Öffentlicher Nahverkehr Magdeburg und Halle investieren jeweils dreistellige Millionensummen

Die beiden größten Städte des Landes geben in nächster Zeit viel Geld für den Nahverkehr aus. In Halle beschloss der Stadtrat den Ausbau des Streckennetzes, in Magdeburg werden neue Straßenbahnen angeschafft. Es sollen jeweils dreistellige Millionensummen investiert werden.

Straßenbahn in Halle
In Halle wird das Straßenbahnnetz ausgebaut. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Die Städte Magdeburg und Halle investieren in nächster Zeit mehrere hundert Millionen Euro in den Nahverkehr. So soll in Halle in den kommenden Jahren das Straßenbahnnetz für 250 Millionen Euro ausgebaut werden. Das hat der Stadtrat beschlossen.

In Magdeburg haben die Verkehrsbetriebe nach eigenen Angaben für 190 Millionen Euro neue Straßenbahnen bestellt. Sie verfügen neben einer Klimaanlage auch über kostenloses WLAN.

Das ist konkret in Halle geplant

In Halle wurde der Beschluss zum "Stadtbahnprogramm Halle 25" vor knapp zehn Jahren gefasst. Das Gesamtvolumen der Investitionen von circa 300 Millionen Euro ist auf drei Stufen aufgeteilt, von denen zwei Stufen schon umgesetzt sind. Die jetzt konkretisierte und bestätigte dritte Stufe beinhaltet vorrangig den Ausbau der Strecken der Straßenbahnlinien 3 und 8 zwischen Trotha und Beesen bzw. der Endhaltestelle Elsa-Brändström-Straße. Dabei sollen diese Bereiche umgestaltet werden:

  • Geschwister-Scholl-Straße
  • Knoten Gaststätte "Zum Mohr", Burgstraße und Mühlweg
  • Richard-Wagner-Straße und Große-Brunnen-Straße
  • Knoten Reileck mit Adolfstraße
  • Bernburger Straße
  • Elsa-Brändström-Straße
  • Freiimfelder Straße
  • Damaschkestraße und Vogelweide

Ergänzt wird dieses Vorhaben durch die Anbindung des Stadtviertels Heide-Nord von Kröllwitz aus, den dafür nötigen zweigleisigen Ausbau des Brandbergwegs, die Neubaustrecke Industriestraße sowie den Bau eines P+R-Platzes im Bereich der Neustädter Schwimmhalle. Die Bauvorhaben werden sich von 2023 bis 2035 erstrecken.

So sehen die Pläne in Magdeburg aus

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) haben 35 sogenannte Flexity-Straßenbahnen bei der Firma Alstom bestellt. Die Lieferung inklusive Ersatzteilversorgung über einen Zeitraum von 24 Jahren hat einen Wert von rund 190 Millionen Euro. Der Vertrag enthält außerdem Optionen für weitere 28 Fahrzeuge.

Kurz erklärt: Flexity-Bahnen

Die vierteiligen Flexity-Straßenbahnen sind 38 Meter lang und damit acht Meter länger als die aktuell eingesetzten Fahrzeuge der MVB. Das Design wurde speziell für Magdeburg entwickelt. Jede der neuen Bahnen kann bis zu 241 Passagiere befördern und verfügt über zwei Mehrzweckbereiche, die viel Platz für Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle bieten. Die großzügigen, barrierefreien Eingangsbereiche ermöglichen einen schnellen Ein- und Ausstieg. Außen am Fahrzeug verbessern LED-Lichtstreifen die Sichtbarkeit der Straßenbahnen.

Eine Straßenbahn fährt über eine Brücke.
So sollen die Flexity-Bahnen in Magdeburg aussehen. Bildrechte: Magdeburger Verkehrsbetriebe

Die MVB plant nach eigenen Angaben, ein Vorführmodell eines Teils des Fahrzeuges herstellen zu lassen. Das Modell soll es ermöglichen, die neue Bahn noch vor Inbetriebnahme erlebbar zu machen. So könnten Fahrgäste und Interessenverbände, wie der Fahrgastbeirat der MVB, ihre Anregungen und Ideen einbringen, die dann bei der Herstellung Berücksichtigung finden sollen.

Die neuen Straßenbahnen sollen ab 2023 ausgeliefert werden und voraussichtlich ab 2024 zum Einsatz kommen. Sie ersetzen alte Fahrzeuge vom Typ Tatra und nach und nach auch die ersten Niederflurbahnen aus den 1990er-Jahren. Die Straßenbahnflotte wird nach Angaben der MVB zudem um zehn Fahrzeuge erweitert.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Juli 2021 | 08:00 Uhr

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