Landes-Hausärzteverband Astrazeneca-Impfdosen in Arztpraxen verfallen

Der Impfstoff Astrazeneca droht wegen der mehrfach geänderten Impfempfehlungen durch die Ständige Impfkommission zum Ladenhüter zu werden. Das sagt Holger Fischer vom Hausärzteverband in Sachsen-Anhalt. Mittlerweile werde eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie Moderna oder Biontech empfohlen. Die Folge sei, dass zunehmend mehr eingelagerte Astrazeneca-Wiederholungsimpfstoffe überflüssig würden.

Eine Impfärztin zieht eine Spritze mit Astrazeneca-Impfstoff auf.
Für die Nachimpfung geplante Astrazeneca-Dosen müssen demnächst vernichtet werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/NurPhoto

In Sachsen-Anhalts Arztpraxen verfallen immer mehr Covid-19-Impfdosen. Der Hausärzteverband erklärte auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT, dabei handele es sich bisher um Einzeldosen wegen nicht wahrgenommener Impftermine. Darüber hinaus fehle es an Listen mit Ersatz-Impfwilligen, um angebrochene Mehrfach-Ampullen verimpfen zu können, so Holger Fischer, erster stellvertretende Vorsitzende des Landes-Hausärzteverbandes.

250 Dosen Astrazeneca müssen vernichtet werden

Der Impfstoff Astrazeneca drohe wegen der mehrfach geänderten Impfempfehlungen durch die Ständige Impfkommission zum Ladenhüter zu werden. Noch im Frühjahr sollte Astrazeneca im Abstand von zwölf Wochen nachgeimpft werden, so Fischer. Mittlerweile werde eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie Moderna oder Biontech empfohlen. Die Folge sei, dass zunehmend mehr eingelagerte Astrazeneca-Wiederholungsimpfstoffe überflüssig würden.

In seiner Praxis führe das dazu, dass Ende der Woche 250 für die Nachimpfung geplante Astrazeneca-Dosen vernichtet werden müssten. Dieser erst im April gelieferte Impfstoff sei bereits aus Lagerbeständen gekommen und verfalle Ende Juli. Üblicherweise sei Astrazeneca bei Kühlschranktemperatur unangebrochen sechs Monate lagerfähig.

Impfzentren melden keinen Verfall von Impfstoffen

Neben den Arztpraxen werden in Sachsen-Anhalt auch in 14 Impfzentren Corona-Schutzimpfungen angeboten. Für die Belieferung dieser Zentren ist das Land zuständig. Aus dem Sozialministerium hieß es auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT, es gebe derzeit keine Kenntnis darüber, dass in diesen Impfzentren Impfstoffe verfallen.

Quelle: MDR/Ronald Neuschulz, Grit Hasselmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 28. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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