Wegen vieler Mängel Landesschulamt lehnt freie Schule in Siersleben ab

In Siersleben wird es auf Beschluss des Landesschulamtes zum neuen Schuljahr keine freie Schule geben. Die Behörde lehnte den Antrag wegen vieler Mängel ab und stellte auch dem Lernkonzept keine guten Noten aus. Der Trägerverein will nun das Projekt neu strukturieren.

Finger weg von unserer Schule - warnt ein pinkes Plakat an einer Toreinfahrt.
Die Proteste von Schülern und Eltern in Siersleben haben nichts genutzt. Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu

Enttäuschende Nachrichten für Eltern und Kinder in Siersleben, einem Ortsteil von Gerbstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz: In dem Ort wird es ab dem kommenden Schuljahr keine freie Schule geben. Das Landesschulamt hat den Antrag am Montag per Brief abgelehnt. Die Elterninitiative hatte lange dafür gekämpft und gearbeitet: 30 Kinder sollten zum nächsten Schulstart trotz Schließung der hiesigen Grundschule weiter im Ort lernen können. Daraus wird vorerst nichts.

Landesschulamt lässt Lernkonzept durchfallen

Das Landesschulamt hat den Antrag auf das Betreiben als Privatschule wegen vieler Mängel nach den Prüfkriterien abgelehnt. Auch das Lernkonzept "Bewegte Schule" ist bei der Behörde durchgefallen. Doch geschlagen geben wolle man sich damit nicht, sagte der Sprecher des Trägervereins, Jens Örtel, MDR SACHSEN-ANHALT. Das Projekt, eine private Schule in Siersleben zu gründen, werde weiter verfolgt. Es solle nun neu strukturiert werden.

Vor einem Jahr: Rettung in letzter Sekunde

Erst Ende August 2020 hatte das Verwaltungsgericht Halle entschieden, dass die Schule – vorerst – geöffnet bleibt. Eigentlich sollte sie nach den Sommerferien geschlossen werden. Endgültig war die Entscheidung jedoch nicht. Eine Mutter sagte damals: "Das ist ein Etappensieg. Wir müssen weiter kämpfen. Das wird nicht das Ende sein. Wir werden alles daran setzen, zu zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, die Schule zu erhalten."

MDR/Cornelia Müller, Gero Hirschelman

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. Juni 2021 | 12:30 Uhr

2 Kommentare

Steffen 1978 vor 5 Wochen

Die einzig richtige Entscheidung des Landesschulamtes, die Stadt Gerbstedt muss alles daran setzen die zwei verbliebenen und im besten Zustand befindlichen Schulen zu erhalten und weiter zu modernisieren und nicht Steuergelder in ein vom Sanierungsstau betroffenen Gebäude verbrennen

ule vor 5 Wochen

Auf einer anderen Seite hier beim MDR wird die Frage aufgeworfen, warum das Land an Einwohner verliert.
Eine Antwort darauf gibt der hiesige Artikel.
Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, auch im Schulsystem sollen unterbunden, zumindest aber behindert werden.
Da kommen keine Heimatgefühle auf, wenn man aus der Ferne, wenn man dann zentral gesteuert wird.

> Stirbt die Schule am Ort, dann stirbt die ganze Gemeinde <

Auch Abwanderung hat seine Ursache.

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