Fragen und Antworten zur Grube Teutschenthal


Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Grube Teutschenthal?

Nach einem Gerichtsurteil hat der Betreiber der Grube Teutschenthal das umstrittene Freilager im August 2019 geräumt. Das gab das Wirtschaftsministerium bekannt. Auf dem Gelände des Freilagers waren Industrieabfälle gesammelt und verarbeitet worden, bevor sie in der Grube unter Tage eingelagert wurden. Der Betreiber war bereits vor 15 Jahren aufgefordert worden, eine Lagerhalle für die Abfälle zu bauen.


Ist die Grube Teutschenthal als Endlager für Atommüll im Gespräch?

Einen Zeitungsbericht, wonach die Grube Teutschenthal zum Endlager für schwach radioaktive Abfälle werden könnte, wies das Wirtschaftsministerium von Sachsen-Anhalt zurück. Demnach dürfen radioaktive Abfälle nach geltender Rechtslage ausschließlich in dafür genehmigten Endlagern des Bundes entsorgt werden. Derzeit gebe es weder einen Antrag noch eine Genehmigung, derartige Abfälle für den Versatz in der Grube Teutschenthal zu verwenden.


Geht von dem Gestank der Grube eine Gefahr für die Gesundheit aus?

Auch wenn sich Anwohner seit langem über massiven Gestank durch die Grube und Gesundheitsprobleme beklagen, wurde vom zuständigen Ministerium keine Gefährdung festgestellt. Um die Geruchsbildung zu bekämpfen, war vom Betreiber unter anderem ein Ammoniakwäscher installiert worden. Mithilfe der technischen Anlage wird Ammoniak aus den Abfällen gefiltert, bevor diese verfüllt werden.


Wer ist für die Verfüllung der Grube zuständig und was wird verfüllt?

Die Verfüllung hat die Firma "Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG" (GTS) übernommen. Sie lagert in dem ehemaligen Bergwerk Abfälle ein, die wegen ihrer Schadstoffe nicht oberirdisch gelagert werden können. Dazu gehören Aschen und Schlacken aus Verbrennungsanlagen, aber auch kontaminierte Bau- und Industrieabfälle. Lkw mit Gefahrgutschildern bringen hunderte Tonnen Abfall pro Tag zur Grube.


Was ist die Grube Teutschenthal und warum wird sie verfüllt?

Die Grube Teutschenthal ist ein Kali- und Steinsalzbergwerk, das bis 1982 betrieben wurde – in 700 Metern Tiefe auf 14 Quadratkilometern. Die Grube ist einsturzgefährdet. 1996 gab es einen Gebirgsschlag, der im Umkreis von rund 100 Kilometern zu spüren war. Seit vielen Jahren wird sie deshalb mit Müll verfüllt.

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