Nach Warnstreiks bei Tiefkühl-Produzenten Mehr Lohn für Beschäftigte von Aryzta in Eisleben und Nordhausen

Der Tiefkühlwaren-Hersteller Aryzta zahlt vielen seiner Angestellten in Eisleben und Nordhausen künftig höhere Löhne. Darauf einigten sich die Gewerkschaft NGG und die Firma nach mehreren Warnstreiks an den mitteldeutschen Standorten. Die NGG spricht von einem "bahnbrechenden Tarifabschluss".

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Mit mehreren Warnstreiks bei Aryzta in Eisleben hatten die Angestellten Druck auf ihren Arbeitgeber gemacht. (Archivfoto) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach mehreren Warnstreiks an den mitteldeutschen Standorten Eisleben und Nordhausen haben sich die Firma Aryzta und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf einen neuen Tarifabschluss geeinigt. Der Tiefkühl-Produzent wird nach Angaben der NGG 800 Beschäftigten in Eisleben und Nordhausen künftig deutlich höhere Löhne zahlen.

Unterste Lohngruppe bei Aryzta wird deutlich angehoben

Demnach wird die unterste Lohngruppe bei Aryzta bis zum 1. Januar 2024 auf 13 Euro steigen. Das ist laut NGG über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren eine Erhöhung von 20,4 Prozent. Bislang lag die unterste Tarifgruppe bei Aryzta bei einem Stundenlohn von 10,08 Euro.

Aryzta: eines der größten Bäckereiunternehmen der Welt

In den mitteldeutschen Aryzta-Werken arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte, davon 160 in Nordhausen und ca.1.500 in Eisleben. In den Betrieben werden Tiefkühlbackwaren für verschiedene Handelsketten sowie die Gastronomie und Bäckereien produziert. Der Konzern ist nach eigenen Angaben mit 53 Großbäckereien in 29 Ländern und weltweit etwa 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines der größten Bäckereiunternehmen der Welt und europäischer Marktführer für Tiefkühlbackwaren. In Deutschland arbeiten mehr als 3.000 Menschen für Aryzta und produzieren 5.000 verschiedene Backartikel. Täglich werden nach Angaben des Unternehmens 10 bis 15 Millionen Produkte hergestellt. In den alten Bundesländern gibt es den Standort in Gerolzhofen (Bayern).

Tiefkühl-Backwaren-Hersteller Für höhere Löhne: Warnstreik bei Aryzta in Eisleben

Warnstreik bei Aryzta Eisleben
Ein Warnstreik beim Tiefkühl-Backwaren-Hersteller Aryzta hat am Dienstag Teile der Produktion in Eisleben lahmgelegt. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Warnstreik bei Aryzta Eisleben
Ein Warnstreik beim Tiefkühl-Backwaren-Hersteller Aryzta hat am Dienstag Teile der Produktion in Eisleben lahmgelegt. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Warnstreik bei Aryzta Eisleben
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte die Nacht- und Frühschicht aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Warnstreik bei Aryzta Eisleben
Laut NGG beteiligten sich mehr als 200 Beschäftigte aus drei Werken an dem Ausstand. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Warnstreik bei Aryzta Eisleben
Mit dem Warnstreik wollen die Beschäftigten höhere Löhne durchsetzen. Sie fordern mindestens 13 Euro pro Stunde. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Warnstreik bei Aryzta Eisleben
Bislang erhalten die meisten von ihnen 10,81 Euro. Sie verweisen darauf, dass in den Standorten in den westlichen Bundesländern mehr gezahlt werde. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Das Werksgelände von Aryzta in Eisleben
Nach Angaben von Gewerkschaftssprecher Karsten Thies ist eine Reaktion der Aryzta-Geschäftsführung bislang ausgeblieben. Er schließt daher weitere Aktionen nicht aus. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
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Jörg Most, Geschäftsführer der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau, nannte die Einigung einen "bahnbrechenden Tarifabschluss". Man sei bei den Warnstreiks mit dem Ziel angetreten, keinen Lohn mehr unter 13 Euro in der Stunde zu akzeptieren. Dieses Ziel habe man jetzt durchgesetzt.

Der Gewerkschafter sagte weiter: "Diesen Tarifabschluss haben sich die Beschäftigten in Eisleben und Nordhausen selbst erkämpft. Sie können darauf sehr stolz sein. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit sollten mehr Schule machen. Auf den Streiks ist deutlich geworden: Es muss endlich Schluss gemacht werden mit dem Niedriglohnstandort Ost! Kämpfen lohnt sich, das ist die Botschaft!"

MDR/Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 20. August 2021 | 12:30 Uhr

1 Kommentar

DanielSBK vor 14 Wochen

Gut so!

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