsstaat oder man hat ihn nicht. Wenn erlaubt wird, was "man möchte" und verbietet, wenn man dies für "nachvollziehbar" hält, dann ist man wieder beim "gesunden Volksempfinden" angelangt.

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