Wie weiter nach der Kohle? So will der Saalekreis den Strukturwandel meistern

Die Frage nach dem "Wie weiter?" stellt sich den Landkreisen im Süden des Landes mit Blick auf den anstehenden Strukturwandel immer drängender. Im Saalekreis soll nun eine Kreisentwicklungsgesellschaft den Prozess begleiten, hat der Kreistag am Mittwoch beschlossen.

Rauch über dem Schornstein der - Dow Olefinverbund GmbH Schkopau
Der Saalekreis will den Strukturwandel – so wie hier beim Braunkohlekraftwerk Schkopau – mit einer Entwicklungsgesellschaft begleiten. (Archivbild) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Vor gut einem Jahr hat der Bundestag das Strukturstärkungsgesetz beschlossen. Es regelt, wie die Folgen des Kohleausstiegs bis 2038 in den Kohleregionen abgemildert werden sollen. 40 Milliarden Euro stehen dafür insgesamt zur Verfügung, 4,8 Milliarden Euro sind für Sachsen-Anhalt vorgesehen.

Einer der vom anstehenden Strukturwandel betroffenen Landkreise ist der Saalekreis. Er erhält 320 Millionen Euro aus besagtem Fördertopf. Um den Veränderungsprozess zu begleiten, hat der Kreistag am Mittwoch beschlossen, eine Kreisentwicklungsgesellschaft zu gründen. Dies sei ein ganz entscheidender Schritt für den Strukturwandel in der Region und die weitere wirtschaftliche Entwicklung, sagte Landrat Hartmut Handschak.

Unterstützung für sechs Leuchtturmprojekte

Die neue Gesellschaft soll sich nach Angaben der Kreisverwaltung um die Umsetzung der Leuchtturmprojekte kümmern. Zum anderen soll sie die Gemeinden bei kommunalen Anträgen im Förderverfahren beraten und unterstützen. Für diese Projekte hätten weder der Saalekreis noch die Gemeinden bislang entsprechende personelle und organisatorische Kapazitäten, hieß es.

Insgesamt sechs Leuchtturmprojekte hat der Saalekreis gemeinsam mit der Stadt Halle erarbeitet. Ein Hauptbestandteil dabei ist der Aufbau verschiedener Forschungseinrichtungen. Zudem sollen neue Verkehrsverbindungen – etwa im öffentlichen Personennahverkehr – geschaffen werden. Ein weiterer Kernpunkt sind Aufbau und Vermarktung neuer Gewerbeflächen, beispielsweise im Star Park II am Rande von Halle.

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Zinslose Kredite für Gemeinden

Außerdem beschloss der Kreistag in Merseburg die Gewährung von zinslosen Liquiditätskrediten an Gemeinden des Saalekreises. Somit erhalten die Städte Leuna, Querfurt, Bad Dürrenberg und Schraplau sowie die Gemeinde Steigra im laufenden Haushaltsjahr eine außerplanmäßige Auszahlung in Höhe von insgesamt 9,3 Millionen Euro, um laufende Aufgaben abzusichern.

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MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Juli 2021 | 06:30 Uhr

2 Kommentare

Bernd_wb vor 14 Wochen

Die geplante Kurve bei Spergau wirft Fragen auf. Wird dann der Verkehr von Leipzig Richtung Thürinen ausgedünnt? Warum nicht die Wiederbelebung der alten Strecke? Klar Ein Anschluss der EKZ in Rückmarsdorf und Günthersdorf wären da wichtig. Mit dem Geld etwas vernünftiges anfangen wäre gut aber da muss man genau schauen.

ule vor 14 Wochen

@ . . . . "eine Kreisentwicklungsgesellschaft" . . .

Na dann ist das Geld ja gut angelegt - jedoch aber auch bald aufgebraucht.

Besser wäre es, die Abgabenlasten in der Region für die Unternehmen zu reduzieren. Das allein zieht auch wieder neue Unternehmen an. . . . aber wer will das schon wirklich, wenn man doch 320 Millionen Euro auch so umverteilen kann.

Übrigens ist der ÖPNV und der Ausbau dieser strukturbestimmenden Institution, die Pflichtaufgabe eines jeden Landkreises. Nun lässt sich dieser Saale-Landkreis das vom BUND gut bezahlen ?

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