Saalekreis Kein Atommüll-Endlager in Grube Teutschenthal

Erst Gestank und nun ein Endlager für Atommüll? Die Grube in Teutschenthal bereitet den Anwohnern viel Kummer. Doch zumindest beim Thema radioaktive Abfälle gibt es Entwarnung.

Betriebsgelände mit Förderturm
Die Grube Teutschenthal sorgt immer wieder für Schlagzeilen. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Wirtschaftsministerium von Sachsen-Anhalt hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach in der Grube Teutschenthal möglicherweise radioaktive Abfälle eingelagert werden sollen. Ministeriumssprecher Matthias Stoffregen sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag in Magdeburg, radioaktive Abfälle dürften nach geltender Rechtslage ausschließlich in dafür genehmigten Endlagern des Bundes entsorgt werden. Außerdem müsse die Einlagerung auch von der Versatzverordnung gedeckt sein.

"Es gibt weder einen Antrag noch eine Genehmigung, derartige Abfälle für den Versatz in der Grube Teutschenthal zu verwenden," so Stoffregen weiter. Man beobachte sehr genau den laufenden Prozess zur geplanten Novellierung der Strahlenschutzverordnung. Allerdings sehe auch diese nicht vor, radioaktive Abfälle in Versatzbergwerke einzubringen. Dafür in Frage käme allenfalls nicht-radioaktiver Bauschutt aus kerntechnischen Anlagen, der nicht unter die Strahlenschutzverordnung oder das Atomrecht falle.

Endlager für belasteten  Bauschutt?

Die Städtische Zeitung aus Halle hatte am Sonntag berichtet, die Grube Teutschenthal könnte zum Endlager für schwach radioaktiv belasteten Bauschutt und andere feste Stoffe werden. Die Zeitung bezog sich auf einen Brief des Betreibers des stillgelegten Bergwerkes, die Bergwerkssicherungsgesellschaft GTS, an das Bundesumweltministerium in Berlin. Darin soll sich GTS-Geschäftsführer Hans-Jürgen Schmidt dafür eingesetzt haben, dass diese Stoffe künftig in Versatzbergwerken wie Teutschenthal gelagert werden können. Von Seiten der GTS war am Dienstag keine Stellungnahme zu bekommen.

400 Beschwerden wegen Gestanks

Wirtschaftsminister Armin Willingmann
Wirtschaftsminister Armin Willingmann Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Grube in Teutschenthal sorgte zuletzt immer wieder mit unangenehmen Gerüchen für Schlagzeilen. Seit mehreren Jahren wird die alte Grube mit Industrieabfällen gefüllt. Nach Angaben des Landesamtes für Geologie und Bergwesen sind seit dem Sommer etwa 400 Beschwerden von Einwohnern wegen des Gestanks eingegangen. Deswegen hat sich nun auch der Landtag mit der Grube im Saalekreis beschäftigt.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann versprach, dass an einer Lösung gearbeitet werde. Sollte sich die Situation in einem Monat nicht bessern, schließt aber auch er einen Einlagerungsstopp nicht aus. Er und Ministerpräsident Reiner Haseloff verwiesen jedoch darauf, dass die Befüllung der Grube zur Sicherung der gesamten Flächen auch des bewohnten Raums dient. Wegen der Geruchsbelästigungen in Teutschenthal soll es zunächst vor Ort Messungen und Analysen von Experten geben.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. Dezember 2018 | 20:00 Uhr

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