Fördermittel zum Braunkohleausstieg RAW-Gelände am Hauptbahnhof Halle soll neues Stadtquartier werden

Der Stadtrat in Halle hat beschlossen, das Areal um das ehemalige Reichsbahn-Ausbesserungswerk hinter dem Hauptbahnhof zu einem neuen Stadtquartier mit IT-Schwerpunkt zu entwickeln. Möglich wird das durch Fördergelder vom Bund für den Kohleausstieg. Nach ersten Schätzungen könnten 1.000 bis 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Gelände des ehemaligen RAW Reichsbahn Ausbesserungs Werk hinter dem Hauptbahnhof  in Halle
Das Gelände des ehemaligen Reichbahn-Ausbesserungswerks (RAW) am Hauptbahnhof von Halle soll saniert und zu einem neuen Stadtquartier umgebaut werden. Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

In Halle soll eine Industriebrache verschwinden. Der Stadtrat hat nun beschlossen, das zum Teil denkmalgeschützte Areal hinter dem Hauptbahnhof wiederzubeleben. Demnach soll auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerkes (RAW) ein komplett neues Stadtquartier entstehen.

In der jetzt beschlossenen Vorlage wird die Grundidee des Projekts als "Ort zum Arbeiten, Forschen, Gründen und Wohnen" beschrieben. Weiter heißt es: "Entstehen soll ein Stadtquartier: Halles neuer Osten." Kurz: Aus dem vernachlässigten und schadstoffbelasteten Gebiet soll ein neuer Stadtteil mit Zukunftspotenzial werden. Der Kern des Vorhabens ist ein IT-Campus. Dadurch sollen die Grundlagen für die Gründung von Start-Up-Firmen gelegt werden, insbesondere aus den Bereichen IT-Sicherheit, Kommunikation und E-Business.

Hintergründe zum RAW-Gelände

Das Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Halle wurde in den 1860er Jahren erbaut und bis Anfang der 1990er Jahre genutzt. Seitdem steht das Areal leer. Auf dem Gelände mit einer Gesamtfläche von knapp 20 Hektar finden sich rund 30.000 Quadratmeter (drei Hektar) denkmalgeschützter Industriehallen. Der Boden gilt als stark mit Altöl und anderen Umweltgiften belastet. Das RAW-Gelände gehört derzeit dem Bundeseisenbahnvermögen, der Deutsche Bahn AG und einer privaten Erbengemeinschaft.

Das sind die weiteren IT-Ansiedlungsideen für das RAW-Gelände

Diese Ankermieter sollen eine "Sogwirkung" für weitere IT-Unternehmensansiedlungen entfalten:

  • das Informatikinstitut der Universität Halle
  • eine Außenstelle eines Fraunhofer-Instituts
  • eine thematisch "ähnlich gelagerte Bundesinstitution"

Das soll außerdem noch auf dem RAW-Gelände entstehen

  • Gastronomie
  • Seminarräume
  • Gewerbe
  • Wohngebiet mit Mehrfamilienhäusern

Diese Maßnahmen stehen als Nächstes an

Zuerst müssen die einzelnen Grundstücke von der Stadt erworben und somit in einer Hand vereinigt werden. Dann ist eine "umfangreiche Sanierung bzw. Dekontamination des Geländes" vorgesehen. Nicht mehr zu sanierende Gebäude müssen abgerissen werden. Die denkmalgeschützten Werkshallen sollen wieder hergerichtet werden. Außerdem soll die "verkehrliche und mediale Erschließung des Areals" umgesetzt werden.

Baubeginn wird nach den Plänen im ersten Quartal 2025 sein. Finanziert wird das 180-Millionen-Euro-Projekt aus dem Milliardenprogramm des Bundes für den Kohleausstieg. Nach Schätzungen der Stadt könnten 1.000 bis 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen.

MDR/Mathias Kessel, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. Juli 2021 | 09:30 Uhr

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