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FinanzspritzeLand gibt 434 Millionen Euro an Unikliniken Magdeburg und Halle

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 03. März 2022, 20:03 Uhr

Sachsen-Anhalts Landesregierung zahlt 434 Millionen Euro an die Universitätskliniken in Magdeburg und Halle. Finanzminister Richter (CDU) und Wissenschaftsminister Willingmann (SPD) haben am Donnerstag eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Das Geld soll die Defizite der beiden Häuser ausgleichen und nach der Corona-Pandemie weitere Investitionen ermöglichen.

Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD): Unikliniken sind nun interessant für Banken. Bildrechte: dpa

Mit insgesamt 434 Millionen Euro will das Land Sachsen-Anhalt die beiden Unikliniken in Halle und Magdeburg unterstützen, das teilte das Land am Donnerstag mit. Die Klinik in Magdeburg erhält nach Angaben des Ministeriums 247 Millionen Euro, die in Halle 187 Millionen Euro.

Am Donnerstag wurden entsprechende Vereinbarungen von Finanzminister Michael Richter (CDU), Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) mit den Kaufmännischen und Ärztlichen Direktoren und Direktorinnen unterzeichnet. Schon am Freitag sollen die ersten rund Hundert Millionen Euro auf den Konten der beiden Häuser sein.

Corona-Sondervermögen wird umgesetzt

Die Mittel kommen teils aus dem Nachtragshaushalt 2021, teils aus dem zwei Milliarden Euro schweren Corona-Sondervermögen. In Halle soll damit ein Ausbildungszentrum für Pandemie- und Katastrophenbewältigung entstehen, Magdeburg will unter anderem die Telemedizin und Robotik ausbauen.

Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter (CDU): Mehr war nicht möglich. Bildrechte: dpa

Gleichzeitig werden beide Unikliniken nun “mit einem Rutsch wieder auf die Startlinie gestellt”, sagte Wissenschaftsminister Willingmann. Sie gelten nun als “kapitaldienstfähig”. Zukünftig soll ihnen nicht mehr das Land, sondern eine Bank Kredite für Investitionen geben. Nach MDR-Informationen handelt es sich dabei um die Commerzbank.

Laut Finanzminister Richter sei es nicht mehr möglich gewesen, die Unikliniken in den Liquiditätsverbünden des Landes zu halten. In diese waren Halle und Magdeburg 2019 aufgenommen worden. Die ursprünglich veranschlagten 10 Millionen Euro pro Jahr waren mit der Corona-Pandemie schnell Makulatur.

Landeshilfen auch in Zukunft nicht ausgeschlossen

Dass das Land in Zukunft in Magdeburg oder Halle finanziell aushelfen muss, wollten weder Finanzminister Richter noch Wissenschaftsminister Willingmann ausschließen. Beide Häuser hätten zuletzt allerdings umfangreich Maßnahmen ergriffen.

Sowohl in Magdeburg als auch in Halle laufen mehrere millionenschwere Bauvorhaben, die den Krankenhausbetrieb zukünftig rentabler machen sollen.

In Magdeburg sollen zudem bis 2038 30 Millionen Euro teils eingespart, teils zusätzlich erwirtschaftet werden. Für 2021 rechnet das Haus aktuell mit einem Defizit von 50 Millionen Euro. Das geht aus einer aktuellen Anfrage der Linksfraktion an die Landesregierung hervor.

Halle steht besser dar, schreibt allerdings in der Corona-Pandemie auch rote Zahlen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wolle man nun wieder ein Plus von einer Million Euro erwirtschaften, sagte der Kaufmännische Direktor Marco Bohn.

Land will mehr Kooperation und hofft auf Reformen im Bund

Beide Häuser wollen zudem zukünftig noch stärker zusammenarbeiten und mit anderen Krankenhäusern in ihrer Umgebung kooperieren. Wissenschaftsminister Willingmann mahnte an, am jeweiligen auf einzelne Stärken zu setzen.

Magdeburgs Ärztlicher Direktor Hans-Jochen Heinze sprach davon, dass sich man sich zukünftig “komplementär ergänze”. Heinzes hallescher Kollege Thomas Moesta sagte, in der Pandemie sei man enger im Land wie im Klinikum “zusammengerückt”, das zeige auch die neue Vereinbarung. Die verschiedenen Maßnahmen sind in dem Papier festgehalten.

Die Landesregierung hofft zudem auf den Bund. Der soll das Fallpauschalen-System für Krankenhäuser neu regeln und zusätzlich die Finanzierung der Unikliniken reformieren. Auf beides hat sich die Koalition aus SPD, Grünen und FDP verständigt.

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MDR (Thomas Vorreyer, Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT | 03. März 2022 | 17:30 Uhr