Nachwuchs Weniger Beratungen zu Schwangerschaften in Sachsen-Anhalt

Schwangerschaftsberatungsstellen werden in Sachsen-Anhalt immer seltener aufgesucht. Die Anzahl der Beratungsgespräche hat im vergangenen Jahr abgenommen - auch die die Beratungen zu einer möglichen Abtreibung haben zuletzt weniger Menschen in Anspruch genommen.

Eine schwangere Frau hält sich den Bauch.
In Sachsen-Anhalt werden weniger Menschen zu Schwangerschaften beraten. Bildrechte: dpa

Immer weniger werdende Mütter in Sachsen-Anhalt lassen sich zu ihrer Schwangerschaft beraten. Nach Angaben des Landesverwaltungsamtes suchten im vergangenen Jahr insgesamt 20.567 Personen Rat. Im Jahr zuvor waren es noch gut 22.300 Menschen gewesen, 2018 waren es noch rund 3.100 Personen mehr.

39 Beratungsstellen im Land

Auch für eine sogenannte "Konfliktberatung für Schwangere", bei der es unter anderem um einen Abbruch der Schwangerschaft geht, haben sich weniger Menschen an die Beratungsstellen gewandt. Im vergangenen Jahr waren es in Sachsen-Anhalt 4.259 Frauen, 2018 waren es noch rund 480 mehr.

Landesweit gibt es 39 Anlaufstellen bei denen sich Schwangere Informationen und Rat einholen können. Die Personalstellen sind den Angaben zufolge konstant. Das Sozialministerium bietet im Internet eine Übersicht über die Einrichtungen in Sachsen-Anhalt.

Paragraf 218, 219a Flugblatt Schwangerschaftsabruch 7 min
Bildrechte: imago images/Michael Gstettenbauer

Das Themenspektrum in den Beratungsstellen reicht deutlich über die Beratung zu einer Schwangerschaft hinaus - oft geht es darum, dass die Personen in einer schwierigen Lebenslage unterstützt werden. So ging es den beratenen Personen im vergangenen Jahr in fast 18.700 Fällen um sozialrechtliche Informationen, in gut 13.300 Fällen um Stiftungsanträge und etwa 13.600 Mal um die Durchsetzung sozialrechtlicher Ansprüche.

700 Minderjährige unter den Ratsuchenden

Erst an vierter Stelle kam die persönliche Konfliktlage (rund 7.850 Mal), wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Gut 6.900 Ratsuchenden ging es laut Statistik um Partnerschaft und Familie. Einen Rückgang gab es demnach in nahezu allen Themengebieten. Zu den Gründen für den Rückgang wurden keine Angaben gemacht.

Zu den gut 20.000 Ratsuchenden im Vorjahr gehörten etwa 700 Minderjährige, unter ihnen auch 70 Männer.

Die Ampel-Koalition in Berlin plant, das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Der dazugehörige Paragraf 219a soll hierfür abgeschafft werden. Zuletzt hatte im Bundestag hierzu eine emotionale Debatte stattgefunden.

MDR (Felix Fahnert), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2022 | 14:00 Uhr

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