Bilanz Kurz vor der Schließung: Sachsen-Anhalts Impfzentren bleiben leer

Die Impfzentren in Sachsen-Anhalt schließen nach und nach. Spätestens ab Ende September werden mobile Impfteams und Hausärzte die Impfungen übernehmen. Kurz vor der Schließung ziehen die Zentren eine überwiegend positive Bilanz. Allerdings ist die Zahl der Impfwilligen in den letzten Wochen gesunken. Zudem gibt es regionale Unterschiede bei den Impfquoten. Im bundesweiten Vergleich gehört Sachsen-Anhalt immer noch zu den Schlusslichtern.

Eine fertige Injektionsspritze mit dem Wirkstoffkonzentrat von Johnson & Johnson wird von Medizin-Student Kai Hefele aufgezogen.
Kurz vor der Schließung der Impfzentren Ende des Monats haben die Gemeinden in Sachsen-Anhalt eine überwiegend positive Bilanz gezogen. Bildrechte: IMAGO / MiS

Kurz vor der Schließung der Impfzentren Ende des Monats haben Kreise und Städte in Sachsen-Anhalt eine erste Bilanz gezogen. Bei den meisten fiel diese positiv aus. So teilte der Saalekreis MDR SACHSEN-ANHALT mit, viele verschiedene Bereiche der Verwaltung hätten höchst effizient zusammengearbeitet und dieses Projekt in einer Rekordzeit umgesetzt. Die Stadt Halle berichtet von einer Impfquote von 67,3 Prozent an Erstimpfungen und 64,7 Prozent an Zweitimpfungen. Daran habe das Impfzentrum einen maßgeblichen Anteil.

Viele Impfzentren verzeichneten in den letzten Wochen allerdings einen Rückgang der Impfwilligen. Der Kreis Jerichower Land teilte mit, dass zuletzt wöchentlich etwa 300 Impfungen verabreicht wurden. Zu Beginn der Impfkampagne seien es weit über 1.500 gewesen. Auch der Landkreis Stendal meldet einen Rückgang. Das sei aber ein bundesweites Problem.

Positive Bilanz aus den Impfzentren

Im Großen und Ganzen sei das Klima in den Impfzentren gut und sehr gut gewesen. Probleme gab es mitunter durch die strikte Priorisierung der Impfgruppen. So erklärte der Saalekreis, es sei eine bittere Aufgabe der Mitarbeiter des Impfzentrums gewesen, nicht priorisierte Personen zurückzuweisen. In den ersten Wochen hatte es nicht genügend Impfstoff gegeben, um alle Impfwilligen zu versorgen.

Ähnliche Erfahrungen machte auch das Impfzentrum im Jerichower Land. Ab April wurden Termine dort online vergeben. Weil immer noch zu wenig Impfstoff da war, habe das in der Bevölkerung oft zu Verärgerung und Unverständnis geführt. Impfwillige mussten trotz gebuchter Termine abgewiesen werden.

Der Burgenlandkreis hingegen blickt besorgt auf das Ende der Impfzentren. Die Zahl der Erst- und Zweitimpfungen im Landkreis hänge bisher stark von der Leistungsfähigkeit der Impfzentren ab, sagte Landrat Götz Ulrich (CDU) bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche. Die Entscheidung, die Impfzentren Ende September zu schließen, halte er für falsch.

Regionale Unterschiede bei den Impfungen

Wie das Sozialministerium MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, sind landesweit bis Dienstag fast 2,58 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Als stärksten Impftag bezeichnete das Ministerium den 12. Mai 2021 mit insgesamt 7.163 Erst- und 8.874 Zweitimpfungen. Das Ministerium verwies auch auf regionale Unterschiede. Die meisten Corona-Impfungen seien vom Impfzentrum und den mobilen Teams in Halle verabreicht worden. Nach Angaben der Stadt wurden 191.169 Impfungen verabreicht. Die wenigsten Impfungen gab es mit 60.276 in Dessau-Roßlau.

Bundesweit gehört Sachsen-Anhalt bei der Impfquote zu den Schlusslichtern. Laut Sozialministerium sind 60 Prozent der Menschen zweimal gegen Covid-19 geimpft. Niedriger sind die Quoten der Zweifach-Geimpften nur in Sachsen mit 53,9 Prozent, in Brandenburg (57,2 Prozent) und in Thüringen (57,8 Prozent).

Hintergründe und Aktuelles zum Coronavirus – unser Newsletter

In unserem Newsletter zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird.

Das Corona-Daten-Update – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihrem Postfach. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Ab Oktober impfen Ärzte und mobile Teams

Die Impfzentren beenden ihre Arbeit bundesweit spätestens am 30. September. In Sachsen-Anhalt schließen einige Impfzentren bereits früher. So hat das Impfzentrum Burg im Landkreis Jerichower Land seinen letzten Tag am Mittwoch, dem 22. September. Im Landkreis Stendal und in Dessau-Roßlau schließen die Impfzentren am 24. September. Anschließend beginnt der Rückbau.

Künftig werden in Sachsen-Anhalt mobile Teams und Arztpraxen Corona-Impfungen vornehmen, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Man habe vereinbart, dass je Kreis und kreisfreier Stadt zwei mobile Impfteams bereitgehalten und finanziert werden. Manche Kreise wie zum Beispiel Wittenberg wollten auch drei mobile Teams.

Sachsen-Anhalt

Eine Grafik mit "Coronavirus in Sachsen-Anhalt: Aktuelle Entwicklungen, Hintergründe, Ansprechpartner".
Bildrechte: MDR/imago images/Hollandse Hoogte

Quelle: MDR/Marila Zielke, Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. September 2021 | 06:00 Uhr

8 Kommentare

mattotaupa vor 4 Wochen

die mär verbreiten sie ja gerne, fakt ist aber, daß geimpfte bei gleicher virenlast weniger ansteckungsfähige viren abgeben als ungeimpfte und das über einen kürzeren zeitraum, da das vorbereitete immunsystem den erreger schneller unter kontrolle hat. ist das jeweilige gegenüber auch noch geimpft, so ist eine folge-infektion noch unwahrscheinlicher. die weitergabe unter ungeimpften erfolgt weiterhin ungehindert, sofern diese sich jedoch zur vermeidung einer vermeitlichen gefahr von geimpften fernhalten und so kontakte reduzieren, haben alle etwas gewonnen.

Lavendel vor 4 Wochen

@Haller

Wer sich nicht impfen lässt sucht ja bewusst das Risiko, dass er an einer Coronainfektion stirbt ( ca. 1:50 ) oder Langzeitschäden davon trägt.

Jedes Handeln hat halt seine Konsequenzen.

Lavendel vor 4 Wochen

Warum sollte man die Impfzentren offen lassen? Nur weil ihnen oder anderen einfällt, dass sie sich auf den letzten Drücker impfen lassen wollen, bevor die Tests etwas kosten und man im Zweifelsfall mehrere Wochen keinen Lohn erhält, weil man unter Quarantäne gestellt wird?

Demnächst wenden sie sich einfach an ihren Hausarzt.

Mehr aus Sachsen-Anhalt