Trotz hoher Übersterblichkeit Friedhöfe in Sachsen-Anhalt haben genügend Freiflächen

Obwohl wegen der Corona-Pandemie überdurchschnittlich viele Menschen in Sachsen-Anhalt gestorben sind, gibt es auf den Friedhöfen im Land ausreichend Freiflächen. Das hat auch historische Gründe.

Blick auf einen Friedhof
Trotz der aktuellen Übersterblichkeit ist auf Sachsen-Anhalts Friedhöfen genug Platz. Bildrechte: Colourbox.de

Obwohl wegen der Corona-Pandemie überdurchschnittlich viele Menschen in Sachsen-Anhalt gestorben sind, gibt es auf den Friedhöfen im Land ausreichend Freiflächen. Mehrere Kommunen Sachsen-Anhalts berichten übereinstimmend, dass es keinen Platzmangel gebe.

"Unsere Gräberkapazitäten reichen trotz allem noch zur Genüge aus", erklärte die Stadtverwaltung Stendal. Auch auf den kommunalen Ruhestätten in Halle stehen nach Aussage der Stadt "ausreichend Grabstellen für Urnen-und Sargbestattungen zur Verfügung". In der Landeshauptstadt Magdeburg sei "alles wie bislang".

Hohe Übersterblichkeit in Sachsen-Anhalt Im Januar lag die Übersterblichkeit in Sachsen-Anhalt 44 Prozent über dem Durchschnitt der Januar-Monate 2017 bis 2020 und somit weit über dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt starben im Januar nach Angaben des Statistischen Landesamtes 4.325 Personen.

Überwiegend Urnenbestattungen

"Unsere Friedhöfe haben ausreichend Bestattungsflächen zur Verfügung, um auch die größere Anzahl an Bestattungen durch die aktuelle Übersterblichkeit problemlos vornehmen zu können", sagte André Könnecke, Geschäftsführer des Verbandes der Friedhofsverwalter Deutschland.

Viele Friedhöfe seien zudem in einer Zeit geplant worden, als es überwiegend Erdbestattungen gab, ergänzt Elke Herrnberger, Sprecherin beim Bundesverband Deutscher Bestatter. Dadurch sei mit ganz anderen Flächen geplant worden. Ein Urnengrab ist in der Regel deutlich kleiner als ein Sarggrab. Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf den Friedhöfen wider, so Herrnberger. Die hohe Anzahl der Urnenbeisetzungen, die seit vielen Jahren bei über 90 Prozent liegt, habe zu Überhangflächen auf den Friedhöfen geführt, erklärt Könnecke.

Kostenfaktor spielt eine Rolle

Auch der Kostenfaktor spiele bei der Wahl des Grabes mitunter eine Rolle. Friedhofsgebühren richteten sich nach "Grabeinheiten", die auch von der Größe des Grabes abhingen, so Herrnberger. Ein Urnengrab sei im Mittel deutlich kleiner als das Sarggrab. Hinzu komme, dass viele Nachkommen oft nicht mehr in der Gegend ihrer Eltern leben. Das führe dazu, dass sich die Hinterbliebenen nach "pflegefreien Gräbern" umschauten.

dpa, MDR/ Moritz Arand

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. März 2021 | 14:00 Uhr

1 Kommentar

Atheist vor 28 Wochen

Klar, aus Kostengründen müssen sich viele für die Biourne entscheiden.
Platzsparend und Öko so lieben es die Grünen.

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