Nach Manipulations-Skandal Klinik in Halle: Nachuntersuchungen verfälschter Blutproben laufen

Nach dem Skandal um manipulierte Blutproben gehen am Elisabeth-Krankenhaus in Halle die Nachuntersuchungen voran: Dabei sind nach Klinik-Angaben bislang rund 650 Proben nachträglich geprüft worden. Das entspricht knapp 40 Prozent der insgesamt 1.700 betroffenen Proben. Vier in diesem Zusammenhang auffällige Befunde hätten sich nicht bestätigt.

Elisabeth-Krankenhaus Halle
Die Klinik St. Elisabeth und St. Barbara in Halle lässt umfangreich Kinder nachuntersuchen. Eine Mitarbeiterin soll über Jahre verfälschte Blutproben ans Labor weitergeleitet haben. Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

Im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle sind nach dem Skandal um manipulierte Blutproben von Neugeborenen inzwischen rund 650 von 1.700 Proben erneut geprüft worden. Ein Sprecher des Krankenhauses teilte mit, im Verlauf dieser Nachuntersuchungen seien zunächst vier Auffälligkeiten vermutet worden. Diese Vermutungen hätten sich jedoch im Weiteren nicht bestätigt beziehungsweise hätten sie nicht mit dem Fall der manipulierten Blutproben im Zusammenhang gestanden.

In der Klinik war ein sogenanntes Nachscreening angeordnet worden, nachdem das Krankenhaus verfälschte Blutproben entdeckt hatte. Eine Mitarbeiterin soll Blut von Erwachsenen statt Blut von Neugeborenen an die Labore weitergeleitet haben. Die Blutuntersuchung der Neugeborenenen kann helfen, seltene Krankheiten wie Muskelschwund und Mukoviszidose zu erkennen und frühzeitige Therapie ermöglichen. Doch die Klinik geht in dem Fall davon aus, dass Hunderte dieser Blutproben nie im Labor angekommen waren.

Nachuntersuchungen sollen noch bis Ende Februar laufen

Bereits seit Anfang November vergangenen Jahres läuft daher das Nachscreening, um Klarheit zu erlangen, ob möglicherweise solche Defekte durch die Manipulationen nicht entdeckt worden sind. Ende Februar will die Klinik die Untersuchungen der aller rund 1.700 Kinder, die zur Nachuntersuchung eingeladen wurden, abgeschlossen haben.

Gegen eine mittlerweile nicht mehr im Dienst des Krankenhauses befindliche Pflegerin wird wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung und der Misshandlung von Schutzbefohlenen ermittelt. Sie wird verdächtigt, über mehrere Jahre hinweg Blutproben von Neugeborenen manipuliert zu haben. Zunächst war noch von 800 möglichen Fällen die Rede. Sie war umgehend entlassen und angezeigt worden, Staatsanwalschaft und Landeskriminalamt ermitteln.

dpa, MDR (Mandy Ganske-Zapf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 11. Januar 2022 | 10:00 Uhr

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