1.000 Jahre Weihe So feiert Merseburg sein Domjubiläum

Das ganze Jahr feiert Merseburg 1.000 Jahre Weihe des Doms. Am Wochenende steht nun der Höhepunkt der Feierlichkeiten bevor. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf Konzerte, eine Lichtshow und lange verborgene Schätze freuen.

In Merseburg wird am Wochenende groß gefeiert. Mit dem Weihfest will die Stadt drei Tage lang an die Weihe des Doms St. Johannes und St. Laurentius vor 1.000 Jahren erinnern. Dazu werden tausende Besucherinnen und Besucher erwartet. Diese können sich vom 1. bis 3. Oktober auf zahlreiche Highlights freuen, etwa Konzerte, eine Lichtshow und einen Festgottesdienst. Das Wochenende steht unter dem Motto geweiht für die Ewigkeit.

Zaubersprüche im Original zu sehen

Außerdem werden die Merseburger Zaubersprüche im Original ausgestellt. Diese gelten als die einzigen in Deutschland erhaltenen heidnischen Beschwörungsformeln. Von den Merseburger Domstiftern wurde dieser Schatz als Weltdokumentenerbe angemeldet. Normalerweise bekommen Besuchende nur eine Kopie der Zaubersprüche zu sehen.

Parallel zum Weihfest finden auch der Schlossumzug und das Zauberfest – zwei traditionsreiche Merseburger Veranstaltungen – statt. In der Innenstadt gibt es deswegen zahlreiche weitere Konzerte und auch einen Mittelaltermarkt. Hier können Sie das komplette Programm nachlesen.

Glockenweihe, Gottesdienst und Festkonzert: Die Höhepunkte am Festwochenende

Zum ersten Mal seit gut 500 Jahren wird am Merseburger Dom eine neue Glocke geweiht. Die von der Friede Springer Stiftung finanzierte Glocke wurde nach Angaben der Veranstalter bereits im Juni 2021 im Sächsischen Metallwerk Freiberg gegossen. Zum Weihetag wird sie am Freitag erstmals in Merseburg zu sehen sein. Ihr Klang ergänzt das historische Glockengeläut des Merseburger Doms. Später am Nachmittag findet dann der Ökumenische Festgottesdienst statt, der auch im MDR Fernsehen und im Livestream übertragen wird.

Am Samstag steht dann ein Festkonzert auf dem Programm. Der Leipziger Gewandhausorganist und Merseburger Domorganist Michael Schönheit, die Merseburger Hofmusik sowie das Collegium Vocale aus Leipzig wollen dabei die Geschichte des Doms musikalisch aufarbeiten. Aus jedem Jahrhundert erklingt ein Werk – orchestral, auf der berühmten Ladegastorgel, als Gesangssoli oder mit Chor. Namhafte Künstler haben in den vergangenen Jahrhunderten für den Merseburger Dom komponiert. Und so wird auch die Kirchen-Musik zu einer klangvollen Reise durch die Geschichte des Doms.

Die Ladegast-Orgel des Merseburger Doms 4 min
Bildrechte: imago/epd

In sechs Jahren von der Grundsteinlegung zur Weihe

Der Grundstein für den Dom wurde 1015 gelegt – durch Bischof Thietmar von Merseburg, einem der berühmtesten Chronisten des Mittelalters. Nach nur sechs Jahren Bauzeit erfolgte am 1. Oktober 1021 die Weihe. "Ein gewaltiger Kraftakt", sagte Holger Kunde, Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg. Den Aufstieg zu einem bedeutenden Kathedralstandort ist Kaiser Heinrich II. zu verdanken. Dem Vernehmen nach war die Saalestadt einer seiner Lieblingsorte, so dass sich der Kaiser oft dort aufhielt.

MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 28. September 2021 | 19:00 Uhr

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