Abschlussshow am 3.10. Tag der Deutschen Einheit: Dieser Mann wird Halle zum Leuchten bringen

Olga Patlan
Bildrechte: Ansgar Schwarz

Am 3. Oktober wird in Halle der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Den krönenden Abschluss des Tages soll ein Mann gestalten, der schon weltweit für unvergessliche Momente gesorgt hat und im Guinnessbuch der Rekorde steht. Bekannt ist er für seine einmaligen Licht- und Drohnenshows – so eine hat er auch eigens für Halle konzipiert.

Vier Männer stehen mit dem Rücken zum Bild und schauen von der Saalebrücke aus auf die Burg Giebichenstein.
Jens Hillenkötter und sein Team schauen sich die architektonischen Besonderheiten der Burg Giebichenstein an. Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Eine Location wie diese hat Jens Hillenkötter noch nie bespielt. "Hier sind so viele x-Faktoren, wie mit den Gemäuern. Ich will die ganze Architektur beibehalten und in Szene setzen. Das ist eine wahnsinnige Herausforderung." Die Architektur, von der hier die Rede ist, ist die Burg Giebichenstein in Halle. Um sie wird sich die Abschlussfeier des diesjährigen Tages der Deutschen Einheit drehen. Und Jens Hillenkötter ist der Mann, der für die Show verantwortlich ist

Ein Mann (Jens Hillenkoetter) lächelt vor einem Mischpult.
Jens Hillenkötter Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Ich bin sehr geehrt, dass ich damit beauftragt wurde, diese Show auf die Beine zu stellen. Der Tag hat ja einen besonderen Stellenwert in Deutschland.

Jens Hillenkötter Lichtdesigner

"Diese Herausforderung hier ist natürlich noch mal eine ganz besondere. Die hatte ich auch so in der komplexen Form noch nicht. Und von daher freue ich mich natürlich, das hinterher alles am Leben zu sehen", sagt Jens Hillenkötter, seines Zeichens Lichtdesigner und Produzent von sogenannten Multimedia-Drohnenshows. Genau so eine Show soll auch am 3. Oktober in Halle um 19:30 Uhr zu sehen sein.

Vier Männer stehen mit dem Rücken zum Bild und schauen von der Saalebrücke aus auf die Burg Giebichenstein.
Am 3. Oktober wird die Burg Giebichenstein mit bunten Lichtern in Szene gesetzt. Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Weltweite Shows und ein Rekord

In seiner über 20-jährigen Karriere hat Jens Hillenkötter bereits weltweit Shows gestaltet. Hat die Welttournees von weltweit bekannten Künstlern und Künstlerinnen wie Jennifer Lopez oder Coldplay gestaltet und war auch bei Olympischen Spielen in China und Russland dabei. Und seit diesem Jahr ist er auch noch Guinness-Weltrekordhalter im Drohnenfliegen – für die meisten aufeinanderfolgenden Formationen durch unbemannte Luftfahrzeuge, um genau zu sein.

Eine persönliche Show für Halle

Diese Drohnenkunstformationen sollen nun auch am 3. Oktober eine Geschichte über dem Himmel der Saalestadt erzählen. "Es wird eine sehr persönliche Inszenierung für Halle, weil wir sehr auf die Geschichte und auf die Umgebung eingehen werden. Es wird sehr viele schöne Specials geben, über die ich jetzt noch nicht zu viel verraten will", so der Designer. So viel stehe aber schon fest, die Show am Himmel wird von einem Live-Orchester und Kunstperformances begleitet.

Doch damit die 20-minütige Show am Ende auch klappt, muss noch viel erledigt werden. Zur Show müssen rund 300 Lichtstrahler, 200 Drohnen und die gesamte Stromversorgung auf die Oberburg getragen werden – alles per Hand. Damit keiner der schwerem Strahler umsonst hochgeschleppt wird, sei es wichtig, bereits im Vorfeld zu testen, was wie gebraucht wird. "Wir brauchen extreme Helligkeit, weil wir damit sehr große Distanzen überbrücken müssen. Die Kameras und Menschen sind teilweise einige Hundert Meter von der Location entfernt." Denn neben den Zuschauern vor Ort, soll die Show auch für alle vor dem Livestream gleich gut wirken.

