Bürgerentscheid Halle stimmt im Juni über eine autofreie Innenstadt ab

Eine Bürgerinitiative in Halle hat erreicht, dass Hallenserinnen und Hallenser in einem Bürgerentschied darüber abstimmen werden, ob die Innenstadt autofrei wird. Das hat der Stadtrat hat am Mittwoch bestätigt. Der Stadtrat hatte die Planung und Umsetzung des Konzeptes zur autofreien Innenstadt bereits beschlossen. Gegner des Plans haben dann genug Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt, um einen Bürgerentscheid zu erreichen.

Halle Boulevard - untere Leipziger Straße
Teile der Innenstadt, insbesondere die Leipziger Straße und der Marktplatz sind bereits Fußgängerzonen. Bildrechte: IMAGO

In Halle wird es am 6. Juni parallel zur Landtagswahl ein Bürgerbegehren gegen eine autofreie Innenstadt geben. Das hat der Stadtrat am Mittwoch bestätigt. Das Bürgerbegehren richtet sich gegen einen Stadtratsbeschluss, dass die Stadt Halle ein Konzept für eine weitestgehend autofreie Innenstadt ausarbeitet.

Die Bürgerinitiative fordert, dass dieser Beschluss aufgehoben wird und alle Planungen gestoppt werden. Der Stadtrat hatte am 25. November beschlossen, dass die Innenstadt autofrei bleiben soll: Mit 29 Stimmen für und 20 Stimmen gegen das Konzept, sollte die Planung und Umsetzung des Konzeptes losgehen.

Kritiker wehren sich erfolgreich

Im Januar 2021 hatten dann Händler und Gastronomen, die der autofreien kritisch gegenüberstehen, ein Bürgerbegehren initiiert. Mit Erfolg: Sie konnten innerhalb von 2 Monaten 9.600 Unterschriften sammeln. Damit haben sie einen Bürgerentscheid erkämpft. 7.500 gültige Unterschriften waren nötig gewesen.

Auf der Karte ist zu sehen, welche Gebiete autofrei werden würden. Parkhäuser, Grundstücke und alles was für den Einzelhandel notwendig ist, würde nach Angaben des Beigeordneten für Stadtentwicklung und Umwelt, René Rebensdorf, weiterhin erreichbar bleiben.

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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Fr 27.11.2020 14:35Uhr 59:22 min

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MDR,Matthias Kessel,Julia Heundorf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 24. März 2021 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Graf von Henneberg vor 12 Wochen

Eins fruchtbringende Idee. Aber wenn, dann ohne Ausnahmen. Keine KFZ! Alles muskelbetrieben in der Innenstadt. Umladestationen (gebührenpflichtig) von Kfz / Eisenbahn könnte man in Ammendorf einrichten. Oder besser gleich im Bereich Gröbern.

Samms vor 12 Wochen

Wo haben Sie das her, dass es keine keine Ausnahmen geben soll? Ich glaube, so schlau sind unsere Stadträte, dass sie sich im Konzept was überlegen, wie Müll abgeholt, die Einzelhänder beliefert oder die medizinische Versorgung gesichert werden wird.

Samms vor 12 Wochen

Ich finde den Vorstoß der Stadt fantastisch! Alles ist hier vom Auto dominiert. Sie beanspruchen jeden Winkel unseres Lebens. Bis in die Hinterhöfe hinein werden Parkplätze angelegt. Dabei gibt es längst fortschrittlichere Modelle als mehrere eigene Autos pro Haushalt (Teilauto z.B.). Es könnte grün sein in den Höfen und Kinder könnten spielen. Bei uns trauen sie sich nur Schaumgummibälle zu benutzen, damit die heiligen Autos keine Kratzer kriegen. Traurig ist das.

Die autofreie Innenstadt wäre auch für die Händler ein Gewinn. Denn in Punkto Autofreundlichkeit kann die Innenstadt eh nicht mit den Einkaufszentren am Stadtrand konkurrieren. Sie könnte es aber in Punkto Ruhe, Platz und Lebensqualität. Wo jetzt SUVs die schmalen Straßen verstopfen, könnten Tische und Stühle stehen, könnten Grünflächen und Spielplätze sein. Die Menschen würden kommen, weil sie sich in der Innenstadt wieder wohl fühlen. Weil man hier Freunde treffen kann und schlendern. Autos kaufen nichts, Menschen kaufen.

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