Corona-Beschränkungen Streit um 2G in Halle: Kaufhausmitarbeiter niedergeschlagen

Seit dem 6. Dezember können zahlreiche Geschäfte in Sachsen-Anhalt nur von Geimpften oder Genesenen betreten werden. In Halle hat diese 2G-Regel nun zunächst zum Streit und schließlich zu einer handfesten Auseinandersetzung geführt. Ein Kaufhausmitarbeiter wurde verletzt.

Halle untere Leipziger Straße
In einem Modekaufhaus auf dem Boulevard in Halle ist ein Streit um die 2G-Regel eskaliert. Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

In Halle ist ein Kaufhaus-Mitarbeiter bei einer 2G-Kontrolle niedergeschlagen worden. Wie die Polizei MDR SACHSEN-ANHALT berichtete, wollte ein Mitte-20-Jähriger am Dienstag auf dem Boulevard ein Modekaufhaus betreten. Als ein Mitarbeiter um den 2G-Nachweis bat, kam es den Angaben nach zunächst zum Streit. Der Kunde, der noch keinen vollständigen Impfschutz vorweisen konnte, habe dem Mitarbeiter daraufhin mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Wie die Polizei weiter mitteilte, flüchtete der Täter anschließend zu Fuß. Der Kaufhaus-Mitarbeiter habe ihn aber ein paar Straßen weiter einholen können. Dort sei er dann mit einer Art Schlagstock niedergeschlagen worden. Er wurde leicht im Gesicht verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden, hieß es.

2G gilt seit Nikolaus

In Sachsen-Anhalt gilt seit dem 6. Dezember das 2G-Modell im Einzelhandel. Zutritt gibt es dann nur noch mit Impf- oder Genesenennachweis. Lebensmittelhandel, Baumärkte und andere Läden des täglichen Bedarfs sind davon ausgeschlossen. Geschäfte müssen laut Landesverordnung sicherstellen, dass eine 2G-Kontrolle stattfindet. Wird Nicht-Geimpften oder –Genesenen der Zutritt gewährt, droht dem Inhaber ein Bußgeld von 1.000 Euro.

Handel verzeichnet Einbußen wegen Zutrittsregeln

Schon in einer ersten Bilanz hat der Handel in Sachsen-Anhalt die 2G-Regel als belastend für das Weihnachtsgeschäft bezeichnet. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Sachsen-Anhalt, Knut Bernsen, sagte Mitte Dezember: "Das Weihnachtsgeschäft ist in diesem Jahr für viele Händler wohl eine Katastrophe. Was normalerweise der positive Höhepunkt des Jahres sein sollte, ist jetzt oft ein Loch ohne Boden." In der Summe sei das Geschäft enttäuschend.

Juristisches Tauziehen um 2G-Regel im Handel

Deutschlandweit gibt es Klagen seitens des Handels gegen die 2G-Regel. Kurz vorm vierten Advent stellte das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht die Wirkung der Auflagen im Land in Frage und erklärte sie für nichtig. Zuvor hatte ein Gericht in Schleswig-Holstein eine entgegengesetzte Entscheidung zu einer dortigen Klage getroffen.

dpa, MDR (Kathrin Köcher, André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 22. Dezember 2021 | 08:30 Uhr

41 Kommentare

Niemann vor 49 Wochen

Was halten Sie denn von gesundem Menschenverstand? Und wenn sie von normale Sozialverhalten schwadroniert dann fragen Sie sich mal von wem man das zuerst erwarten darf und muss. Sind es die Politiker die sich z.B. durch Maskengeschäfte maßlos die Taschen gefüllt haben! Ja die sind es, also fangen sie da mal mit ihren Erwartungen an. Ich garantiere Ihnen da werden ihre Erwartungen mehr als nur enttäuscht!

Niemann vor 49 Wochen

Uneinsichtige Gewalttäter... Donnerwetter, sie treibens wirklich auf die Spitze und drüber hinaus. Wegen einer Handvoll gleich ein ganzes Land einsperren und den ganzen Handel ruinieren, sie sind mir aber ein ganz schlauer Gutmensch.

Niemann vor 49 Wochen

Sehr gut, aber die Impfpflicht löst das Problem sowieso nicht sondern verschiebt es nur in andere Ecken, denken wir nur an steigende Impfdurchbrüche. Doch auch abgesehen davon, daß große Problem ist die Eiseskälte welche die Gesellschaft und die privaten Beziehungen mehr und mehr überzieht, Freundschaften sterben, das Miteinander stirbt, die Grobheit nehmen zu, letztlich wird das zu einem Gewaltausbruch führen da der Kit der die Gesellschaft zusammenhält rieselt, bröckelt und schmilzt wie Schnee in der warmen Sonne und nichts ist in Sicht oder kommt nach. Wozu sind Politiker eigentlich da wenn sie das zulassen und gar noch befördern?

Mehr aus dem Raum Halle und Leipzig

Mehr aus Sachsen-Anhalt