Studie Sachsen-Anhalter häufiger krankgeschrieben

Die Zahl der Krankentage von Berufstätigen hat sich nach einer Auswertung der Krankenkasse Barmer im vergangenen Jahr erhöht. Mit rund 22 Ausfalltagen liegt Sachsen-Anhalt zudem deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Psychische Leiden waren dabei die zweithäufigste Ursache für eine Krankschreibung. Warum das nicht allein auf die Pandemie zurückzuführen ist.

Blick in ein Sprechzimmer einer Hausarztpraxis.
Berufstätige in Sachsen-Anhalt waren 2021 deutlich länger krank als der Bundesdurchschnitt. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt sind die Menschen nach einer Auswertung der Krankenkasse Barmer im Vorjahr länger krankgeschrieben gewesen als 2020. Die Dauer liegt außerdem klar über dem Bundesdurchschnitt und der Anteil psychischer Erkrankungen nahm deutlich zu.

Jeder Berufstätige rund vier Tage aus psychischen Gründen krank

Zugrunde liegt laut Barmer eine Auswertung der Krankheitsfehltage von rund 98.800 erwerbstätigen Versicherten im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. 2020 war laut Statistik ein Versicherter im Schnitt an 21,92 Tagen krankgeschrieben, im vergangenen Jahr waren es dann schon 22,29 Tage. Das entspricht einem Anstieg von 1,7 Prozent.

Gleichzeitig liegt Sachsen-Anhalt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 17,5 Krankheitstagen. Für die meisten Fehltage sorgten Muskel-Skelett-Erkrankungen. Zweithäufigste Ursache für eine Krankschreibung waren psychische Leiden - deswegen war 2021 jede bei der Kasse in Sachsen-Anhalt versicherte Erwerbsperson 4,14 Tage arbeitsunfähig, in 2020 waren es erst 3,88 Tage gewesen.

Schon vor Pandemie nahmen psychische Leiden zu

"Ob die seelischen Belastungen durch die Corona-Pandemie tatsächlich die Ursache für den Anstieg psychischer Erkrankungen im Jahr 2021 sind, lässt sich mit Krankenkassendaten allein nicht feststellen", sagte Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer. Schon vor der Pandemie hätten diese Krankschreibungen für psychsische Erkrankungen von Jahr zu Jahr zugenommen.

Er forderte die Arbeitgeber auf, mehr in das betriebliche Gesundheitsmanagement zu investieren, um Arbeitsbedingungen für Beschäftigte zu verbessern und somit auch Erkrankungen zu vermeiden.

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dpa, MDR (Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. Juni 2022 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Anni22 vor 1 Wochen

Das könnte natürlich auch an Corona gelegen haben.... Quarantäne, krank zur Kinderbetreuung....

Steffen 1978 vor 1 Wochen

Sachsen-Anhalt ist das Land in Deutschland mit den ältesten Arbeitnehmern somit ist die Krankschreibung auch höher

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