Anschlag in Halle: Der komplette Prozess und das Urteil

Das Urteil

Letzter Prozess Anschlag von Halle: Der Tag des Urteils in Bildern

Im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag auf die Synagoge in Halle hat das Gericht das Urteil gesprochen. Der Prozess gilt als eines der größten Strafverfahren in der Geschichte Sachsen-Anhalts.

Der Angeklagte wird vor Beginn der Urteilsverkündung im Prozess zum Terroranschlag von Halle auf dem Flugplatz Magdeburg zu einem Transporter geführt
Unter höchsten Sicherheitsstandards ist Stephan B. am Montagvormittag aus der JVA in Burg zum Gerichtssaal in Magdeburg gebracht worden. Bildrechte: dpa
Der Angeklagte wird vor Beginn der Urteilsverkündung im Prozess zum Terroranschlag von Halle auf dem Flugplatz Magdeburg zu einem Transporter geführt
Unter höchsten Sicherheitsstandards ist Stephan B. am Montagvormittag aus der JVA in Burg zum Gerichtssaal in Magdeburg gebracht worden. Bildrechte: dpa
Der Angeklagte Stephan B. (M) wird von Justizpersonal in den Saal des Landgerichts begleitet und nimmt neben seinem Verteidiger Thomas Rutkowski (r) Platz.
Es war der 26. und damit letzte Prozesstag, bei dem der rechtsterroristische Anschlag auf die Synagoge in Halle verhandelt wurde. Nach fünf Monaten geht das Verfahren zu Ende. Bildrechte: ddp
Der Angeklagte Stephan B. (M) steht am 26. Prozesstag im Saal des Landgerichts neben seinen Verteidigern Hans-Dieter Weber (l) und Thomas Rutkowski.
An diesem Tag ist Stephan B. von den Richtern des Oberlandesgerichts zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Es ist die höchstmögliche Strafe. Bildrechte: dpa
Der Angeklagte Stephan Balliet (M) wird von Justizpersonal in den Saal des Landgerichts begleitet.
Das Gericht sprach den Attentäter des zweifachen Mordes und des versuchten Mordes in weiteren zahlreichen Fällen schuldig und stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Das Gericht stufte den Attentäter als voll schuldfähig ein. Gegen das Urteil kann Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt werden.  Bildrechte: dpa
Das Gericht mit Astrid Bode (l-r), Harald Scholz, der Vorsitzenden Richterin Ursula Mertens, Thorsten Becker und Antje Weiߟ-Ehm steht zu Beginn des 26. Prozesstages im Saal.
Die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens (m.) sagte in der mehrstündigen Urteilsbegründung: "Das war eine abscheuliche, menschenverachtende Tat". Es sei ein "feiger Anschlag" gewesen, sagte Mertens. Die Richterin schaute dem 28-Jährigen immer wieder direkt in die Augen. "Bei Ihnen, Herr B., gab es keine menschlichen Züge mehr", sagte sie. Bildrechte: dpa
Verteidiger Thomas Rutkowski (r), der Angeklagte Stephan B. (2.v.r.) und Verteidiger Hans-Dieter Weber (3.v.r) stehen zu Beginn des 26. Prozesstages im Landgericht, während das Gericht mit der Vorsitzenden Richterin Ursula Mertens (2.v.l.) den Saal betritt.
Viele Momente in dem Prozess seien unerträglich gewesen, sagte die Richterin weiter. Dabei versagte Mertens die Stimme und ihr kamen die Tränen. "Dieses Verfahren stellt alles in den Schatten." Direkt an den Angeklagten gewandt sagte sie: "Sie sind ein fanatisch ideologisch motivierter Einzeltäter. Sie sind antisemitisch, ausländerfeindlich. Sie sind ein Menschenfeind." Bildrechte: dpa
Der Angeklagte Stephan B. (M) sitzt am 26. Prozesstag im Saal des Landgerichts neben seinen Verteidigern Hans-Dieter Weber (l) und Thomas Rutkowski.
Der Attentäter nahm den Urteilsspruch mit ausdruckslosem Gesicht zur Kenntnis. Emotionen zeigte er kaum, manchmal wirkte er etwas genervt. Bildrechte: dpa
 Der Angeklagte Stephan Balliet (2.v.l.) wird vor Beginn des 26. Prozesstag aufgrund einer Zeitverzögerung wieder aus dem Saal geführt, rechts sein Verteidiger Hans-Dieter Weber.
Nach der Verabschiedung hatte der Attentäter eine zusammengerollte Mappe in Richtung der Nebenkläger geworfen. Daraufhin packten die Wachleute den 28-Jährigen sofort, fixierten ihn und trugen ihn aus dem Gerichtssaal. Bildrechte: dpa
Nebenklägerinnen und Nebenkläger stehen mit ihren Anwälten hinter weiÃßen Rosen am Landgericht.
Am 9. Oktober 2019 hatte der heute 28-jährige Stephan B. versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Bildrechte: dpa
 Christina Feist spricht auf einer Veranstaltung der Nebenkläger vor dem Landgericht.
An 25 Prozesstagen befragte das Gericht dort mehrere Dutzend Zeugen und eine ganze Reihe von Sachverständigen. 45 Überlebende und Hinterbliebene hatten sich der Nebenklage angeschlossen, sie wurden von 23 Anwälten vertreten Bildrechte: dpa
Der Angeklagte Stephan B. sitzt am 26. Prozesstag im Saal des Landgerichts zwischen seinen Verteidigern Hans-Dieter Weber (l) und Thomas Rutkowski.
Der Prozess gilt als eines der größten Strafverfahren in der Geschichte Sachsen-Anhalts. Bildrechte: dpa
Wenige Menschen sind vor dem Landgericht unterwegs.
Die Verhandlung fand vor dem Oberlandesgericht Naumburg statt. Aus Platzgründen war der Prozess aber in den Räumen des Landgerichts in Magdeburg geführt worden. Dort steht der größte Gerichtssaal Sachsen-Anhalts zur Verfügung.

