Neues Konzept Stadtrat Halle will mehr Sicherheit für Jugendliche

Der Stadtrat Halle hat ein neues Sicherheitskonzept beschlossen. Damit reagiert er auf die zunehmenden Fälle von Gewalt, insbesondere unter Jugendlichen. Für mehr Sicherheit sollen unter anderem eine bessere Beleuchtung und das Ordnungsamt sorgen.

Treppe Pauluskirche halle: Treppenstufen im Dunkeln
Bessere Beleuchtung an Kriminalitätsschwerpunkten soll in Halle für mehr Sicherheit sorgen. Bildrechte: MDR/Fabian Brenner

In Halle soll mit einem neuen Sicherheitskonzept auf die zunehmende Gewalt in der Stadt reagiert werden. Das hat der Stadtrat am Mittwoch nach langer Diskussion beschlossen.

Hintergrund des neuen Sicherheitskonzepts sind Raubüberfälle jugendlicher Banden auf Gleichaltrige in den vergangenen Wochen und Monaten. Die Stadtverwaltung selbst hatte ein solches Konzept abgelehnt und auf die Verantwortlichkeit der Polizei verwiesen.

Mehr Beleuchtung und 24-Stunden-Ordnungsamt-Einsätze

Das Sicherheitskonzept sieht unter anderem eine bessere Beleuchtung an Orten vor, die von Bürgerinnen und Bürgern als unsicher empfunden werden. Außerdem soll das Ordnungsamt an Problemstellen rund um die Uhr im Einsatz sein, um das Sicherheitsgefühl der Menschen wieder zu verbessern.

Die Landespolizei soll zudem aufgefordert werden, verstärkt Videoüberwachung an bekannten Kriminalitätsschwerpunkten einzusetzen.

Mehrere Überfälle von Jugendlichen auf Gleichaltrige

Im Mai war zum Beispiel Haftbefehl gegen einen 17-Jährigen erlassen worden, der einen 19-Jährigen mit "körperlicher Gewalt" in Heide-Nord ausgeraubt haben soll. Auch vorher waren immer wieder Überfälle unbekannter jugendlicher Gruppen auf einzelne junge Menschen bekannt geworden.

Weitere Beispiele von Überfällen auf Jugendliche in Halle:

26.04.22 – Eine Gruppe Jugendlicher nimmt einem 13-jährigen Jungen auf einem Bolzplatz in Halle-Neustadt eine Gürteltasche ab. Der 13-Jährige folgt der Gruppe und verlangt seine Tasche zurück. Dabei wird der Junge durch die Täter verletzt und muss anschließend im Krankenhaus operiert werden.

17.04.22 – Am Sonntagnachmittag wird ein 13-jähriger Junge von fünf Jugendlichen angesprochen, umstellt und bedroht. Die Täter fordern Geld und bekommen es auch.

09.04.22 – Im Stadtteil Heide-Nord drohen fünf Jugendliche einem 18-Jährigen Gewalt an und stehlen dessen Smartphone.

13.03.22 – Am Sonntagnachmittag wird ein Jugendlicher von anderen Jugendlichen bedroht und aufgefordert, seine Kopfhörer abzugeben. Die Täter flüchten mit der Beute. Später werden zwei mutmaßliche Tatverdächtige im Alter von 17 Jahren ermittelt.

Das Thema war bereits im April im Stadtrat besprochen worden. Es hatte damals die Idee zu einer Kooperation zwischen dem Team Streetwork, der Polizeibehörde und der Hallesche Verkehrs-AG (Havag) gegeben.

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MDR (Julia Heundorf,Fabian Brenner)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. Juni 2022 | 08:30 Uhr

6 Kommentare

steka vor 1 Wochen

Vor allem muß unsere Justiz erst mal bis hin zu den Gesetzgebern mal aufwachen. Heute können die Kinder und Jugendlichen stehlen und rauben, wissen genau was sie tun und morgen vor Gericht sind sie nur "arme strafunmündige Kinder". Werden sie gerade deswegen nicht sogar manchmal gezielt losgeschickt. Zu meiner Kindheit galt noch "Eltern haften für ihre Kinder". Und mit 18 dürfen sie Alkohol trinken, heiraten oder Soldat werden, aber vor Gericht bis 21 nur nach Jugenstrafrecht strafmündig. Aber wo sind die Angebote an die Kinder und Jugendlichen ? Peißnitzhaus ganz schnell nach der Wende abgewickelt, aber keine offiziellen Initiativen, alles was passiert erfolgt auf Privatinitiativen (s. Peißnnitzhausverein) . jugendklubs ? Wo denn noch ? Geld , wird doch für Regenbogenbänke gebraucht ?

geradeaus vor 1 Wochen

Jetzt die USA ins Spiel bringen ist hier doch weit hergeholt. Immerhin darf man dort "erst" mit 21 Jahren Alkohol trinken jedoch mit 18 Jahren schon automatische Schusswaffen kaufen.

Apropos Alkohol. Mancherorts und nicht selten die Wurzel allen Übels. Es hemmt die Schwelle zur Gewalt und kann aus Menschen unberechenbare Biester machen.

Aber hey. Ist ja legal. Und man wird als Kind schon sehr früh damit konfrontiert und dann auch sensibilisiert, nämlich in der TV Werbung. Ich weiß noch früher schon in der Halbzeitpause beim Champions League Spiel ab Achtelfinale. Die 1 Werbung: Krombacher wars glaube. Jedesmal.

geradeaus vor 1 Wochen

So'n Team Streetwork ist nicht schlecht jedoch brauchen die ja selbst Schutz es sei denn die sind zu 10 Leuten mit min 3x 1,90m Hünen.
Eine bessere Beleuchtung an dunklen Orten ist eventuell auch hilfreich auch wenn ich das mit Bauchweh schreibe, wegen der Lichtverschmutzung.

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