Nach Festnahme IS-Anhängerin aus Sangerhausen sitzt in Halle in Untersuchungshaft

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland sitzt die IS-Anhängerin Leonora M. aus Sangerhausen in Halle in Untersuchungshaft. Sie war am Wochenende mit anderen IS-Frauen und Kindern aus Nordsyrien nach Deutschland geflogen und auf dem Flughafen Frankfurt festgenommen worden.

Die IS-Anhängerin Leonora M. aus Sangerhausen ist nach Ihrer Rückkehr aus Syrien in Untersuchungshaft genommen worden. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT, wurde die 21-Jährige in das Gefängnis "Roter Ochse" nach Halle gebracht.

Der Generalbundesanwalt wirft ihr unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstoß gegen das Waffengesetz vor.

Die Frau war am Sonntag bei der Einreise nach Deutschland am Frankfurter Flughafen von Ermittlerinnen und Ermittlern des LKA Sachsen-Anhalt festgenommen worden. Das hatte der Generalbundesanwalt mitgeteilt.

Die 21-Jährige, zwei weitere Frauen und zwölf Kindern waren aus einem Gefangenenlager in Nordsyrien nach Deutschland geflogen worden. Laut Recherchen des SWR sollen die Personen bereits am Samstag von Vertretern der kurdischen Selbstverwaltung an eine Delegation des Auswärtigen Amts übergeben worden sein.

Collage von Maik Messing und seiner Tochter Leonora 5 min
Bildrechte: AFP, NDR, MDR, Fabian Frenzel, Florian Leue

Do 19.09.2019 19:00Uhr 04:48 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/burgenland/video-338868.html

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Rückführung hat sich wegen Corona-Pandemie verzögert

Bei den anderen beiden IS-Anhängerinnen handelt es sich um die 24-jährige Merve A. aus Hamburg sowie um Yasmin A. aus Bonn. Laut Behörden gibt es für die Rückführung humanitäre Gründe. Viele Kinder seien Waisen oder lebensbedrohlich geschwächt.

Lange hatte die Bundesregierung eine direkte Rückführung gefangener Deutscher unter Verweis auf die politische Lage in Syrien abgelehnt. Die aktuelle Rückführung war den Berichten zufolge schon lange geplant gewesen, habe sich aber wegen der Corona-Pandemie und Verhandlungen mit der kurdischen Seite verzögert. 

Vorwurf: Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Leonora M. war 2015 als 15-Jährige aus Sangerhausen nach Syrien gegangen und hatte sich dem Islamischen Staat angeschlossen. In der IS-Hochburg Rakka wurde sie demnach zur Drittfrau von Martin L., der als einer von wenigen Deutschen dem IS-Geheimdienst angehörte.

Ihr wird außerdem vorgeworfen, in einem Krankenhaus des Islamischen Staat als Pflegekraft gearbeitet zu haben. Zeitweise sollen sie in ihrer Wohnung eine jesidische Frau als Sklavin gehalten und diese schließlich weiterverkauft haben.

Quelle: MDR/aso,jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. Dezember 2020 | 07:00 Uhr

23 Kommentare

Grinch vor 50 Wochen

@Dachs. Da gebe ich Ihnen recht. Von mir aus hätte man die Kinder nach Deutschland holen können, in der Hoffnung, dass die noch nicht auf diesen Wahnsinn getrimmt wurden. Oma u. Opa könnten ja eventuell, wenn sie noch Gesundheitlich dazu in der Lage sind, ihre beiden Enkel aufnehmen und ihnen ein besseres Leben schenken und ihnen zeigen, dass man nicht Krieg spielen muss um besser zu leben.
Aber die Mutter, ganz ehrlich, die hätte dort ihre Strafe absitzen müssen. Letztendlich sagt sie, dass sie es bereut und 2 oder 3 Jahre später jagt sie sich auf irgendeinem Weihnachtsmarkt in die Luft. Menschen ändern sich nicht. Und es hatte für sie sicher Gründe warum sie sich dem IS angehangen hat. Und diese hat sie mit Sicherheit noch immer. Die wird hier auf Jugendstrafrecht verurteilt und das war es. Mit 15 Jahren ist man sehr wohl gescheit genug um zu wissen was man tut. Soetwas sollte nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden oder wie gesagt, am besten dort wo die Taten verübt wurden.

Dachs vor 50 Wochen

Um eine vollständige und umfassende Ermittlung von Straftaten zu sichern sollten meiner Meinung nach Straftäter auch dort bestraft und verurteilt werden wo die Straftaten begangen wurden. In einer derart angespannten Lage ist es für mich unverantwortlich Straftäter welchen man nie alle Straftaten wird nachweisen können zu den in Deutschland ja schon vorhandenen Gefahrenpotenzial nach Deutschland zu holen. Der dumme deutsche Michel soll möglichst trotz einer Infektion mit Corona die finanzielle Grundlage schaffen nur um egoistische Politiker zufrieden zu stellen und um einem ungelernten, teuren und teils gesellschaftlich gefährlichem Klientel den Aufenthalt zu ermöglichen.

Anita L. vor 50 Wochen

Aha, Lockdown ist für Sie "einkasteln", also Einsperren? Ich halte den Laden am Laufen, bin aber nicht "eingekastelt", fühle mich zwar etwas eingeschränkt, aber das liegt am Virus, der die Maßnahmen erforderlich macht.
Außerdem erkenne ich keinen Zusammenhang zwischen den Coronamaßnahmen und der Rückholaktion, außer dass letztere durch Corona verzögert wurde, was ich als schlimm für die zwölf Kinder empfinde, die davon betroffen waren.

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