Corona und Pflegepersonal Amtsarzt: Kündigungen aus Angst vor Impfpflicht-Verfahren verhindern

Der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig kritisiert die Impfpflicht für das Pflegepersonal. Die geplante Verfahrensdauer sei nicht einzuhalten. Auch müsse verhindert werden, dass Betroffene kündigten, "weil sie Angst vor dem Verfahren haben".

Markus Trilk (l), Fachkrankenpfleger in der Zentralen Notaufnahme in der Asklepios Klinik Barmbek, erhält als erster Mitarbeiter der Hamburger Asklepios Kliniken eine Corona-Impfung von Axel Stang, Ärztlicher Direktor der Asklepios Klinik Barmbek.
Ab kommender Woche greift eine Corona-Impfpflicht für alle, die im Gesundheitswesen arbeiten. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig sieht die Gefahr, dass wegen der in Kürze greifenden Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen weiteres Personal in der Branche verloren geht. "Es gilt zu verhindern, dass Mitarbeiter, die nicht geimpft sind, jetzt kündigen, weil sie Angst vor dem Verfahren haben", sagte Hennig.

Es dürfe auch nicht auf ein Spießrutenlaufen für die Betroffenen hinauslaufen. Es handele sich um Menschen, die in zwei Jahren Pandemie unter erschwerten Bedingungen gute Arbeit gemacht hätten.

Ein Mann im Anzug in seinem Büro
Der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig kritisiert die Impfpflicht für das Pflegepersonal: "Die haben in zwei Jahren Pandemie gute Arbeit gemacht." Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE

Vom kommenden Mittwoch an müssen die Leitungen der Krankenhäuser, Pflegeheime, Praxen und viele anderer Einrichtungen und Unternehmen den Gesundheitsämtern die Beschäftigten melden, die keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorgelegt haben oder bei denen ein Nachweis Zweifel aufwirft. Sachsen-Anhalt will am 15. März ein Online-Portal freischalten, über das die Meldungen an die Ämter erfolgen.

Meldungen über Impfungen sollen über Onlineportal erfolgen

Dann folgt für jeden Einzelfall ein mehrstufiges Verfahren in den Gesundheitsämtern. Am Ende kann im äußersten Fall ein Betretungs- oder Tätigkeitsverbot stehen. Zuvor muss aber abgewogen werden, ob die Versorgung von Patienten und Pflegebedürftigen gefährdet wird, wenn die Fachkräfte nicht mehr weiterarbeiten dürfen. Möglich sind auch Auflagen wie etwa das Arbeiten unter Vollschutz. Bis zu einer abschließenden Entscheidung können die Beschäftigten weiterarbeiten.

Das Land hat vorgegeben, dass die Dauer des gesamten Verfahrens in der Regel drei Monate nicht überschreiten soll. Amtsarzt Eike Hennig sagte dazu: "Wir werden uns bemühen, so viele Verfahren wie möglich zu schaffen." In der Summe gelte aber: "Das ist nicht schaffbar."

Über die Impfpflicht wurde im Januar auch in der MDR-Fernsehsendung FAKT IST! aus Magdeburg diskutiert.

Unter der Annahme, dass zehn Prozent der unter die Impfpflicht fallenden Beschäftigten nicht geimpft sind, gehe er für Magdeburg von 1.200 bis 1.500 Betroffenen aus.

Zunächst sollen dort im Gesundheitsamt zwei Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung für die Abarbeitung zuständig sein. Hennig betonte, für ihn stehe die Versorgung der vulnerablen Gruppen an oberster Stelle.

dpa, MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 13. März 2022 | 07:00 Uhr

66 Kommentare

Lumberjack vor 27 Wochen

"...bin ich auch so ein furchtbarer, querdenkender Schwurbler der sich nicht impfen lässt und einfach keine Einsicht zeigt" lateral denkende Menschen sind für mich Vorbilder. Ohne Menschen wie sie und nichtlineare Denkweisen würden wir längst in einer stupiden Diktatur leben.

Lumberjack vor 27 Wochen

@WegWeiser "100 mal größer als bei Wegfall der paar Ungeimpften" welche Basis bewegt sie zu so einer Unterstellung? Noch interessanter: wie unterscheiden sie die Schäden durch Coronamaßnahmen von den, durch C-19 i. e. S.?

Jenaer vor 27 Wochen

@Harka2: Das stelle ich ja auch nicht infrage. Aber Ihren Einwurf, dass ungeimpfte Erkrankte generell auf die Intensivstation kommen und sterben, kann man nicht so lassen.

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