Lehrermangel Sachsen-Anhalt sucht rund 900 Lehrkräfte

Sachsen-Anhalt hat 916 neue Stellen für Lehrkräfte ausgeschrieben. Unter den Stellen sind 183, für die eine Zulage gezahlt werden kann, weil sie schwer besetzbar sind. Mit der Ausschreibung will das Land auch Seiteneinsteiger ansprechen. Die meisten Positionen sind an Sekundarschulen frei.

Ein Lehrer mit medizinischer Maske stellt in einem Klassenzimmer vor Prüfungsbeginn eine Uhr auf
Es fehlen nach wie vor viele Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt sucht weiter eine große Zahl von Lehrkräften. Das Land habe insgesamt 916 Stellen ausgeschrieben. Das teilte das Bildungsministerium am Mittwoch mit. Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) erklärte, das Land suche "trotz der angespannten Lage auf dem Fachkräftemarkt" engagierte Menschen, die Freude an der Arbeit mit Kindern haben und einen Job im Landesdienst antreten wollen.

Mit der Ausschreibung wolle das Land auch Seiteneinsteiger ansprechen. Unter den Stellen sind 183, für die eine Zulage gezahlt werden kann, weil sie schwer besetzbar sind. Mit 258 Stellen sind dabei die meisten Positionen an Sekundarschulen zu besetzen. An Grundschulen werden 217 Lehrkräfte gesucht, 170 an Gymnasien.

Auch bei vorhergehenden Ausschreibungen zu wenig Bewerbungen

Auch in einer großen Ausschreibung von Mitte Dezember 2021 bis Ende Januar 2022 hatten sich nur 414 Bewerberinnen und Bewerber auf 916 Stellen gemeldet. Auf 263 Stellen gab es laut Ministerium keine Bewerbung. Bei vorhergehenden Ausschreibungen war es ähnlich gewesen. Im Herbst 2021 etwa waren ebenfalls gut 900 Stellen ausgeschrieben worden, 500 blieben ohne Bewerbung. Damals hatten 286 Frauen und Männer ihr Interesse bekundet.

Jede zehnte Stunde fällt aus

Anfang Dezember hatte die neue Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) im Landtag erklärt, dass im aktuellen Schuljahr flächendeckend nur eine Unterrichtsversorgung von 94 Prozent erfolgen kann. Das bedeutet, dass etwa jede zehnte Stunde ausfällt. "Wenn Sie davon ausgehen, dass an einer Schule über zehn Jahre zehn Prozent des Unterrichts nicht gegeben werden, dann fehlt den Schülern am Ende ein ganzes Jahr", so der Vorsitzende des Landeselternrates, Matthias Rose. Im Koalitionsvertrag hatte die Regierung eine angestrebte Unterrichtsversorgung von 103 Prozent festgehalten. So sollen normale Ausfälle durch Krankheit oder Elternzeit ausgeglichen werden.

MDR (Alisa Sonntag, Gero Hirschelmann, Matthias Pöls)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. März 2022 | 11:00 Uhr

4 Kommentare

Karl Schmidt vor 30 Wochen

@Denkschnecke:
Klar, faktisch ist das so.
Das realisieren aber nicht Solche, für die die "Wende" erst gestern und 1990 genauso unbegreifbar war wie 2022.
@Atheist:
Was unterrichteten Sie denn in der DDR?

lisel01 vor 30 Wochen

Zu wenig Studienplätze (Grundschullehramt) --> auch noch in den nächsten Jahren zu wenig Bewerber!

Denkschnecke vor 30 Wochen

Und das würde aktuell gerade wieviel helfen? Wer 1989 Mitte 30 war, geht doch demnächst in den Ruhestand.

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