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Im Herbst soll das neue Planetarium in Halle eröffnet werden. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Ulf Wogenstein

Entscheidung im NamensstreitPlanetarium Halle: Kein Sigmund Jähn, kein Neil Armstrong

Stand: 24. Februar 2021, 19:24 Uhr

Das neue Planetarium in Halle wird nicht den Namenszusatz "Sigmund Jähn" bekommen – und auch keinen anderen. Das hat der Stadtrat am Mittwoch entschieden. Der Abstimmung ging eine lange Debatte voraus.

Das neue Planetarium in Halle wird nicht nach dem DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn benannt. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Die Mehrheit stimmte dem Vorschlag zu, dass der Neubau "Planetarium Halle" heißen soll. 28 Stadträte stimmten für den Vorschlag der Grünen-Fraktion, 18 waren dagegen, drei Stadträte enthielten sich. Vor der Entscheidung war erneut eine Debatte um den Namenszusatz "Sigmund Jähn", dem ersten Deutschen im All, entbrannt. Die Fraktion der Linken hatte diesen Vorschlag gemeinsam mit weiteren Fraktionen eingebracht. Die Gegner einer solchen Benennung führten an, dass Jähn ein Repräsentant des DDR-Regimes gewesen sei.

Linke: "Mutloser Kompromiss"

Die Linke im Stadtrat bezeichnete den neuen Namen als "mutlosen Kompromiss". Andere Fraktionen brachten vor dem Beschluss weitere Namenszusätze ins Spiel. Die Fraktion des Vereins "Hauptsache Halle" schlug beispielsweise den Namen des US-Astronauten Neil Armstrong vor. Auch der Name des 44-jährigen deutschen Astronauten Alexander Gerst fiel in der Diskussion, die fast eine Stunde dauerte.

Bildungsort am Holzplatz

Im Rundbau eines ehemaligen Gasometers am Holzplatz soll in Halle bis Ende 2021 das neue Planetarium entstehen. Unter der Sternenkuppel sollen dann Lesungen, Konzerte und Hörspiele stattfinden sowie Wissensdokumentationen gezeigt werden. Für Künstler gebe es die Möglichkeit des visuellen Malens. Die Projektoren können 360-Grad-Aufnahmen und Videos auf die Kuppel beamen. Selbst Hochzeiten sollen möglich sein.

Das alte Raumflug-Planetarium in Halle befand sich auf der Peißnitzinsel und trug seit 1978 den Namenszusatz "Sigmund Jähn". Es war beim Hochwasser 2013 schwer beschädigt und später abgerissen worden.

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dpa, MDR/ Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. Februar 2021 | 19:00 Uhr

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