Schutz vor Coronaviren Probleme mit der Mundschutzpflicht auf dem Wochenmarkt in Halle

Auf dem Wochenmarkt in Halle sollte ab Dienstag eigentlich jeder einen Mundschutz tragen. Diese Neuregelung hatte Oberbürgermeister Wiegand am Wochenende angekündigt. Am ersten Tag wurde sie allerdings nicht von allen umgesetzt.

Marktverkäuferin Anita Conrad vom Obst- und Gemüsehandel Strohm trägt einen Mund-Nasen-Schutz.
Für Händler und Kunden in Halle ist der Mundschutz nun Pflicht. Bildrechte: dpa

Die Mundschutzpflicht auf dem halleschen Wochenmarkt ist am Dienstag nur unzureichend umgesetzt worden. Nach Beobachtungen von MDR SACHSEN-ANHALT trugen zwar nahezu alle Händler eine Maske. Allerdings sah es bei den Kunden anders aus. Hier hatte nicht einmal die Hälfte einen Schutz vor Mund und Nase. Die von der Stadt bereitgestellten Masken waren innerhalb einer halben Stunde vergriffen.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sagte am Mittag, die Stadt habe am Morgen insgesamt 150 Masken an Marktkunden verteilt. Die Stadt werde in den nächsten Tagen weiter unterstützen. Man erwarte allerdings auch, dass sich die Besucher ihre eigenen Masken besorgen. Ein einfacher Mund- und Nasenschutz – etwa durch Schal oder Tuch – ist nach den Worten von Wiegand ausreichend.

Nicht genügend Abstand gehalten

Die Maskenpflicht für den Wochenmarkt in Halle war am Wochenende angekündigt worden. Halle ist damit die erste Stadt in Sachsen-Anhalt, die eine Mundschutz-Pflicht in bestimmten Bereichen vorschreibt. Die Stadt begründet den Schritt damit, dass der Mindestabstand zwischen Kunden und Verkäufern zuletzt nicht eingehalten worden sei. Auch Ansagen der Ordnungskräfte hätten keinen Effekt gezeigt. Wer auf dem Markt auch in Zukunft keinen Mundschutz trage, müsse mit einem Platzverweis rechnen.

Wie ein Stadtsprecher MDR SACHSEN-ANHALT bestätigte, soll noch im Laufe dieser Woche allerdings Produktionsstart für Schutzmasken aus dem 3D-Drucker sein. Der Prototyp wurde an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein entwickelt. Noch diese Woche solle online eine Druckanleitung zur Verfügung gestellt werden. Darüber hatte zuvor die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

In Thüringen gibt es eine Mundschutzpflicht bereits in mehreren Orten. In Jena und im Landkreis Nordhausen gelten seit Dienstag verschärfte Regeln dafür. In Jena ist das Tragen nun auch am Arbeitsplatz Pflicht, wenn der Abstand von anderthalb Metern nicht eingehalten werden kann. Im Landkreis Nordhausen war ein Mundschutz vergangene Woche noch freiwillig, nun muss er verpflichtend getragen werden – in Einkaufsmärkten, Bussen, Straßenbahnen und im Taxi.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. April 2020 | 15:00 Uhr

4 Kommentare

Stealer vor 51 Wochen

Die Dame am Ende des Videos würde gerne eine Atemschutzmaske aufsetzen, wenn sie eine hätte. Nun ja... sie hat ein Tuch um den Hals, das würde unter "Mundschutz" fallen. *seufz*

Hier in Jena läuft es eigentlich ganz gut - zugegebenermaßen hängen auch an fast jeder Laterne Informationsplakate und man kommt ohne Mundschutz in den Supermarkt erst gar nicht rein. Keine Ahnung, wie das in Halle kommuniziert wird.

Rico Marbach vor 51 Wochen

Der teilw,, sehr persönlich geh., belehrende Ton, insb. von Fr. Merkel und ihrer Umgeb., auch v. vielen SPD Pol., wird von Tag zu Tag unerträglicher. Herr Söder spielt eine merkwürdige Rolle, reg. Unterschiede müssen akzeptiert werden.
Jedes Mal, wenn es um die, längst überfällige Wiederherstellung unserer Freiheitsrechte und der wirtschaftlichen
Aktivitäten geht (bei manchen Politikern hat man den Eindruck, das jetzt
Forderungen durchgesetzt werden sollen, die sonst unmöglich waren - Thema
Transfer-Union - Thema Steuererhöhungen) stellen Sie die Dinge anders dar, als

vorher. Seit einigen Tagen übersteigt die Z. der Genesenen die der
Neuinfizierten, sodass die Zahl derer, die infizieren können (Dunkelziffer gibt

es in beiden Richtungen) sinkt und nicht steigt... Die urspr. relevante

Größe der Verdoppelung der Neuinfektionen (jetzt 25 T., vielmehr als die
angestrebten 14 T.) scheinbar keine Rolle mehr zu spielen. Region.
Unterschiede sind jetzt relevant; Th hat nur 1500 Infizierte,

Gerald vor 51 Wochen

Wo bleibt die Vorbildwirkung unserer Politiker? Habe gerade ein Video gesehen, wo unter Anderem der Bundesgesundheitsminister Spahn und der hessische Ministerpräsident Bouffier in einen vollbesetzten Fahrstuhl gefahren sind! Wie soll dann die Einhaltung klappen, wenn diese Leute nicht mal den Mindestabstand einhaltet tun?

Mehr aus dem Raum Halle und Leipzig

Mehr aus Sachsen-Anhalt