Eine Frau putzt sich die Nase.
In Sachsen-Anhalt haben die Menschen im Jahr 2022 besonders häufig an Atemwegserkrankungen gelitten. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Ukrainian News

Zunahme bei Atemwegserkrankungen Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt häufiger krank

12. Juni 2023, 16:47 Uhr

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt haben im Jahr 2022 besonders häufig an Atemwegserkrankungen gelitten und waren deshalb krankgeschrieben. Das belegen Zahlen der Barmer Ersatzkasse. Auch der digitale Krankenschein könnte eine Ursache für die vielen Krankschreibungen sein.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt sind 2022 deutlich häufiger krank gewesen als im Vorjahr. Das geht aus Daten der Krankenkasse Barmer hervor. Demnach stieg die Anzahl der Krankheitstage um rund 23 Prozent – von durchschnittlich 22,3 Tagen im Jahr 2021 auf 27,5 Tage im Jahr 2022.

Die Hauptursache für die hohe Zahl seien in erster Linie Atemwegsinfektionen, die nach dem Auslaufen der Corona-Maßnahmen deutlich zugenommen hätten, erklärte Barmer-Landesgeschäftsführer Axel Wiedemann. Atemwegsinfektionen haben laut Barmer 6,1 der 27,5 Krankheitstage im Jahr 2022 ausgemacht.

Das gesamte Jahr über ist laut der Barmer-Analyse der Anteil der Krankschreibungen mit einer Corona-Diagnose unter allen Arbeitsunfähigkeiten zu jedem Zeitpunkt höher gewesen als im Jahr 2021. Während im Juli 2021 nur 0,9 Prozent aller Krankschreibungen einen Corona-Bezug hatten, lag der Anteil im Juli 2022 bei 20,2 Prozent.

Außerdem gebe es auch regionale Unterschiede in Deutschland: Krankschreibungs-Spitzenreiter war laut Barmer-Analyse Sachsen-Anhalt. Dort ließen sich im Dezember je 1000 Anspruchsberechtigte 268 Menschen krankschreiben. In Bayern waren es im selben Zeitraum hingegen 202.

Zu ähnlichen Ergebnissen ist bereits im Januar die Krankenkasse DAK-Gesundheit gekommen. Sie hat 2022 in Sachsen-Anhalt ebenfalls einen Höchstwert bei den Krankschreibungen erwerbstätiger Versicherter registriert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Krankenstand um 1,5 Punkte auf 6,8 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit Beginn der Analysen vor 25 Jahren, so die DAK. Somit seien an jedem Tag des Jahres 68 von 1.000 Beschäftigten krankgeschrieben gewesen. Nur in Mecklenburg-Vorpommern hätten Unternehmen und Arbeitgeber noch mehr Arbeitsausfall verkraften müssen. Der Bundesschnitt liege bei 5,5 Prozent.

Der Anstieg des Krankenstands in Deutschland hängt nach Ansicht der DAK-Gesundheit zum Teil auch mit der neuen elektronischen Meldung der Krankschreibungen zusammen.

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MDR (Engin Haupt, Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 12. Juni 2023 | 11:00 Uhr

2 Kommentare

zenkimaus am 12.06.2023

Tja liebe Arbeitgeber , Weniger Gehalt für selbe oder mehr Arbeit, dann eben bissl krank sein. So einfach
Oder die Menschen merken das es wichtig ist sich nicht krank zur Arbeit zu schleppen. Keiner bedankt sich dafür.

Steffen 1978 am 12.06.2023

Die paar die noch arbeiten werden nun auch mal krank die meisten sind 50+ während die Jugend ihren täglichen Spaziergängen nachgeht

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