Polizeiliche Kriminalstatistik Mehr Straftaten in Sachsen-Anhalt im Internet verübt

Corona-Maßnahmen wie Laden-Schließungen und Homeoffice haben die Kriminalität in Sachsen-Anhalt in den digitalen Raum verlagert. Die Zahl der Straftaten im Internet ist im vergangenen Jahr gestiegen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Die Gesamtzahl der Straftaten ist 2021 jedoch gesunken.

In Sachsen-Anhalt werden zunehmend Straftaten über das Internet begangen. "Es verlagert sich immer mehr Kriminalität aus dem Realen in die digitale Welt", sagte Landespolizeidirektor Karl-Albert Grewe am Mittwoch bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2021. Nach knapp 15.300 Fällen im Jahr 2020 seien diesmal rund 19.340 Fälle erfasst worden. Das Innenministerium führt diesen Anstieg auf die Corona-Maßnahmen, wie Ladenschließungen und verstärkte Arbeit aus dem Homeoffice, zurück.

Insgesamt weniger Straftaten

Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) spricht während einer Pressekonferenz.
Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) hat am Mittwoch die Kriminalstatistik für 2021 vorgestellt. Bildrechte: dpa

Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in Sachsen-Anhalt hingegen ist so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2021 hervor, die Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) am Mittwoch vorgestellt hat. Zudem sei die Aufklärungsquote gestiegen. Die Sicherheitslage im Land habe sich verbessert, so Zieschang.

Demnach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 170.465 Straftaten polizeilich erfasst. Das sei ein Rückgang von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der niedrigste Wert seit 1992. Vor 20 Jahren, im Jahr 2001, seien noch rund 236.029 Straftaten registriert worden.

Sachsen-Anhalt ist erneut sicherer geworden. Die Zahl der Gesamt-Straftaten ist auf den niedrigsten Wert seit Jahren gesunken. Die Corona-Pandemie verstärkt Entwicklungen, die schon in den Vorjahren eingesetzt haben.

Tamara Zieschang, CDU Innenministerin Sachsen-Anhalt

Aufklärungsquote gestiegen

Die Aufklärungsquote stieg laut Innenministerium im vergangenen Jahr von 54,1 auf 55,5 Prozent. Insgesamt konnten demnach 94.528 Fälle aufgeklärt werden. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 60.548 Tatverdächtige ermittelt. Drei Viertel davon seien männlich, ein Viertel weiblich. Der Anteil der nicht deutschen Tatverdächtigen liege bei 19,5 Prozent. Ihnen würden 9,9 Prozent aller Straftaten zugerechnet.

Unter allen Tatverdächtigen werden 905 der Gruppe der Intensiv-Straftäter zugerechnet. Das heißt: Ihnen werden mehr als neun Einzel-Taten im Jahr 2021 angelastet. Sie machen einen Anteil von 1,5 Prozent aller Tatverdächtigen aus. Gleichzeitig werden dieser Gruppe aber 17 Prozent aller Straftaten zugerechnet.

Fast jede dritte Straftat ein Diebstahl

Diebstähle machen den größten Anteil der Straftaten aus (31,3 Prozent). Aber auch hier verzeichnet das Innenministerium einen Rückgang von 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Diebstähle bei Wohnungseinbrüchen sei sogar um 20 Prozent gesunken. Bei gut jedem zweiten Einbruch (52,5 Prozent) bleibt es demnach bei einem Versuch.

Mehr Sexualstraftaten und Rauschgift-Delikte

Zugenommen haben hingegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – um 26 Prozent auf insgesamt 3.021. Laut Innenministerium entfällt ein Großteil dieses Zuwachses auf die Verbreitung pornografischer Schriften, vor allem über das Internet. Der Anstieg wird mit "intensivierten Aktivitäten der Sicherheitsbehörden" begründet.

Die Rauschgiftkriminalität hat ebenfalls zugenommen. Hier verzeichnete das Innenministerium einen Anstieg von vier Prozent. Fast 94 Prozent aller Rauschgift-Delikte konnten demnach aufgeklärt werden. Die Ermittlerinnen und Ermittler haben im vergangenen Jahr Rauschgift mit einem Marktwert von mehr als sieben Millionen Euro beschlagnahmt, so das Innenministerium.

Eine ausführliche Präsentation des Innenministeriums zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2021 finden Sie hier.

Mehr zum Thema: Kriminalität und Polizei

MDR (Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 16. März 2022 | 14:00 Uhr

1 Kommentar

burkhard_geyer vor 27 Wochen

Dem Homeoffice sei Dank.

Mehr aus Sachsen-Anhalt

Eine Collage aus einem Weihnachtsbaum und 5G-Symbolbild 2 min
Bildrechte: MDR / Imago
2 min 27.09.2022 | 18:00 Uhr

Die drei wichtigsten Themen vom 27. September aus Sachsen-Anhalt erfahren Sie hier kurz und knapp in nur 60 Sekunden. Präsentiert von MDR-Redakteurin Olga Patlan.

MDR S-ANHALT Di 27.09.2022 18:00Uhr 01:30 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-nachrichten-aktuell-siebenundzwanzigster-september-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video