Medizinisches Cannabis Erste Cannabis-Lieferungen aus Leuna an den Bund

Die erste Charge Cannabis aus Leuna ist an den Bund geliefert worden. In Leuna produziert ein Unternehmen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen die Blüten für den medizinischen Gebrauch.

Axel Gille, Präsident von Aurora Europe, begutachtet Cannabispflanzen in einem Blütenraum der Produktion im Chemiepark Leuna.
Über vier Jahre müssen drei Unternehmen zehn Tonnen Cannabis produzieren. Bildrechte: dpa

Ein Pharmaunternehmen aus Leuna hat erstes medizinisches Cannabis an die Deutsche Cannabisagentur ausgeliefert. Der Präsident der Firma Aurora, Axel Gille, sagte, man wolle pro Jahr nun etwa eine Tonne Cannabisblüten produzieren.

Aurora produziert im Chemiepark Leuna und ist eines von drei Unternehmen, die im Auftrag des Staates Cannabis herstellen. Das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte 2019 entsprechende Aufträge vergeben. Die anderen Firmen produzieren in Sachsen und Schleswig-Holstein. Auch die Firma im sächsischen Ebersbach hat kürzlich zum ersten Mal an den Bund geliefert.

Zehn Tonnen Cannabis über vier Jahre

Laut Ausschreibung des BfArM müssen Aurora sowie die zwei anderen Cannabis-Produzenten innerhalb von vier Jahren etwa zehn Tonnen Cannabis herstellen, also etwa 2,6 Tonnen pro Jahr. Der Bedarf von medizinischem Cannabis liegt laut Gille zwischen sechs und acht Tonnen. Deutschland beziehe den Rest aus Kanada und Dänemark. In Kanada sitzt auch der Mutterkonzern der Aurora Europe GmbH.

Produktion aufwendig

Die Produktion auf 3.600 Quadratmetern in Leuna wird streng bewacht. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Aufzucht der Hanfsorte "Sweet Island Skunk".

Eine Pflanze benötigt nach Angaben von Axel Gille zwölf Wochen vom Einpflanzen des Ablegers bis zur Ernte. In der Produktionsstätte werden Lichtverhältnisse und Luftfeuchte laut Gille genau überwacht. Außerdem werden Schlupfwespen eingesetzt, um Schädlinge fernzuhalten. Weil Hanf als Betäubungsmittel gilt, müssen Pflanzenreste unter Zeugen verbrannt werden.

Über die Wahl des Standortes Leuna für die Cannabis-Produktion sagte Axel Gille MDR SACHSEN-ANHALT, es sei nicht einfach gewesen, den richtigen Standort zu finden. In Leuna habe es zum Beispiel die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen mit Wachdienst gegeben.

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dpa,MDR (Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Juni 2022 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Der Pegauer vor 16 Wochen

Zu den Toten und Verletzten durch Alkoholfahrer kommen nun auch noch die dazu, die bekifft durch die Lande fahren. Man muss sich nur die Polizeiberichte anschauen, die auch auf der Online-Seite dieses Senders Woche für Woche erscheinen. Mit trägt dazu bei, dass die öffentlich-rechtlichen Medien das Narrativ verbreiten, dass eine legale Abgabe von Cannabis auch eine Erlaubnis zum Autofahren im bekifften Zustand sei, die beim Verursachen von Verkehrsunfällen folgen- und straflos ist. Vielleicht könnte der mdr das mal richtig einordnen, dass dem nicht so ist.

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