Mädchen entführt und in Saale gestoßen Prozessbeginn in Halle nach versuchtem Mord an einer Sechsjährigen

Ein junger Mann steht seit Dienstag in Halle vor Gericht. Er soll im Dezember 2020 ein Mädchen aus der elterlichen Wohnung in Halle entführt, missbraucht und dann in die Saale gestoßen haben. Dem Mann wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Zwei Jogger hatten damals die Hilfeschreie des Mädchens gehört und es aus dem Wasser gerettet.

Ein Angeklager, wird im Landgericht von Justizbeamten weggeführt.
Der angeklagte 25-Jährige am Dienstag auf dem Weg in den Gerichtssaal des halleschen Landgerichts. Bildrechte: dpa

Vor dem Landgericht in Halle hat am Dienstag der Prozess um ein Verbrechen begonnen, das im vergangenen Dezember für Fassungslosigkeit gesorgt hatte. Einem jungen Mann wird vorgeworfen, am Nikolaustag 2020 durch ein angekipptes Fenster in eine Parterre-Wohnung in Halles Altstadt eingestiegen zu sein und dort ein sechsjähriges Mädchen aus seinem Bett geholt und entführt zu haben.

In einer Seitenstraße soll sich der 25-Jährige sexuell an dem Mädchen vergangenen haben und mit dem Kind auf dem Arm durch die Innenstadt zur Saale gelaufen sein. Letztlich soll er die Sechsjährige mit einem Schal gedrosselt und in den Fluss gestoßen haben, um sie zu töten. Jogger waren auf das schreiende Mädchen aufmerksam geworden und hatten es retten können. Es war lediglich mit einem Schlafanzug und Söckchen bekleidet gewesen.

Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen

Dem 1996 geborenen Angeklagten aus Halle wird Menschenraub in Tateinheit mit Entziehung Minderjähriger und sexuellem Missbrauch von Kindern sowie versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Das Portal des Landgerichtes Halle.
Bis Mitte Juli sind acht Prozesstage angesetzt, die am Landgericht Halle verhandelt werden. Bildrechte: dpa

Wie eine MDR-Reporterin berichtet, war die Öffentlichkeit bereits eine halbe Stunde nach Beginn vom Prozess ausgeschlossen worden. Der Sprecher des Landgerichts Halle, Sebastian Müller, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man habe sich auch zum Schutz des Opfers und seiner Familie dazu entschlossen. Damit seien alle Prozessbeteiligten einem Antrag der Verteidigung gefolgt. Die Anwältin der Nebenklage sagte, die Familie des Opfers sei seit der Tat schwer traumatisiert und die Anonymität des Mädchens solle gewahrt bleiben.

Auf Phantombild erkannt worden

Auf veröffentlichten Phantombildern hatten Arbeitskollegen in Brehna den mutmaßlichen Täter noch im Dezember 2020 erkannt. Der Mann war laut Polizei wenige Tage nach der mutmaßlichen Tat an seiner Arbeitsstelle im Landkreis Anhalt-Bitterfeld festgenommen worden.

Zu den Vorwürfen schweigt er. Eine Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Einrichtung wird geprüft, ein Gutachten soll klären, ob er schuldfähig ist. Ihm könnte eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen. Bis Mitte Juli sind acht Prozesstage angesetzt.

MDR/Cornelia Müller, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 01. Juni 2021 | 11:00 Uhr

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