#MDRklärt Fragen und Antworten zum Impfstart bei Hausärztinnen und Hausärzten

Hausärztinnen und Hausärzte in Sachsen-Anhalt haben am Mittwoch mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Wie das funktioniert, wie man einen Termin bekommt und was die Impfungen zur bundesweiten Impfkampagne beitragen, ein Überblick von #MDRklärt.

Eine Hand nimmt eine Glasampulle aus einem Karton mit anderen Ampullen
Bei etwa 1.000 Hausärzten und Hausärztinnen in Sachsen-Anhalt liegen morgen die ersten Corona-Impfstoffe bereit. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT/Stephan Schulz

Hausärztinnen und Hausärzte in Sachsen-Anhalt können ab Mittwoch gegen Corona impfen. Der MDR beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Wie viel Impfstoff steht zur Verfügung?

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt schätzt, dass sich zunächst etwa 1.000 der 1.456 Hausärztinnen und Hausärzte in Sachsen-Anhalt am Impfstart beteiligen. Wegen des immer noch knappen Impfstoffes stehen jeder Praxis pro Woche jedoch nur 18 bis maximal 50 Impfdosen zur Verfügung. Laut Landesapothekenkammer ist das weniger, als von den Praxen bestellt wurde.

Die Kassenärztliche Vereinigung rechnet in der aktuellen ersten Woche damit, dass 24 Impfstoffdosen pro Arzt zur Verfügung stehen. In den letzten beiden Aprilwochen könnten aber schon doppelt so viele Impfdosen wie aktuell zur Verfügung stehen.

Jens-Andreas Münch, Chef der Apothekenkammer Sachsen-Anhalt, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag, dass die geplante Logistik gut funktioniere. Für die erste Woche der Impfkampagne der Hausärztinnen und Hausärzte hätten die Apotheken sogar mehr Impfstoff bekommen als zuvor erwartet.

Woher bekommen die Hausärztinnen und Ärzte den Impfstoff?

Die Impfstoff-Bestellung der Hausärzte erfolgt über die Apotheken. Jede Woche müssen die Praxen bis Dienstagmittag die Impfstoffe für die nächste Woche bestellt haben. Der Vorlauf ist deswegen nötig, weil der Impfstoff bei minus 70 Grad gelagert wird und erst aufgetaut werden müsse, bis er in die Praxen geliefert werden kann. Bis Donnerstag bekommen die Ärztinnen und Ärzte dann jede Woche Bescheid, ob die bestellte Menge an Impfstoff auch geliefert werden kann oder ob nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht.

Die Apotheken bekommen ihrerseits die Impfstoffe aus einem Zentrallager des Bundes.Der Bund ist es auch, der die Belieferung der Praxen mit Impfstoff koordiniert. 

Ein älterer Mann mit Bart und Kittel schaut in die Kamera 1 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Di 06.04.2021 16:53Uhr 00:34 min

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Welche Impfstoffe werden in den Praxen verimpft?

Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung werden die Praxen der Hausärztinnen und Hausärzte bis zum 18. April ausschließlich den mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer erhalten. Danach sollen weitere Impfstoffe wie der von Astrazeneca dazukommen. 

Ab dem 18. April sollen Hausärztinnen und Hausärzte die einzigen in Sachsen-Anhalt sein, die den Corona-Impfstoff von Astrazeneca verimpfen dürfen. Bis dahin sollen in den Impfzentren die Erstimpfungen mit Astrazeneca abgeschlossen sein.

Welche Rolle spielen die Hausärztinnen und Hausärzte in der Impfkampagne?

Mit dem Einstieg der Hausärzte in die Impf-Kampagne könnte nach Einschätzung des Hausärzteverbandes in Sachsen-Anhalt bis zu den Sommerferien eine Impfquote von 70 Prozent erreicht werden. Die Hausärzte hätten im vergangenen Herbst binnen sechs Wochen mehr als ein Drittel der Bevölkerung gegen Grippe geimpft.

Wie geht es weiter mit den Impfungen?

Zusätzlich sollen bald auch Fachärztinnen und Fachärzte sowie Privatärztinnen und Privatärzte in die Impfkampagne einbezogen werden. Dann sollen auch Internistinnen oder Gynäkologen ihre Patientinnen und Patienten nach der Prioritätenliste impfen sollen.

Wie kann ich einen Impftermin bei meiner Hausärztin oder meinem Hausarzt bekommen?

Wer sich impfen lassen will, sollte nicht in den Hausarztpraxen anrufen oder gar ohne Termin zur Sprechstunde erscheinen. Die Hausärztinnen und Hausärzte werden zunächst nur eine überschaubare Anzahl an Patienten impfen können. Dabei werden zuerst jene Patientinnen und Patienten an die Reihe kommen, die den Schutz besonders dringend benötigen. Deswegen rufen die Hausärztinnen und Hausärzte die entsprechenden Menschen selbst an.

Quelle: MDR/Stephan Schulze/Guido Hensch/Alisa Sonntag

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 06. April 2021 | 19:00 Uhr

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