Nach jahrelangem Leerstand Goldener Saal im Neuen Schloss Sangerhausen wird saniert

Im Goldenen Saal des ehemaligen Neuen Schlosses in Sangerhausen haben die Bauarbeiten begonnen. Nach vielen Jahren des Leerstands soll hier ein moderner Veranstaltungssaal entstehen, in dem auch der Stadtrat tagen wird. Goldenes wird es aber trotz des Namens nicht mehr geben.

Das Amtsgericht in Sangerhausen.
Im Südflügel des heutigen Amtsgerichts (Bild) befindet sich der Goldene Saal. Bildrechte: dpa

Seit Jahrzehnten ist das Projekt im Gespräch, jetzt wird tatsächlich gebaut: Sangerhausen bekommt einen neuen Veranstaltungssaal direkt in der Innenstadt, in dem auch der Stadtrat tagen soll. Dafür wird der sogenannte Goldene Saal des ehemaligen Neuen Schlosses saniert. Sein Name stammt wahrscheinlich von den goldenen Rahmen der Bilder, die früher an den Stuck-Wänden hingen. Er steht seit Jahren leer.

"Im Obergeschoss des Südflügels entsteht ein moderner Veranstaltungssaal, Goldenes wird es dort nicht geben, golden bleibt nur der Name. Die wenigen noch sichtbaren historischen Bauteile und Gestaltungselemente werden behutsam gesichert oder als moderne Zitate neu hergestellt", sagte Sangerhausens Pressesprecherin Marina Becker.

Goldener Saal Sangerhausen - leerer Saal mit sichtbarem Dachgebälk
Im Obergeschoss muss die bisherige Holzbalkendecke durch eine stabilere Ziegeldecke ersetzt werden. Bildrechte: Stadt Sangerhausen

Oben Saal, unten Garderobe und Toiletten

Zur Verstärkung des historischen Gebäudes muss nach Angaben der Stadt die bisherige Holzbalkendecke auf dem Obergeschoss durch eine Ziegeldecke mit Aufbaubeton ersetzt werden. Anschließend soll der Saal dem historischen Vorbild entsprechend ein schlichtes Deckengewölbe erhalten. Auch stark geschädigtes Außenmauerwerk muss demnach ersetzt werden.

Im Erdgeschoss sollen Garderobe und Toilettenräume entstehen, zudem soll ein Fahrstuhl eingebaut werden. "Der versteckt liegende, ehemalige Gefängnisturm an der Ostseite des Goldenen Saals wird Technik- und Serviceräume aufnehmen", sagte die Stadtsprecherin weiter. Der Eingang soll barrierefrei werden.

Goldener Saal Sangerhausen - Außenansicht hinter Bauzaun
Teile des äußeren Mauerwerks vom Neuen Schloss in Sangerhausen müssen im Zuge der Sanierung ersetzt werden. Bildrechte: Stadt Sangerhausen

Fertigstellung für 2023 geplant

Das Neue Schloss in Sangerhausen steht direkt am Markt gegenüber dem Alten Rathaus. Es ist ein dreigeschossiger Renaissancebau, in dem sich heute das Amtsgericht befindet. Im Innenhof und mit Blick auf das Neue Rathaus liegt der Gebäudeteil mit dem Goldenen Saal. Er schließt direkt an das Neue Rathaus an, in das die Verwaltung 2002 eingezogen war – schon damals mit dem Gedanken, dass im Goldenen Saal irgendwann der Stadtrat tagen könnte. Seit Jahren hält der Stadtrat seine Sitzungen in der Aula einer Grundschule ab.

Vom Start der konkreten Planungen bis zum Baubeginn waren mehr als zwei Jahre vergangen. Insgesamt soll das Projekt 4,4 Millionen Euro kosten, wovon 80 Prozent aus der Förderung von Bund und Land finanziert werden. 20 Prozent muss Sangerhausen selbst aufbringen. Momentan geht die Stadt davon aus, dass Mitte 2023 die ersten Sitzungen und Veranstaltungen in der "multifunktionalen Begegnungsstätte" stattfinden werden.

Das Neue Schloss von Sangerhausen

Das Neue Schloss Sangerhausen wurde von 1616 bis 1622 auf Veranlassung des Dresdner Hofes erbaut. Der dreigeschossige Renaissancebau prägt eindrucksvoll das Südost-Ende des Marktplatzes. Der Westflügel stammt aus dem Jahr 1586.

Von 1711 bis 1736 war das Neue Schloss Nebenresidenz von Herzog Carl Christian von Sachsen-Weißenfels. Die 1731 erbaute Schlosskapelle wurde 1830 aufgegeben und abgebrochen.

Quelle: Rosenstadt Sangerhausen GmbH

MDR/Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 28. Oktober 2021 | 10:30 Uhr

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