Von der Zeichnung bis zur Show

"Normalerweise ist das so, dass ich mit einem weißen Blatt Papier beginne zu zeichnen. Das sind so Zeichnungen, die versteht keiner außer mir", erzählt Hillenkötter und lacht. "Aber ich habe was im Kopf. Und wenn ich dann zufrieden bin, dann fange ich an, es in 3D zu visualisieren, damit die ganzen Partner es auch verstehen. Ich komme ja aus dem technischen Bereich, ich arbeite also aus dem technischen Baukastensystem heraus und weiß, wie kriege ich die Looks hin. Hier hab ich mich aber viel von der Location inspirieren lassen und auch anpassen müssen aufgrund der besonderen Architektur", so Hillenkötter.

Mehrere Männer bei einer Besprechung
Vom Storyboard bis zur Umsetzung – Jens Hillenkötter begleitet seine Shows von der Idee bis zum Event. Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Diese Begleitung einer so großen Show von der Zeichnung bis zur Produktion und Regie ist das, was den Designer weltweit einzigartig macht. Dass er mittlerweile vom Storyboard bis zur technischen Planung bis sogar hin zur Musikkomposition alles selbst macht, hängt auch mit seinem beruflichen Werdegang zusammen. Angefangen hat Jens Hillenkötter, der ursprünglich aus Osnabrück kommt, mit einer Ausbildung zum Veranstaltungstechniker in Berlin, danach folgte die Ausbildung zum Beleuchtungsmeister sowie weitere Tätigkeit als Programmierer. Nach Berlin kam auch London als weitere Station und damit auch weltweite Einsätze, was ihm nun auch für die Show zum Tag der Deutschen Einheit in halle zu Gute kommt.

Einheitsshow mit Einheitsorchester

"Ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum die Entscheidung auf mich gefallen ist. Durch meinen ganzen Background bin ich auf der technischen Seite versiert, habe jahrelang genau wie die Kollegen hier, die beim Aufbau helfen, auch Konzerte aufgebaut. Ich kenne eigentlich von jeder Facette der Produktion die Hintergründe und das hilft natürlich unheimlich, wenn man so eine Show zusammenstellt. Also ich weiß, welcher Aufwand welche Kosten verursacht", so der Osnabrücker.

Vier Personen bei einer Besprechung auf der Oberburg der Burg Giebichenstein.
Jens Hillenkötter (2.v.l.) und Matthias Erben (2.v.r.) bei der Besprechung des Orchesters zum Tag der Deutschen Einheit. Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Hilfe bei der Umsetzung bekommt er von einem speziell zusammengestellten Team aus ganz Deutschland. Und auch ein bekanntes hallesches Gesicht ist auch dabei. Der Dirigent Matthias Erben hat nicht nur die Musik finalisiert, sondern stellt auch das Orchester für die Show zusammen, das ebenfalls auf der Oberburg performen wird. "Dieses Ensemble wird es in dieser Form nur einmal geben. Wir haben uns nämlich anlässlich der Einheitsfeier entschlossen, ein Orchester zu bilden, was möglichst vielfältig ist, also sehr divers, sodass wir zeigen können, was wir für ein facettenreiches Land sind", erzählt Erben.

Show mit Nachhall

Nicht nur vielfältig, sondern auch modern und nachhaltig will sich letztlich das Land mit der Multimedia- und Drohnenshow präsentieren. Deshalb verzichtet es auch auf das traditionelle Abschlussfeuerwerk, wie die Staatskanzlei mitgeteilt hat. "Als Gastgeber für die zentralen Feiern des Nationalfeiertages wollen wir uns digital, nachhaltig und zukunftsgerichtet präsentieren", so Ministerpräsident Rainer Haseloff. Mit der Drohnenshow würde auch die Luftfahrtgeschichte von Hugo Junkers sowie die Zukunft im Zusammenhang mit dem Zentrum für Deutsche Luft- und Raumfahrt in Cochstedt eingebunden werden.

