Gas und Strom Für Kommunen und Bürger werden hohe Energiepreise zur Belastung

Die steigenden Energiepreise sind in Sachsen-Anhalt sowohl ein Problem für die Kommunen als auch für die Bürger. Gas und Strom sind in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden. Die Städte und Gemeinden versuchen sich zu helfen, indem sie bei der Beleuchtung auf stromsparende LED umstellen.

Ein Stromzähler zeigt die verbrauchten Kilowattstunden an
Der Zähler dreht sich immer schneller – für Kommunen wie für Bürger. Bildrechte: dpa

Die Stadt Wernigerode hat schon gehandelt: Um Energiekosten zu sparen, wird bei etwa der Hälfte der 5.800 Lichtpunkte zwischen 23 und 5 Uhr die Beleuchtung um 30 Prozent abgesenkt, zum Teil sind diese auch mit einer Halbnachtschaltung versehen. "Die steigenden Energiekosten sowie die allgemein angespannte Haushaltslage führen dazu, Einsparpotenzial bei der Straßenbeleuchtung zu suchen", heißt es aus der Stadtverwaltung.

So wie der Stadt Wernigerode geht es aktuell vielen Kommunen in Sachsen-Anhalt. Die steigenden Energiepreise machen sich bei den Kosten für die Straßenbeleuchtung und beim Betrieb des Öffentlichen Nahverkehrs bemerkbar. "Die hohen Energiepreise werden die Kommunen schwer treffen. Es ist ja keine Option, bei steigenden Kosten weniger Straßenbahnen fahren zu lassen", sagt Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, der auch Präsident des Städte- und Gemeindebundes in Sachsen-Anhalt ist.

Lutz Trümper
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Alle wollen immer, dass der ÖPNV preiswerter wird. Irgendjemand muss aber die Kosten bezahlen, zumal, wenn die Energiekosten steigen.

Lutz Trümper Oberbürgermeister Magdeburg

Die Städte und Gemeinden versuchen sich zu helfen, indem sie bei der Beleuchtung auf stromsparende LED umstellen. In Burg (Jerichower Land) geschieht das bereits, aber auch in Halle, Magdeburg oder Wernigerode. In der Stadt im Harz beträgt der Anteil der LED-Leuchtmittel aktuell 15 Prozent. Auch die Fahrbahn des Magdeburger Rings wird seit dem Jahr 2016 mit LEDs beleuchtet.

Umstellung auf LED: Finanzieller Kraftakt und Sicherheitsproblem

Für viele Kommunen ist die Umrüstung ein finanzieller Kraftakt, sagt Trümper. "Wenn ich die Straßenbeleuchtung auf LED umstellen und langfristig Energiekosten sparen will, muss ich erstmal investieren", so der Präsident des Städte- und Gemeindebundes. An Radwegen oder in Neubaugebieten werden in der Landeshauptstadt in der Regel LED-Neuanlagen aufgestellt. Jährlich bis zu 300.000 Euro wendet Magdeburg jedoch auch dafür auf, um auf LEDs umzustellen, die sich dimmen lassen.

Geschichte

Beleuchtete Bäume beim Festival of Lights 2009 in Berlin, Unter den Linden.
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Nahaufnahme einer Straßenlaterne mit Solarpanel und Bewegungssensor mit Video
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Dass das jedoch nicht überall die passende Lösung ist, stellt man im Harz klar. Laut der Stadtverwaltung können bestimmte Bereiche aus Verkehrssicherungsgründen nicht gedimmt werden.

Gasversorger im Land heben die Preise enorm an

Aber nicht nur die Kommunen haben mit den hohen Energiepreisen zu kämpfen. Auch die Bürger leiden unter steigenden Kosten. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, haben die regionalen Gasversorger in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Monaten ihre Preise so stark angehoben wie noch nie. Das habe eine Analyse des Vergleichsportals Verivox ergeben.

Spritpreise 22 min
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MDR um 4 Di 09.11.2021 17:00Uhr 22:02 min

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Demnach verlangen 23 Gas-Grundversorger im Land seit September durchschnittlich rund 20 Prozent mehr. In einzelnen Tarifen seien die Preise sogar um mehr als 40 Prozent gestiegen, darunter in Aschersleben und Naumburg. Grund für die Anhebung sind die international gestiegenen Gaskosten. Eine Familie mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden muss durchschnittlich rund 313 Euro mehr pro Jahr zahlen.

dpa, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 18. Dezember 2021 | 10:00 Uhr

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