Nach schweren Vorwürfen Kita in Teutschenthal: Eltern starten Petition für suspendierte Erzieherin

In einer Kita in Teutschenthal sind mehrere Erzieherinnen nach schweren Vorwürfen suspendiert worden. Doch bei einigen Eltern regt sich Widerstand gegen die Maßnahme. In einer Petition wird jetzt gefordert, zumindest eine der Frauen ihre Arbeit wieder aufnehmen zu lassen.

Bunte Strümpfe einer Kindergartengruppe
Die Eltern einer Kita in Teutschenthal machen sich für eine suspendierte Erzieherin stark. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Plusphoto

Überraschende Entwicklung in Teutschenthal: Nachdem in einer Kita sechs Erzieherinnen wegen schwerer Vorwürfe suspendiert worden waren, regt sich nun Widerstand bei den Eltern. Zuvor war bekannt geworden, dass die Mitarbeiterinnen unter anderem bezichtigt werden, auf Arbeit Alkohol getrunken zu haben.

In der Freistellung an eine Mitarbeiterin, die MDR SACHSEN-ANHALT vorliegt, wurden weitere Vorwürfe aufgelistet. So soll es zur "Verletzung der Aufsichtspflicht insbesondere während der Schlafwache", zur "Kindeswohlgefährdung durch brutales 'Stopfen' von Kindern in einen Kinderstuhl" und zur "Verletzung des Hygieneplans" gekommen sein.

Trotzdem hat jetzt eine Mutter eine Petition gestartet. Darin wird gefordert, dass zumindest eine der Frauen in die Kita zurückkehrt. Marion E. solle "als Erzieherin unserer Kinder" ihren Dienst wieder aufnehmen. Stand Donnerstag 10 Uhr haben knapp 175 Personen den Aufruf unterschrieben, davon circa 115 direkt aus Teutschenthal.

Eltern: Wichtige Bezugsperson ist weggebrochen

In der Petition heißt es unter anderem: "Von einem Tag auf den anderen wurden unsere Kinder nicht mehr von Marion E., als eine ihnen vertraute und gemochte Person, betreut." Für die Kleinen sei damit plötzlich eine "wichtige Bezugsperson weggebrochen, welche schmerzlich vermisst" werde.

Über viele Jahre habe Marion E. die Kinder herzlich umsorgt. Sie hätten sich bei ihr wohlgefühlt. In der Begründung für die Petition ist weiter zu lesen: "Wir als Eltern gaben sie mit ruhigem Gewissen in ihre Hände und würden dies auch gerne weiterhin tun."

Zwei Erzieherinnen schon entlastet

Bei der Leiterin der Kita und ihrer Stellvertreterin hatte sich der Verdacht, sie seien im Dienst betrunken gewesen, nicht bestätigt. Die Kita-Leiterin soll laut eines Elternbriefs aber mittlerweile ihr Amt aus persönlichen Gründen abgegeben haben.

Teutschenthals Bürgermeister Tilo Eigendorf (UBV - Unabhängige Bürgervereinigung Teutschenthal) hatte schon vorher eine "lückenlose Aufklärung" der Vorfälle angekündigt. Eine mögliche strafrechtliche Relevanz wird nach Angaben der Gemeinde einer gesonderten Überprüfung unterzogen. Auch das Jugendamt des Saalekreises setzt seine Prüfungen fort.

MDR/Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 24. Juni 2021 | 12:30 Uhr

2 Kommentare

MDR-Team vor 4 Wochen

Wir haben über diese Petition berichtet, weil sie in Zusammenhang mit einem relevanten Thema in Sachsen-Anhalt steht. Über die Petition der Bürgerinnen und Bürger in Suhl entscheiden die Kolleginnen und Kollegen von MDR THÜRINGEN.

Brigitte Schmidt vor 4 Wochen

An dieser Stelle eine ernstgemeinte Frage zur Vorgehensweise:
Nach welchen Kriterien werden Links zu Petitionen, über die der mdr berichtet, veröffentlicht oder eben nicht veröffentlicht?
Praktisches Gegenbeispiel ist die Petition der Bürger von Suhl wegen, na sie wissen schon...

Vielleicht muß der Unterschied zwischen mdr Thüringen und mdr Sachsen-Anhalt als Erklärung dienen?
Würde mir aber nicht einleuchten.

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