Neuer Eigentümer plant Abriss SPD fordert Erhalt des Veranstaltungsorts "Schorre" in Halle

Nicole Franz
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Der Veranstaltungsort "Schorre" in Halle soll schließen. Ein neuer Besitzer will das Gebäude abreißen lassen, um eine Seniorenresidenz zu errichten. Nun werden Stimmen aus der SPD laut, die sich für den Erhalt der "Schorre" aussprechen. Auch eine Online-Petition sammelt Unterschriften, um den Abriss zu verhindern.

Ein beiges Gebäude mit tanzenden Figuren auf dem Dach.
Die "Schorre" in Halle gibt es schon seit 150 Jahren. Bildrechte: MDR/Luise Kotulla

Die traditionsreiche "Schorre" in Halle muss schließen. Grund dafür ist ein Wechsel des Betreibers. Der neue Eigentümer will den Veranstaltungsort abreißen, um eine Seniorenresidenz zu bauen.

SPD in Halle fordert Erhalt der Schorre

Der Stadtrat und Vorsitzende der SPD-Fraktion in Halle, Eric Eigendorf, fordert den Erhalt der "Schorre", um einen Platz für die Jugend zu bewahren. Es handle sich um einen der wenigen Orte, wo sich Jugendliche abends treffen und Musik hören könnten.

Außerdem habe die "Schorre" historische Bedeutung für die Stadtgeschichte. So war sie zum Beispiel nach der Wiedervereinigung einer der ersten Orte in Ostdeutschland, in dem US-amerikanische Bands wie "Nirvana" aufgetreten sind:

Stadtverwaltung noch nicht über Pläne informiert

Bisher wurde die Stadtverwaltung vom Eigentümer noch nicht über die neuen Pläne in Kenntnis gesetzt. Deshalb fordert Eigendorf, zunächst einmal Klarheit zu schaffen. Es müsse geprüft werden, was der Investor für Pläne habe und inwiefern diese baurechtlich umsetzbar seien. Erst dann sei klar, welche Eingriffspunkte die Stadt habe, um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger einzubringen.

Öffentlicher Druck für Erhalt der "Schorre" nötig

Bereits 2019 wurde geprüft, ob die "Schorre" unter Denkmalschutz gestellt werden könne, erzählt Eigendorf. Dabei seien die Stadtverwaltung und die Denkmalbehörde zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bausubstanz, die derzeit besteht, allein den Denkmalcharakter noch nicht begründe.

Es bestünde aber noch Hoffnung, sagt Eigendorf: "Wir als Sozialdemokratie vertreten die Ansicht, dass, wenn es schon kein bauliches Denkmal ist, es sich hierbei zumindest um ein Ereignisdenkmal handelt, aufgrund der ganzen Ereignisse, die sich in dem Gebäude abgespielt haben. Wir glauben, dass auch das schützenswert ist. Inwiefern wir von dieser Ansicht den Denkmalschutz überzeugen können, das wird sich in den nächsten Wochen zeigen." Außerdem setzt Eigendorf darauf, dass auch der öffentliche Druck zum Erhalt der "Schorre" beitragen könne.

Online-Petition will Abriss verhindern

Neben der SPD versucht auch eine Online-Petition, den Abriss der Schorre zu verhindern. Ziel der Petition sei es, eine Weiterführung des Mietvertrages oder eine Umnutzung des Gebäudekomplexes zu erwirken, um zumindest die äußeren Merkmale des Bauwerks zu erhalten. Bis Freitag hatten bereits über 4.000 Menschen die Petition unterschrieben.

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MDR/Nicole Franz

2 Kommentare

Haller vor 5 Wochen

Seniorenwohnungen?
Oder ist eine monatliche Impfung mit Booster nicht doch wichtiger?
Wenn doch die Schorre ggf. doch drei weitere Jahre geschlossen bleiben muss.

Anni22 vor 5 Wochen

Hm die SPD beschäftigt sich mal wieder mit den wichtigsten Themen der hallenser Bevölkerung....
Sicher ist es ein Erinnerungsort, aber da kommt es nun auch nicht mehr drauf an. Denke Seniorenwohnungen sind jetzt einfach wichtiger.

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