Polizei im Saalekreis Hochrangiger Polizist wegen Sympathie für Corona-Demo suspendiert

Wegen angeblicher Sympathien für eine Corona-Demo ist offenbar der Leiter des Polizeireviers Saalekreis von seinen Aufgaben entbunden worden. Wie die Mitteldeutsche Zeitung schreibt, besteht der Verdacht, dass er gegen das Neutralitätsgebot der Polizei verstoßen hat.

Polizisten beobachten hinter Polizeifahrzeugen eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen.
Polizisten beobachten hinter Polizeifahrzeugen eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung ist offenbar der Leiter des Polizeireviers Saalekreis von seinen Aufgaben entbunden worden. Das Innenministerium von Sachsen-Anhalt hat die Freistellung des Polizisten bei MDR-Sachsen-Anhalt indirekt bestätigt. In der schriftlichen Antwort ist von einem "hochrangigen polizeilichen Entscheidungsträger" die Rede. Nähere Angaben machte das Ministerium nicht – mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte des Beamten.

Anti-Corona-Demo in Merseburg: Polizist zeigt Sympathie

Grund für die Suspendierung ist dem MZ-Bericht zufolge das Verhalten des Polizisten in Bezug auf Corona-Maßnahmen. Der Leiter des Reviers Saalekreis habe am Freitag in Merseburg Sympathien für eine Kundgebung von Gegnern der Pandemie-Regeln gezeigt. Ihm wird vorgeworfen, gegen das Neutralitätsgebot der Polizei verstoßen zu haben.

Aus dem Innenministerium heißt es dazu: "Es ist aus zwingenden dienstlichen Gründen geboten gewesen, dem Beamten das vorläufige sofortige Verbot der Führung der Dienstgeschäfte auszusprechen. Dabei geht es auch darum, den Ansehensschaden für die Landespolizei insgesamt und insbesondere für das Polizeirevier Saalekreis zu begrenzen und die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit des Polizeireviers bei den derzeit besonders herausfordernden Aufgaben zu erhalten."

MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. Dezember 2021 | 20:00 Uhr

133 Kommentare

Ines W. vor 5 Wochen

@Berggeist
Wo wird denn die Untersagung der Dienstgeschäfte medial breit getreten? Ich kenne hier nur den Artikel auf MDR.

Wenn ein Behördenvertreter sich öffentlich so richtig daneben benimmt, dann kann man das halt nicht einfach totschweigen. Das wird wahrgenommen, die Polizei muss darauf eine Reaktion finden und diese Reaktion wird kommuniziert.

Dass jetzt irgendwelche Coronaleugner und Impfverweigerer aus einem Polizisten einen Helden oder ein armes Opfer machen wollen, der sich im Dienst so benommen hat, wie man es als Polizist tunlichst zu unterlassen hat, ist doch das Problem dieser Gruppierungen.

So wie die ihren Senf dazu geben sagen eben auch die vernünftigen Menschen ihre Meinung.
Manche Menschen haben anscheinend massive Probleme zu verstehen, dass Meinungsfreiheit keine Einbahnstraße für Rechtsradikale ist.

Ines W. vor 5 Wochen

@Magedburger Jung
Nein es werden nicht wirklich mehr udn es handelt sich da auch nicht um Magdeburger, sondern diese Leute kommen aus einem weiten Umkreis und werden lediglich in Magdeburg versammelt.

Was glauben sie wie viele Menschen sich jeden Tag im Raum Magdeburg impfen lassen? Das sind auf jeden Fall deutlich mehr Menschen als ihre Spaziergänger. Diese Leute stellen sich brav und geduldig am Impfzentrum an statt herumzukrakelen.

Anita L. vor 5 Wochen

"Wenn ein Einsatz friedlich und gut gelaufen ist, alle Beteiligten gut zusammen gearbeitet haben, darf sich ein Polizist dann bei den Beteiligten bedanken?"

Wenn, wie es den Medienberichten zu entnehmen ist, die Demonstration nicht genehmigt ist, die Masken nicht getragen werden und die Mindestabstände nicht eingehalten werden, haben die Beteiligten eben gerade nicht gut zusammengearbeitet.

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