War es nur ein Streich? Angeblich vermisster Junge in Eisleben: Fahndung nach jugendlichem Zeugen läuft noch

Die Polizei sucht immer noch nach dem Jugendlichen, der am Montag von einem Unglück im ehemaligen Bergbau-Krankenhaus Eisleben berichtet hatte. Seinetwegen hatte es einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz gegeben. Der angeblich verletzte Freund wurde nicht gefunden.

Lutherstadt Eisleben Am ehemaligen Bergmannskrankenhaus, welches abgerissen wird, soll ein Jugendlicher verschüttet worden sein, Polizei Feuerwehr und rettungskräfte suchen den Verschütteten, Suchhunde des DRK Menschensuchhunde Leichenspürhunde haben mehrfach an der selben Stelle angeschlagen.
Am Montag gab es einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz in einem abrissreifen Krankenhaus in der Lutherstadt Eisleben. Bildrechte: IMAGO/Steffen Schellhorn

Die Öffentlichkeitsfahndung nach dem Jugendlichen, der am Montag in Eisleben seinen Freund als verletzt gemeldet hatte, läuft weiter. Das bestätigte die Polizei MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag. Der 13- bis 15-Jährige hatte im abrissreifen ehemaligen Bergbau-Krankenhaus einem Mitarbeiter der Baustelle aufgeregt von seinem Freund erzählt. Dann war er weggerannt.

Die Polizei Eisleben bittet um Hinweise zum "hinweisgebenden Jugendlichen". Eventuell habe er sich mittlerweile einem Elternteil anvertraut. Man wolle ausschließen, dass sein mutmaßlicher Freund in Gefahr sei.

Möglicherweise "Dumme-Jungen-Streich"

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Trotz intensiver Suche fanden die Einsatzkräfte niemanden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine Vermisstenmeldung, die auf den möglicherweise vermissten Jungen passe, gibt es laut Pressesprecherin des Polizeireviers, Stefanie Elste, nicht. Bisher hätten sich nur Zeugen gemeldet, die einen weinenden Jungen weglaufen gesehen haben.

"Es kann sein, dass es sich um einen Streich handelt, das können wir mit dem jetzigen Kenntnisstand nicht ausschließen", so die Pressesprecherin. Es gebe zu viele Eventualitäten. Vielleicht habe sich tatsächlich ein Freund verletzt, der aber in der Lage gewesen sei, wegzulaufen.

Die Fahndungsmeldung der Polizei "Heute Morgen (Montag, 4.7.22) teilte gegen 7 Uhr ein augenscheinlich sehr aufgeregter 13- bis 15-jähriger Junge einem Mitarbeiter einer Baustelle mit, dass sein Freund im Bergbau-Krankenhaus verschüttet wurde und nun verletzt sei.

Danach rannte dieser von der Kasseler Straße in Richtung Breiter Weg weg. Seitdem suchen die eingesetzten Kräfte intensiv nach einer möglicherweise verletzten Person im "Bergbau-Krankenhaus", sowie im Umkreis.

Die Polizei bittet nun um Mithilfe bei der Suche nach dem hinweisgebenden Jugendlichen. Weiterhin bittet die Polizei um Hinweise, ob ein Kind/Jugendlicher vermisst wird.

Hinweise zum gegenwärtigen Aufenthalt des Zeugen, sowie zu einer möglichweise vermissten Person richten Sie bitte an das Polizeirevier Mansfeld-Südharz, Telefon 03475/670-293, oder jede andere Polizeidienststelle."

Trümmerhunde im Einsatz

Am Montag hatten Polizei, THW und Feuerwehr bis 21 Uhr mit Wärmebildkameras und Spürhunden die Baustelle abgesucht. Mit Plänen und Grundrissen, auf denen auch die Kellerräume verzeichnet sind, wurde den ganzen Tag das komplette Objekt auf den Kopf gestellt. Die Personensuchhunde hatten laut Polizei immer an derselben Stelle angeschlagen – dort, wo sich aus Schutt ein Trichter gebildet hatte. "Da wurde alles abgetragen und angeschaut", so die Polizeisprecherin.

Lutherstadt Eisleben Am ehemaligen Bergmannskrankenhaus, welches abgerissen wird, soll ein Jugendlicher verschüttet worden sein, Polizei Feuerwehr und rettungskräfte suchen den Verschütteten, Suchhunde des DRK Menschensuchhunde Leichenspürhunde haben mehrfach an der selben Stelle angeschlagen.
Für die Suche am Montag wurden auch Spürhunde eingesetzt. Bildrechte: IMAGO/Steffen Schellhorn

Eine mögliche Erklärung sei, dass sich an der Stelle zu viele Gerüche überlagert hatten. "Da waren unzählige Rettungskräfte, an der Stelle sind unglaublich viele Gerüche entstanden. Wir haben an der Stelle nichts gefunden." Im Einsatz waren Trümmerhunde, die menschliches Gewebe unter Trümmern riechen können. "Die Rettungskräfte hätte die Suchmaßnahmen nie eingestellt, wenn noch der geringste Verdacht gewesen wäre", so Pressesprecherin Elste. Am Ende blieben jedoch Fragezeichen und ein mulmiges Gefühl.

MDR (Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Juli 2022 | 15:30 Uhr

1 Kommentar

Anni22 vor 4 Wochen

Denke mal das war ein blöder Scherz. Denn der Freund müsste ja auch mal vermisst werden, wenn er tatsächlich abhanden gekommen ist.

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