Das Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21.12.2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/pat
Bildrechte: dpa
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26 Prozesstage – 26 Reportagen

Richterinnen und Richter des Oberlangdesgerichtes Magdeburg.
Bildrechte: imago images/Jan Huebner, Max Schörm
Ein Angeklagter sitzt neben seinem Verteidiger Hans-Dieter Weber im Landgericht.
Bildrechte: dpa | Grafik MDR/Max Schörm
Taxifahrer Daniel W. steht auf der Straße vor seinem Taxi in Halle.
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Richterinnen und Richter des Oberlangdesgerichtes Magdeburg.
Bildrechte: imago images/Jan Huebner,Max Schörm
Schwer bewaffnete Polizeikräfte in Halle an der Saale
Bildrechte: Tom Wunderlich/Max Schörm
Polizisten stehen am zweiten Prozesstag vor dem Landgericht Magdeburg
Bildrechte: dpa
Am Landgericht Magdeburg begann am 21. Juli 2020 der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter von Halle Saale, Stephan B.
Bildrechte: imago images/Christian Grube | Grafik: MDR/Max Schörm

Chronik

Gedenken ein Jahr nach dem Anschlag

Glockengeläut, Kranzniederlegung, Gedenkveranstaltung Der Jahrestag des Halle-Anschlags in Bildern

Für die Menschen und die Stadt Halle ist es ein besonderer Tag. Ein Jahr nach dem rechtsterroristischen und antisemitschen Anschlag gedenken sie der Opfer. Der Tag in Bildern.

