Wegen hoher Auslastung Halle schafft weitere Kapazitäten bei Intensivbetten

Am Montagnachmittag meldete die Stadt Halle, die Intensivbetten in den Krankenhäusern seien komplett ausgelastet. Später folgte Entwarnung. Nach eigenen Angaben wurden durch Verlegungen neue Kapazitäten geschaffen. Für ganz Sachsen-Anhalt gibt es zudem Regelungen, um besonders belegte Krankenhäuser zu entlasten.

Das Universitätsklinikum Halle
In Halles Krankenhäusern, hier das Universitätsklinikum, wurden zusätzliche Intensivkapazitäten geschaffen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Halles Krankenhäuser nehmen keine Covid-Patienten auf den Intensivstationen mehr auf. Diese Meldung sorgte am Montagnachmittag für Aufsehen. Noch am Abend gab es Entwarnung auf der Homepage der Stadt Halle. Die Bettenkapazitäten auf den Intensivstationen seien erweitert worden – einerseits durch Verlegungen, aber auch durch zusätzliche Betten in den Covid-Bereichen.

"Die medizinische Notfallversorgung aller Patienten ist weiterhin gewährleistet", heißt es in der Mitteilung. Allerdings können die Kliniken in Halle bis auf weiteres keine Covid-Patienten mehr aus anderen Landkreisen oder Bundesländern aufnehmen, teilte die Stadt mit.

Verschobene Operationen werden nachgeholt

Da die Versorgungssituation im stationären Bereich in der Stadt Halle derzeit relativ angespannt ist, versuchen die Kliniken bereits ihrerseits gegenzusteuern. So habe die Universitätsmedizin Halle kurzfristig entschieden, die Intensivkapazitäten für Covid-19-Patienten weiter aufzubauen, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit.

"Die angespannte Versorgungssituation liegt zum einen an einer sehr hohen Nachfrage für die dringliche Versorgung von Non-Covid-19-Patienten, die noch aus zum Teil verschobenen Eingriffen und Behandlungen durch die zweite Covid-Welle resultiert", erklärte die Sprecherin. Zum anderen ergebe sie sich aus dem wieder ansteigenden Bedarf an Intensivbehandlungen für Covid-19-Patienten der dritten Welle.

Krankenhausgesellschaft: "Beherrschbare Situation"

Trotz ausgelasteter Intensivbetten in einigen Regionen Sachsen-Anhalts und des beschleunigten Corona-Infektionsgeschehens hat die Krankenhausgesellschaft des Landes von einer "beherrschbaren" Situation gesprochen. "Die Lage ist ernst, aber nicht bedrohlich und zudem regional unterschiedlich", teilte eine Sprecherin der Krankenhausgesellschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit.

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"Die Kliniken des Landes seien in den beiden Versorgungsclustern Nord und Süd unter Federführung der beiden Universitätsklinika Magdeburg und Halle gut vernetzt und koordinieren miteinander täglich die stationäre Versorgung von Covid-Patienten", sagte die Sprecherin. Auch greife im Überlastungsfall das sogenannte Kleeblattverfahren bei dem im Falle von regionaler Überlastung länderübergreifende Verlegungen zwischen den Kliniken organisiert werden. "Unsere Kliniken haben in den letzten Monaten viel gelernt und sind an den Herausforderungen der Pandemie gewachsen."

Kritische Situation auch in anderen Bundesländern

Neben der Stadt Halle hatte auch der Burgenlandkreis vor kurzem von voll ausgelasteten Intensivkapazitäten berichtet. Zu Wochenbeginn waren laut Lagebericht des Sozialministeriums in Sachsen-Anhalt 268 Krankenhausbetten für Covid-19-Patienten frei gewesen, 477 waren belegt. Der Blick auf Zahlen des Divi zeigt, dass der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten in Sachsen-Anhalt nur bei etwas mehr als 17 Prozent liegt. Der Anteil der freien Intensivbetten im Land beträgt 11 Prozent.

Diese Zahlen lassen die Mediziner trotz einer Notreserve und der möglichen Verlegung von Patienten aufhorchen. Auch in anderen benachbarten Bundesländern sei die Situation kritisch, sagte Hendrik Liedtke, Ärztlicher Direktor des Elisabeth-Krankenhauses in Halle jüngst der "Mitteldeutschen Zeitung". In Thüringen ist nach Angaben der Divi beispielsweise aktuell nicht einmal eines von zehn Intensivbetten frei.

MDR/Oliver Leiste, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. April 2021 | 12:30 Uhr

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