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Die Stadt Halle will den Hufeisensee weiterhin nicht als Badegewässer einstufen lassen. Bildrechte: MDR/Alexander Kühne

Reaktionen auf BadeunfallBaden im Hufeisensee soll verboten bleiben

Stand: 02. Juli 2022, 16:25 Uhr

Nach dem tödlichen Badeunfall am Hufeisensee in Halle hat die Stadt eine gefährliche Eisenstange aus dem See entfernt. Sie betont, dass der See kein Badegewässer sei. Der Geschäftsführer der DRK-Wasserwacht empfiehlt allerdings, den See als Badegewässer einzustufen. Dann müsse die Stadt ihren Sicherungspflichten nachkommen.

Nach dem tödlichen Badeunfall am Hufeisensee in Halle fallen die Reaktionen von der Stadt Halle und der DRK-Wasserwacht sehr unterschiedlich aus. Am vergangenen Sonnabend hatte sich eine 26 Jahre alte Frau beim Sprung in den See an einer aus dem Seegrund ragenden Metallstange schwer verletzt. Sie starb an ihren Verletzungen.

Wie die Stadt am Donnerstag auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, wurde die Eisenstange inzwischen entfernt. In dem Statement wird aber auch betont, dass der Hufeisensee kein Badegewässer ist. Auf das Verbot würden Schilder hinweisen. Außerdem gelangten über das Grundwasser fortwährend Kohlenwasserstoffe in den See. Er befinde sich auf einem ehemaligen Bergbau- und Kippengelände.

Am Ufer des Hufeisensees weisen Schilder darauf hin, dass das Baden verboten ist. Bildrechte: MDR/Alexander Kühne

Nach Auskunft der Stadt ist auch nicht geplant, den Hufeisensee als offizielles Badegewässer zuzulassen. Man könne keinen sicheren Badebetrieb gewährleisten. Besondere Gefahrenstellen würden aber nach Möglichkeit beseitigt, wenn die Stadt darüber informiert werde. Die Umgebung des Sees könne jedoch weiterhin zur Erholung genutzt werden. Dafür seien auch Liegewiesen und ein Rundweg angelegt worden.

Bei offiziellem Badegewässer müsste Stadt Sicherungspflichten nachkommen

Der Geschäftsführer der DRK-Wasserwacht, Sven Thomas, hingegen sprach sich im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT dafür aus, den Hufeisensee als offizielles Badegewässer einzustufen. Dann müsse die Stadt ihren Sicherungspflichten nachkommen. Im See werde auch ohne offizielle Freigabe schon seit Jahren gebadet. Thomas bestätigte, dass gerade an solchen Stellen in Ufernähe viel Unrat im Wasser liege. Taucher der DRK-Wasserwacht hätten schon mehrfach Schrott und Unrat aus diesen Bereichen entfernt.

Hören Sie dieses Thema auch in den Nachrichten von MDR SACHSEN-ANHALT:

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MDR (Alisa Sonntag, Mathias Kessel, Alexander Kühne)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Juli 2022 | 18:00 Uhr

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