Prozess in Halle Mann aus Naumburg nach Tod eines Kleinkindes vor Gericht

Vor fünf Jahren soll sich ein Mann aus Naumburg auf den Bauch eines kleinen Jungen gekniet und ihm dabei tödliche Verletzungen zugefügt haben. Vor dem Landgericht Halle begann nun der Prozess. Der 27-Jährige streitet die Tat ab.

Das Portal des Landgerichtes Halle.
Ein Mann aus Naumburg muss sich wegen Totschlags vor dem Landgericht Halle verantworten. Bildrechte: dpa

Fünf Jahre nach dem Tod eines Kleinkindes in Naumburg muss sich seit diesem Mittwoch ein 27-Jähriger vor dem Landgericht Halle wegen Totschlags verantworten. Am ersten Prozesstag stritt er die Tat ab. Die Mutter des Jungen erzählte vor Gericht, dass der Angeklagte vor der Tat keine Auffälligkeiten gezeigt und ein gutes Verhältnis zu dem Kind gehabt hätte.

Genauer Tatzeitpunkt unklar

Der Mann soll sich zwischen Mai und Juni 2016 auf den Bauch des einjährigen Jungen gekniet und ihm dabei so schwere Verletzungen zugefügt haben, dass das Kind am 11. Juni 2016 im Krankenhaus starb. Der genaue Zeitpunkt der Tat lässt nach Angaben des Landgerichts nicht mehr ermitteln.

Der Angeklagte und sein Verteidiger im Gerichtssaal im Landgericht Halle
Dem Tatverdächtigen droht eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren. Bildrechte: MDR/Cornelia Müller

Die Tat soll sich in der Wohnung der Kindsmutter zugetragen haben, mit der der 27-Jährige eine Beziehung gehabt haben soll. Die 26-Jährige hatte ihren Sohn leblos im Bett gefunden. Ärzte konnten nur noch den Tod des Jungen feststellen. Zum Tatzeitpunkt war der Verdächtige neben der Mutter der einzige Erwachsene in der Wohnung, wodurch er in Verdacht geraten war.

Verzögerungen beim Prozessauftakt

Bereits vor 2,5 Jahren wurde Anklage gegen den Verdächtigen erhoben. Doch laut Gerichtssprecher hatten schwierige DNA-Analysen, mehrere Gutachten und die Corona-Pandemie zur Verzögerung des Prozessauftakts geführt. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Der nächste Termin findet am 16. Juli statt.

Nach Angaben des Gerichts droht dem Mann im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren.

Quelle: MDR/dpa/Susann Lehmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14. Juli 2021 | 12:30 Uhr

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