Pandemie Landkreise beklagen Impfstoffmangel – Land bestreitet zu wenige Bestellungen

Obwohl mehrere Landkreise und kreisfreie Städte in Sachsen-Anhalt einen Impfstoffmangel beklagen, bestreitet das Land die Engpässe. In Magdeburg mussten zweitweise Erstimpfungen ausgesetzt werden. Derweil hat das Land am Dienstag eine Impfstofflieferung erhalten. Auch Hausärzte beklagen bei der Impfstoffverteilung benachteiligt zu werden.

Zwei Flaschen mit dem Impfstoff Astra-Zeneca
Einige kreisfreie Städte und Landkreise beklagen Impfstoffmangel - das Land widerspricht. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Mehrere Landkreise und kreisfreie Städte in Sachsen-Anhalt klagen über Impfstoffmangel. So habe der Salzlandkreis die Impfstation in Aschersleben wegen der vorherrschenden Engpässe vorübergehend schließen müssen. Das sagte Oberbürgermeister Andreas Michelmann MDR SACHSEN-ANHALT.

Das Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalt bestreitet die Meldungen über Engpässe. Sprecherin Ute Albersmann sagte, dass etwa der Salzlandkreis im April circa 20.600 Impfdosen erhalten habe. Im Mai sollen ungefähr 22.000 Impfdosen ausgeliefert werden.

Das Gesundheitsministerium erklärte die Verwirrungen wie folgt: Der Salzlandkreis habe vermutlich im April eine Lieferung erhalten, die eigentlich für Mai geplant war. Dadurch verschieben sich die Zahlen. Es scheint so als sei im April viel geliefert worden und als herrsche im Mai im Impfzentrum ein Mangel.

Zwei Männer mit Kopfhörern 9 min
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Magdeburg: An einzelnen Tagen keine Erstimpfungen

Auch in Magdeburg ist der Impfstoff offenbar knapp. Im Mai könnten an vereinzelten Tagen keine Erstimpfungen angeboten werden, so Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der gelieferte Impfstoff würde aber so aufgeteilt werden, dass alle Zweitimpfungen gesichert seien.

Impfstofflieferung am Dienstag – weitere erwartet

Am Dienstag hat Sachsen-Anhalt eine weitere Impfstofflieferung erhalten. Wie das Sozialministerium mitteilte, wurden rund 47.000 Impfdosen von Biontech ausgeliefert. Außerdem würden in diesem Monat noch weitere fast 190.000 Impfdosen von Biontech und Moderna erwartet. Zusätzlich seien 12.000 Impfdosen von Johnson & Johnson eingeplant.

Von der Lieferung profitiert auch die Stadt Halle. Dort wurden zuletzt Impftermine für Hallenser über 70 Jahre freigeschaltet. Teile der dort angekommenen Lieferung werden nach Angaben der Stadt für Zweitimpfungen zurückgelegt.

Der Landkreis Mansfeld-Südharz hatte nach eigenen Angaben bereits Anfang Mai eine Impfstofflieferung vom Land erhalten. Geliefert wurden mehr als 3.500 Impfdosen von Biontech.

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Hausärzte beklagen bundesweit Benachteiligung

Auch Hausärzte sehen sich bei der Belieferung mit Corona-Impfstoffen benachteiligt. Der Chef des Bundesverbandes, Ulrich Weigeldt, sagte MDR AKTUELL, die Praxen seien die Reste-Rampe der Impfzentren. Sie erhielten weniger als bestellt und wüssten zudem nicht, von welchem Wirkstoff wie viel komme.

Weigeldt kritisierte zudem, dass oft der falsche Impfstoff für die Zweitimpfung ankomme. Zudem warnte er davor, dass schon ab nächster Woche das Biontech-Vakzin bei den Hausärzten knapp werden könnte, weil der Bund zu wenig bestellt habe. Der Verbandschef forderte die Politik zum Handeln auf. Die Privilegierung der Impfzentren müsse aufgegeben werden.

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Quelle: MDR/ls

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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