Seminare weiter online Universitäten noch zurückhaltend bei Präsenzlehre

Die meisten Studierenden in Sachsen-Anhalten müssen ihre Seminare und Vorlesungen weiter online besuchen. An den Hochschulen und Universitäten finden nur wenige Präsenzveranstaltungen statt. Das könnte sich ab dem Wintersemester ändern.

Ein Student bearbeitet ein Arbeitsblatt einer Hochschule am Computer
Alltag im Online-Semester: Nur langsam kehren die Hochschulen zu Präsenzveranstaltungen zurück. Bildrechte: dpa

Die Hochschulen in Sachsen-Anhalt halten sich mit Präsenzunterricht in Anbetracht sinkender Corona-Infektionszahlen noch zurück. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Die Hochschule Harz erklärte, es sei grundsätzlich möglich, Präsenzveranstaltungen wieder durchzuführen, wenn sie "von der digitalen Verfügbarkeitsregelung ausgenommen sind." Das betrifft laut Hochschule Projektveranstaltungen und Laborpraktika in kleinen Gruppen. Details, etwa hinsichtlich Teilnehmerzahlen, Tests und Masken sollen die Dozenten mit der Expertin für Arbeitssicherheit und Pandemiebeauftragten abstimmen.

Lockerungen an der Uni Magdeburg – Lehre an der "HoMe" weiter online

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg überlegt ebenfalls, den Universitätsbetrieb an die aktuelle Pandemielage anzupassen. Sprecherin Katharina Vorwerk teilte mit, dass die Uni von der Stufe 3 in die Stufe 2 des Uni-eigenen Stufenplanes wechselt. Das heißt, es gibt weitere Lockerungen.

Die Hochschule Merseburg ("HoMe") will erst mit dem beginnenden Wintersemester 2021/22 wieder zu mehr Präsenzlehre zurückkehren. Sprecher Christian Franke teilte mit, der Lehrbetrieb finde im laufenden Sommersemester weiterhin überwiegend online statt. In den Laboren und Werkstätten zum Beispiel sei es aber bereits seit Mitte Mai wieder möglich, unter Einhaltung aller Regularien und Hygienemaßnahmen Lehrveranstaltungen in Präsenz durchzuführen.

Wissenschaftsministerium: Kein Verbot von Präsenzlehre

Die Hochschule Magdeburg-Stendal bleibt aktuell beim Online-Format. Hintergrund ist, dass die meisten Studentinnen und Studenten weiterhin bei ihren Eltern wohnen. Sie sollten jetzt nicht in Probleme wegen der Wohnungssuche gebracht werden, erklärte Norbert Doktor, der Pressesprecher der Hochschule. Aus den vergangenen Monaten werde man aber auch einige Erfahrungen mitnehmen und eventuell zum Beispiel Hybridformate gestalten. Für das Wintersemester hoffe man aber wieder auf Präsenz.

So viel Präsenz wie möglich – gemäß den Vorgaben der Gesundheitsbehörden und entsprechend der internen Schutz- und Hygienekonzepten – das sind die Vorgaben der Landesregierung. Das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung betonte, ein Verbot der Präsenzlehre an Hochschulen habe es nie gegeben. Auch in Zeiten der Bundes-Notbremse seien praktische Lehrveranstaltungsformen unter strengen Voraussetzungen auch in Präsenz möglich gewesen.

MDR

1 Kommentar

ElBuffo vor 26 Wochen

Hm, da sind dann wohl nicht "die Universitäten" zurückhaltend, sondern die Fraktion der Dienstagnachmittag an- und Donnerstagvormittag abreisenden Professierenden hat Geschmack daran gefunden, diese lästige Reisetätigkeit zu unterlassen?

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