Teuerungswelle Sachsen-Anhalts Handwerker fordern Ende der Russland-Sanktionen

Das Handwerk in Sachsen-Anhalt schlägt Alarm. Das Embargo gegen Russland habe zu einer Teuerungswelle geführt, die außer Kontrolle sei. Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Leipzig fordert es ein Ende der gegen Russland verhängten Sanktionen. Ihren Appell richten sie auch in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Scholz.

Zwei Handwerker verlegen Parkett-Boden.
Russland-Sanktionen: Neben Gas und Kraftstoffen sind auch Baumaterialien teurer geworden. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Die Forderung der Leipziger Handwerkerschaft nach einem Ende der Russland-Sanktionen stößt in Sachsen-Anhalt auf Zustimmung. Der Dessauer Kreishandwerksmeister Karl Krökel sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Embargo gegen Russland sei zum Bumerang geworden. Es habe in Deutschland eine riesige Teuerungswelle bei Gas und Kraftstoffen, aber auch bei Baumaterialien erzeugt. Die Lage gerate zunehmend außer Kontrolle.

Steigende Energie- und Rohstoffpreise

Für Krökel steht fest, dass die derzeitigen Russland-Sanktionen die Existenz vieler Handwerksbetriebe gefährden. Als Beispiel nannte Krökel das Bäcker-Handwerk. Sowohl die Energie, als auch die Rohstoff- und Verpackungspreise hätten sich enorm verteuert. Ein normales Brötchen müsse somit für 70 Cent verkauft werden. Das wolle niemand bezahlen. In anderen Gewerken sei es ähnlich. Es gebe keinerlei Preissicherheit mehr, so Krökel.

Mittelstand vor ungewisser Zukunft

Die Dessauer Kreishandwerkerschaft fordert deshalb, dass die Russland-Sanktionen beendet werden, um die Teuerungswelle zu stoppen. Bereits Ende Juni hatte die Kreishandwerkerschaft Anhalt Dessau-Roßlau in einem Offenen Brief erklärt, die Wirtschaftssanktionen beeinflussten die Kriegsführung nicht. Russland profitiere trotzdem vom Verkauf seiner fossilen Energieträger.

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Elbe-Börde, Manuel Ballerstedt, nannte die Entwicklung beängstigend. Viele Mittelständler wüssten nicht mehr, wie es weitergehe.

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff hatte sich in dieser Woche zum Thema Russland-Sanktionen geäußert. Er sagte, die Maßnahmen dürften in Deutschland keinen größeren Schaden verursachen als in Russland. Es müsse legitim sein, darüber nachzudenken, welche Maßnahme was bewirkt habe.

Mehr zum Thema: Sanktionen gegen Russland

MDR (André Damm, Karin Roxer, Anne Gehn-Zeller)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Juli 2022 | 10:00 Uhr

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