Proteste im Vorfeld Umstrittene Militaria-Messe in Halle abgesagt

Im Oktober sollte eine Waffen- und Militaria-Börse auf dem Messegelände in Halle-Bruckdorf stattfinden. Die Ankündigung der Messe hatte für Unmut gesorgt, da auf dem Vorgänger in Kassel auch Gegenstände aus der NS-Zeit gezeigt wurden. Mehrere Politiker hatten ein Verbot gefordert. Jetzt hat der Veranstalter selbst abgesagt.

Halle Messe GmbH
Der Messegesellschaft zufolge hat der Veranstalter das Mietangebot nicht angenommen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

Die im Vorfeld umstrittene Waffen- und Militariamesse, die im Oktober in Halle stattfinden sollte, ist durch den Veranstalter aus Schleswig-Holstein abgesagt worden. Der Messegesellschaft zufolge wurde das Mietangebot nicht angenommen. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

Als Grund gaben die Veranstalter auf ihrer Homepage die geringe Zahl der teilnehmenden Aussteller an. Dort heißt es, eine wirtschaftlich sinnvolle Durchführung sei dadurch nicht möglich.

Messe hat im Vorfeld für Unmut gesorgt

Die Ankündigung der Messe hatte für viel Unmut gesorgt. Befürchtet worden war in Halle, dass vor allem rechte Besucher von der Schau im Stadtteil Bruckdorf angezogen worden wären.

An der Vorgängermesse, die jahrelang in Kassel stattfand, nahmen unter anderem Aussteller teil, die NS-Devotionalien vertrieben. Dort wurde sie inzwischen wegen Hygiene-Auflagen verboten. Zuvor hatte der Stadtrat von Kassel nach heftiger Kritik an der Messe versucht, "alle rechtlichen Möglichkeiten zur Untersagung" zu ergreifen.

Zeitgleich zum Jahrestag des Terroranschlags

Ursprünglich war die Messe in Halle zudem für die Zeit vom 7. bis zum 10. Oktober geplant – zeitgleich zum zweiten Jahrestag des Terroranschlags auf die Synagoge mit zwei Toten. Laut Messegesellschaft war sie daher auf den 14. bis 17. Oktober verschoben worden.

Die Stadt hatte an die Geschäftsführung der Halle-Messe appelliert, die Messe nicht durchzuführen. Gerade vor dem Hintergrund des Terroranschlags vom 9. Oktober 2019 habe man kein Verständnis für diese Art von Messe, sagte Bürgermeister Egbert Geier (SPD). Auch wurden auf der Grundlage des Waffenrechts und des Gewerberechts rechtliche Schritte geprüft. Auch mehrere Landespolitiker hatten die Absage der Messe gefordert.

MDR/Cornelia Winkler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. September 2021 | 09:30 Uhr

44 Kommentare

Saxe vor 12 Wochen

@Harka2: Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel. Der Bruder meines Schwiegervaters, sein "großer Bruder", gilt seit 2. Weltkrieg als vermisst. Deshalb sind meine Frau ich auch für die Kriegsgräberfürsorge aktiv. Mich hätte auf solch einer Messe zum Beispiel interessiert, ob nicht doch noch irgendwelche Fundstücke igrndwo rum geistern, die das genaue wie und wo des Verschwindens eingrenzen können. Bin ich jetzt ein Nazi?
Natürlich ist der Termin zumindest unglücklich gewählt. Mir geht es alleine um die Pauschalisierung aller Sammler oder Besucher als Nazis. Da machen Sie es sich etwas zu einfach.

Harka2 vor 12 Wochen

@Baldur von Ascanien
Die Angebote bei eBay sagen nichts darüber aus, für welche Summen die Artikel hinterher tatsächlich verkauft werden. Die NVA-Ausrüstung ist weder übermäßig praktisch gewesen, noch sah sie besonders toll aus.

Harka2 vor 12 Wochen

@Saxe
Die Messe sollte nicht zum ersten mal stattfinden. Der Veranstalter ist bekannt und das bisherige Besucherclientel auch. Und ja, das sind zumeist Nazis gewesen.

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