Fördermittel Mansfeld-Südharz: 15,6 Millionen Euro für Strukturwandel

In Sachsen-Anhalt fließen die ersten größeren Fördersummen für den Strukturwandel nach Mansfeld-Südharz. Am Mittwoch gab es einen symbolischen Scheck über 15,6 Millionen Euro. Mit dem Geld soll der Industrie- und Gewerbestandort um das Tagebauareal Amsdorf der Romonta GmbH aufgewertet werden.

Das Braunkohlebergbau- und Kohlechemie-Unternehmen Romonta Amsdorf im Landkreis Mansfeld-Südharz
Die Fördermittel sollen in den Gewerbestandort rund um das Tagebaugebiet der Romonta bei Amsdorf fließen. (Archivbild) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

In Sachen Strukturwandel fließen in Sachsen-Anhalt die ersten größeren Fördersummen in den Landkreis Mansfeld-Südharz. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) übergab am Mittwochnachmittag einen symbolischen Scheck über 15,6 Millionen Euro. Landrat André Schröder sagte, damit starte nun die konkrete Umsetzungsphase des Masterplans zum Strukturwandel.

Strukturwandel: Das soll mit dem Geld passieren

Das Geld soll Landrat Schröder zufolge in den Industrie- und Gewerbestandort rund um das Tagebauareal der Romonta fließen. Das Gebiet soll im Zuge des Struktwandels erweitert und aufgewertet werden.

Konkret soll mit dem Geld eine Industriestraße durch das Bergbaugebiet bei Amsdorf ausgebaut werden. Dort wird von Romonta seit mehr als 100 Jahren Braunkohle gefördert, allerdings nicht vorrangig zum Verheizen. Vielmehr wird Montanwachs gewonnen und weltweit vermarktet. Diese stoffliche Verwertung soll auch noch einige Jahrzehnte funktionieren.

Außerdem ist geplant, in der Region ein Zentrum für Recycling aufzubauen. Geplant ist dafür eine bessere Verkehrsanbindung über die vorhandene Industriestraße Richtung Stedten.  

Millioneninvestitionen in Sachsen-Anhalts Kohlerevier

Insgesamt hat Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr für Investitionen im Braunkohlerevier im Süden von Sachsen-Anhalt 73 Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Das Geld fließt dem Wirtschaftsministerium zufolge in Neuansiedlungen und Erweiterungen von Unternehmen.

Damit sollen die rund 1.400 vom Kohleausstieg betroffenen Arbeitsplätze gesichert werden. Zudem sollen rund 700 neue Arbeitsplätze entstehen. Um den Strukturwandel in der Region nach dem Kohleausstieg zu gestalten, stellt der Bund für die kommenden Jahre insgesamt fast fünf Milliarden Euro bereit.

MDR (Theo M. Lies, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Dezember 2021 | 09:00 Uhr

5 Kommentare

W.Merseburger vor 8 Wochen

Ich denke hier wird am Thema deutlich vorbei diskutiert. In Amsdorf wird Montanwachs aus Braunkohle gewonnen. Das Werk soll der weltweit grösste Hersteller dieses Grundstoffes sein. Es wird eingeschätzt, dass die Produktion von Montanwachs über einen längeren Zeitraum erfolgen wird. Das Problem unserer Hysterie ist nun. Hier darf die vorhandene Braunkohle nicht zur technisch bedingten Energieerzeugung zukünftig eingesetzt werden. Deshalb wird ein Kraftwerk auf Basis von CO2 neutralen Brennstoffen errichtet und dadurch die Prozessenergie zur Produktion von Montanwachs erzeugt.

Eulenspiegel vor 8 Wochen

Also das einzige was immer bleiben wird das ist der Wandel.
Wenn ich also lese das durch den Strukturwandel 20 000 Arbeitsplätze wegfallen.
Also ich lebe im Ruhrgebiet. Da sind durch den Strukturwandel allein in Dortmund durch Wegfall von Kohle und Stahl etwa 20 000 Arbeitsplätze platt gegangen. Wir leben in einer Zeit in der Fachkräfte Mangelwahre sind. Und die Braunkohle wäre ja sowieso bald alle.

klarimkopf vor 8 Wochen

Da werden über Jahrzehnte gewachsene und hunderte Millionen werte Industriestrukturen einfach aufgegeben. Da sind diese lächerlichen 15,7 Millionen nicht mehr als ein Trostpflaster für den Verlust und neue Arbeitslosigkeit, aber nie ausreichend für eine neue Zukunft.

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