Sachsen-Anhalts größte Universität Kein Ergebnis: Uni Halle verschiebt Wahl des neuen Rektors

Drei Kandidaten hatten sich um das höchste Amt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) beworben. Doch der Senat der Uni Halle konnte am Mittwoch keinen neuen Rektor wählen. Die erforderliche Mehrheit kam nicht zustande. Die Wahl wird nun verschoben. Die Amtszeit soll am 1. September beginnen.

Gebäude der Martin-Luther-Universität spiegeln sich in der Scheibe eines weiteren Uni-Gebäudes.
Die Amtszeit des neuen Rektors der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg soll am 1. September 2022 beginnen. Bildrechte: dpa

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hat die Wahl für einen neuen Rektor verschoben. Wie die MLU am Mittwochabend mitteilte, hat sich der Akademische Senat dazu nach intensiven Diskussionen entschieden. Die Wahl soll nun um eine Woche vertagt werden. Bei den zwei Wahlgängen sei nicht die erforderliche Mehrheit für die Wahl zustande gekommen, teilte die Universität mit.

Bereits im ersten Wahlgang landete Amtsinhaber Christian Tietje überraschend deutlich hinter seinen beiden Herausforderern. Daraufhin zog der Jurist seine Kandidatur zurück und verließ die Sitzung.

Eine Bewerberin, zwei Bewerber, alles Professoren Insgesamt hatten sich drei Kandidaten um das Amt beworben: Statistikerin Prof. Dr. Claudia Becker, der amtierende Dekan der Medizinischen Fakultät, Physiologe Prof. Dr. Michael Gekle und der amtierende Rektor, Wirtschaftsrechtler Prof. Dr. Christian Tietje.

Die Amtszeit des neuen Rektors soll am 1. September 2022 beginnen und dauert vier Jahre. Der amtierende Rektor Christian Tietje muss seinen Posten nach nur einer Amtszeit räumen.

Schwierige Aufgaben warten auf neuen Rektor 

Porträt des Rektors der Universität Halle, Christian Tietje, im Büro.
Der amtierende Rektor der halleschen Universität, Christian Tietje. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Universität steckt in finanziellen Nöten, denn sie ist größer, als ihr die Landesregierung zugesteht. Der aktuelle Rektor Christian Tietje setzt auf einen konsequenten Aderlass, um die Millionenlöcher im Haushalt zu stopfen. Es sollen etwa 4.000 von rund 21.000 Studienplätzen gestrichen werden.

Auch 25 von mehr als 300 Professuren könnten wegfallen, ebenso ganze Studiengänge. Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Becker ist davon überzeugt, dass das auch anders geht. Auch Michael Gekle stellte sich zur Wahl. Derzeit ist der Physiologe noch Dekan der Medizinischen Fakultät, wurde aber dort in der letzten Woche abgewählt.

Die Rektoren seit dem Jahr 2000

  • 2000–2006: Wilfried Grecksch, Mathematiker
  • 2006–2010: Wulf Diepenbrock, Agrarwissenschaftler
  • 2010–2018: Udo Sträter, Theologe
  • seit 2018: Christian Tietje, Jurist

Eine Jura-Studentin sitzt im Großen Hörsaal vom Auditorium maximum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Bildrechte: dpa

Die Uni Halle in Zahlen Die hallesche Universität entstand im Jahr 1817 aus der Vereinigung zweier Universitäten: der 1502 in Wittenberg gegründeten und der 1694 in Halle gegründeten Universität. Momentan sind mehr als 21.000 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Es gibt etwa 300 Professorinnen und Professoren, dazu mehr als 1.000 Wissenschaftliche Mitarbeiter. Der finanzielle Zuschuss des Landes betrug im Jahr 2021 – ohne die medizinische Fakultät – rund 166 Millionen Euro. Die Uni ist einer der größten Arbeitgeber in der Region.

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MDR (Theo M. Lies, Luise Kotulla, Jonas Ney)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Juli 2022 | 05:30 Uhr

4 Kommentare

Denkschnecke vor 5 Wochen

Der Rektor wird vom Senat (das, was Sie offenbar mit "akademischen Rat meinten") der Universität gewählt. Die Prorektoren MÜSSEN laut Hochschulgesetz sogar aus der Professorenschaft kommen.
Es geht Sie zwar nichts an, aber ich bin vor über zwanzig Jahren aus einem westlichen Bundesland hergezgen und seitdem an einer hiesigen Hochschule forschend und lehrend tätig. Da frage ich mich schon, ob ich in Ihren Augen immer noch zu sehr Wessi bin, um an meiner Hochschule nicht als Rektor zu kandidieren. (Nicht dass ich das vorhätte...)

Bogensee vor 5 Wochen

Es geht um den Rektor und nicht um Professoren… das ist eine relevante Führungskraft in unserem Bundesland. Da wünsche ich mir nun endlich mehr ostdeutsche Kompetenz. Oder wo kommen Sie her???

Denkschnecke vor 5 Wochen

Wieso ist das bei Professoren relevant, ob sie aus Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein stammen? Außerdem hätten sich ja weitere Ordinarien bewerben können. Drei Bewerber für die Position des Rektors sind übrigens durchaus nicht alltäglich.

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