"Heimliche Liebe" Peißnitzexpress in Halle bekommt einen Zug mit Elektromotor

Der Peißnitzexpress in Halle macht sich fit für die Zukunft. Einer der Triebwagen soll bald umweltbewusst und leise mit einem Elektromotor fahren. Doch noch fehlt Geld, weshalb jetzt Spenden gesammelt werden. Nach dem Einbau einer neuen Frontscheibe steht dem Start im nächsten Jahr nichts mehr im Weg.

Eine Parkeisenbahn mit der Aufschrift heimliche Liebe
Der Zug mit dem Namen "Heimliche Liebe" soll bald elektrisch über die Peißnitz rollen. Bildrechte: Freunde der Parkeisenbahn e.V./Martin Lorenz

Eine hallesche Attraktion für Jung und Alt soll für die Fahrt in die Zukunft gerüstet werden. Wie Stefan Hoffmann, Vorsitzender des Vereins Parkeisenbahnfreunde Halle/Saale, MDR SACHSEN-ANHALT sagte, ist der Triebwagen des Zuges "Heimliche Liebe" auf Elektroantrieb umgerüstet worden.

Das sei naheliegend, da der Peißnitzexpress in einem Naturschutzgebiet fahre. Außerdem setze man so auf eine Zukunftstechnologie, die überdies wartungsärmer sei als bei den zusätzlich genutzten Dieselloks. Umweltbewusst und leise: So soll die "Heimliche Liebe" künftig unterwegs sein.

Frontscheibe fehlt noch

Eine Parkeisenbahn ausgestellt in einer Garage
Die "Heimliche Liebe" während des Umbaus: Noch fehlt die Frontscheibe. Bildrechte: Freunde der Parkeisenbahn e.V./Martin Lorenz

Der Motor, eine Steuereinheit und die Batterie seien schon angeschafft und eingebaut. Jetzt fehle nur noch eine neue Frontscheibe, dann sei der Zug komplett modernisiert. Die alte Plexiglasscheibe war circa 40 Jahre alt und so mitgenommen, dass der Tüv sie nicht für den Verkehr freigegeben hat. Deshalb muss jetzt eine Sonderanfertigung her, wie Hoffmann sagt. Ist die beschafft und eingebaut, kann der Zug elektrisch loszuckeln – wahrscheinlich aber erst mit dem Start der Saison 2022.

Seit 1965 in Essen unterwegs

Eine alte, verrostete Parkeisenbahn im Winter
So sah die "Heimliche Liebe" aus, als sie nach Halle kam. Bildrechte: Freunde der Parkeisenbahn e.V./Martin Lorenz

Ab 1965 war der Zug in Essen im Grugapark unterwegs, damals angetrieben von einem Benzinmotor. Seit 2015 besitzt der Verein in Halle einen von ehemals fünf dieser "Grugazüge". Doch als die zwei Waggons und der Triebwagen vor gut fünf Jahren nach Halle kamen, war der alte Sechszylinder Opel-Kapitän-Motor ausgebaut. Die Freunde der Parkeisenbahn restaurierten von 2015 bis 2018 mit viel Zeit, Liebe und auch Geld das historische Fahrzeug.

Spenden werden gesammelt

Weil es aber wegen Corona nicht so gut läuft mit den Einnahmen, bitten die Freizeiteisenbahner jetzt um Spenden für die letzten Schritte auf dem Weg zur Elektrolok. Dazu wurde eine Spendenseite eingerichtet.

MDR/Mathias Kessel, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27. Juli 2021 | 07:30 Uhr

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