Corona-Pandemie Kinderbeauftragte sprechen von "Armutszeugnis für die Politik"

Anlässlich des Weltkindertags am Montag kritisieren Sachsen-Anhalts Kinderbeauftragte die bundesdeutsche Politik. Besonders während der Corona-Pandemie sei viel Vertrauen verspielt worden. Die Beauftragten ermutigen junge Menschen, ihre Interessen deutlich zu machen und eine Beteiligung einzufordern.

Wenn Kinder trauern
Kinderrechte sind noch nicht Teil des Grundgesetzes. (Symbolbild) Bildrechte: colourbox

Am Montag ist Weltkindertag – ein Anlass, den die Kinderbeauftragten in Sachsen-Anhalt nutzen, um die Regierung zu kritisieren. Sie sehen deutlichen Handlungsbedarf bei der Umsetzung von Kinderrechten in Deutschland. Fast 30 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1992 durch den Deutschen Bundestag sei es noch immer nicht gelungen, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Die Beauftragten sprachen im Vorfeld des Weltkindertages am 20. September von einem "Armutszeugnis erster Klasse für die bundesdeutsche Politik".

"Gönnerhafte Attitüde" der Erwachsenen

Auch der Umgang mit Kindern in der Coronapolitik wurde von den Kinderbeauftragten bemängelt: Zu selten und meist zu spät seien Kinder und Jugendliche an der Konzipierung und Umsetzung von Corona-Maßnahmen beteiligt worden. Damit sei auch Vertrauen verspielt worden. Interessensvertretungen in der Schule sowie die ehrenamtliche Arbeit von Kinder- und Jugendorganisationen hätten vor großen Herausforderungen gestanden.

Kind im Blick

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Wenn ein Elternteil verstirbt, bricht für Kinder und Jugendliche oft eine Welt zusammen. Wie sieht die Trauerarbeit bei ihnen aus? Und was kann das persönliche Umfeld leisten? Dem geht Lisa Hentschel auf den Grund.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Di 20.04.2021 07:19Uhr 45:57 min

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Der Kontaktabbruch zu einem Elternteil ist oft die letzte Option eines Kindes, um sich zu schützen. Das Thema wird in der Gesellschaft oft pauschalisiert, dabei sind die Gründe dafür sehr divers. Mit Lisa Hentschel.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Di 13.04.2021 11:52Uhr 64:17 min

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Kommt es zur Trennung der Eltern, beginnt oft der Kampf um die Kinder. Dabei stehen ihre Bedürfnisse oftmals nicht im Mittelpunkt. Wie die Kinder umkämpft werden, thematisiert diese Folge. Mit Lisa Hentschel.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mo 05.04.2021 15:27Uhr 75:02 min

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Die Beauftragten kritisierten eine aus ihrer Sicht noch zu häufig anzutreffende "gönnerhafte Attitüde", mit der Erwachsene Kindern und Jugendlichen begegneten. "Erwachsene Politik irrt, wenn sie meint, sie könnte allein bestimmen, ob, wann und wie Kinder in Entscheidungen einbezogen werden. Die Beteiligung von Kindern ist kein Kann, sondern ein Muss", so die Kinderbeauftragten.

Keine Entscheidung ohne Kinder und Jugendliche

Nicht zuletzt das neue Kinder- und Jugend-Stärkungsgesetz als auch die Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Klimaschutzgesetz des Bundes seien an dieser Stelle eindeutig: "Keine Entscheidung ohne Kinder und Jugendliche. Keine Entscheidung gegen Kinder und Jugendliche." Die Beauftragten ermutigten junge ausdrücklich Menschen, weiterhin sehr deutlich ihre Interessen zu artikulieren und eine Beteiligung einzufordern: "Niemand darf sich daran vorbeimogeln."

MDR/Max Schörm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. September 2021 | 15:00 Uhr

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