Synagoge Halle
Der Tag beginnt an der Synagoge in Halle. Sie war vor einem Jahr das Ziel des rechtsextremen Terroranschlags. Bildrechte: dpa
Synagoge Halle
Der Tag beginnt an der Synagoge in Halle. Sie war vor einem Jahr das Ziel des rechtsextremen Terroranschlags. Bildrechte: dpa
Mit Plastik bedeckte Kränze stehen vor einer Mauer hinter der die Türmchen einer Synagoge zu sehen sind
Schon am Morgen wurden die Kränze geliefert, die später übergeben werden sollen. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Kerzen und Blumen stehen und liegen vor einer Hauswand.
Menschen haben an der Synagoge außerdem zahlreiche Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt. Bildrechte: MDR/Sebastian Mantei
Polizisten sperren eine Straße ab.
Die Polizei überwacht das Gelände rund um die Synagoge. Bildrechte: MDR/Julian Kanth
Gedenken an Anschlag in Halle
Auf dem Markplatz in Halle erinnert eine Ausstellung an den Anschlag vor einem Jahr. Bildrechte: MDR/ O. Leiste
Eine Gruppe von Menschen steht auf dem Marktplatz in Halle.
Um kurz nach 12 Uhr läuten alle Kirchenglocken der Stadt, das Leben kommt in stillem Gedenken kurz zum Erliegen. Auf dem Marktplatz treffen sich zahlreichen Menschen. Bildrechte: MDR/Julian Kanth
Polizeiautos auf dem Marktplatz in Halle
Die Polizei zeigt Präsenz auf dem Marktplatz. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke
Menschen laufen auf den Marktplatz in Halle
Für die Menschen sind mehrere Orte und Veranstaltungen geschaffen worden, um in kleineren Runden zusammen zu kommen. Damit soll laut Oberbürgermeister Bernd Wiegand die Sicherheit während der Corona-Pandemie gewährleistet werden. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke
Menschen stehen und sitzen unter einem Pavillion.
Zum Beispiel kamen die Menschen an den Steintor-Passagen zusammen. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke
Drei Frauen malen mit Kreide etwas auf den Boden.
Viele zeigen auch ihre Anteilnahme, indem sie Botschaften mit Kreide auf die Straßen und Wege malen und schreiben. Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Auf dem Boden steht "Zusammen gegen den Terror"
Die Botschaften vermitteln: Wir sind nicht allein... Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Ein Mann schreibt mit Kreide auf einen Gehweg.
... und zusammen stark. Bildrechte: MDR/Julian Kanth
Max Privorozki (l-r), Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Halle, Bernd Wiegand (parteilos), Oberbürgermeister von Halle, und Petra Grimm-Benne (SPD), Sozialministerin von Sachsen-Anhalt, sitzen in der Demokratiekonferenz im Stadthaus, die sich mit den Themen Rechtsextremismus und Antisemitismus beschäftigt.
Am frühen Nachmittag hat im Stadthaus eine Demokratiekonferenz stattgefunden, die sich mit den Themen Rechtsextremismus und Antisemitismus beschäftigt hat. Gäste waren unter anderem der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Max Privorozki, Oberbürgermeister Bernd Wiegand und Sozialministerin Petra Grimm-Benne. Bildrechte: dpa
Kränze stehen vor einer Hauswand.
Die Kränze vor der Synagoge sind am Nachmittag von ihren "Regenmänteln" befreit worden. Bildrechte: MDR/Sebastian Mantei
Vor einem Döner-Geschäft wurden Kränze abgelegt.
Auch vor dem Kiez-Döner, in dem vor einem Jahr Kevin S. vom Attentäter erschossen wurde, sind Kränze niedergelegt worden. Bildrechte: MDR/Julian Kanth
Eine Mauer wurde mit Strichmännchen bemalt.
An vielen Orten tauchen auch die beiden Namen der Opfer Jana L. und Kevin S. auf. Bildrechte: MDR/Sebastian Mantei
Alle (29) Bilder anzeigen

Fluchtversuch des Halle-Attentäters

Die Ermittlungen

Blick zurück: Was am 9. Oktober in Halle geschah