Wie der Weltrekordhalter Jens Hillenkötter diese genau zusammenfließen lässt, wird am Abend des 3. Oktobers gelüftet. So viel verspricht der Designer aber: "Diese Show ist nicht damit beendet, wenn das letzte Medienbild steht, sondern sie wird noch weit darüber hinaustragen."

So können Sie die Show sehen

Aufgrund der aktuellen Corona-Eindämmungsverordnung werden in einem abgesperrten Bereich 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen, um die Einheitsshow vor Ort zu verfolgen. Für die Veranstaltung gelten die 3G-Regeln. Die Tickets können Sie im Programm von MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir, MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE, MDR JUMP und MDR KULTUR gewinnen.

Wer nicht dabei sein kann: Die Show wird am 3. Oktober ab 19:30 Uhr per Livestream im Nachrichtensender n-tv und auf der Homepage zum Tag der Deutschen Einheit übertragen.

MDR/Olga Patlan

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. September 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Karl Schmidt vor 4 Wochen

@Atheist,
noch was:
Es gibt Menschen, denen kann es niemand recht machen, weil Sie gerne über alles und jeden meckern. Diese werden ja auch bei "Laune" gehalten. Vereinsamung ist die Folge.
Sicherlich gab es genug Menschen, denen es in der DDR gut ging. Diese waren größtenteils selbst Teil der Diktatur und haben fleißig mitgemacht. Die sind auch `89 auf die Straße gegangen, aber um so schnell wie möglich Ihren Heimatort zu verlassen, weil hinlänglich bekannt war, dass sie „dabei“ waren.

#esgibtleutediesinderstzufriedenwennsieüberallesnölenkönnen

Karl Schmidt vor 4 Wochen

@Atheist:
„Im Grunde habe ich persönlich weniger Lebensqualität als vor 89“
Liegt vielleicht daran, dass Sie älter geworden sind, mit allen Unannehmlichkeiten, oder soll da jetzt die Wiedervereinigung dran Schuld sein? Außerdem sind Sie doch nach Bayern gezogen und nicht in die „Hölle von Verdun“.

„Überteuerte Mieten, kalte Wohnung, Zigaretten drehen wie zu Nachkriegszeit, der ersehnte Plastikbeutel verboten, …“
Drehen Sie doch die Heizung auf statt sich Zigaretten. Hören Sie auf zu Rauchen. Wer "ersehnt" sich denn Plastebeutel? Ist das ein merkwürdiger „Fimmel“?

„Stattdessen bestimmt wieder der Staat was produziert…“
Genau, wenn es in der Ostzone Südfrüchte gab, hießen die Kohlrabi.

„....bessere ökologische Lebensmittel.“
Auch wundersam, Sie schwärmten hier unlängst noch von billiger Wurst (???)

„Fazit: währe ich 89 nicht auf der Straße….“
Na klar: Was war das für ein tolles Land – alle waren im Widerstand.

Atheist vor 4 Wochen

Lach, Tag der Deutschen Einheit.
Im Grunde habe ich persönlich weniger Lebensqualität als vor 89
Überteuerte Mieten, kalte Wohnung, Zigaretten drehen wie zu Nachkriegszeit, der ersehnte Plastikbeutel verboten, …
Stattdessen bestimmt wieder der Staat was produziert, welchen Lohn es gibt und was gedacht werden darf.
Fazit: währe ich 89 nicht auf der Straße gewesen würde ich heute mit 60 Jahren in Rente gehen, könnte mir Zigaretten kaufen statt zu drehen, könnte jeden Abend ein Voll Bad genießen und hätte bessere ökologische Lebensmittel.

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